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Arbeit im Flow

Arbeit im Flow

Nicht nur die deutsche Arbeitslosenquote ist derzeit zufriedenstellend. Deutsche Berufstätige sind motiviert und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Auch die Zahl derjenigen, die im Job glücklich sind, steigt. Das Geheimnis liegt im Flow.

Aufgaben und Arbeitsinhalte sind die wichtigsten Faktoren im Beruf, die das Glücksgefühl steigern. Nach einer Umfrage von stellenanzeigen.de empfinden über die Hälfte aller befragten Arbeitnehmer ihre Aufgaben als einen wichtigen Glücksfaktor. Wichtiger ist nur noch das Kollegenumfeld. Interessant ist, dass Faktoren wie „Arbeitgeber“ und „Gehalt“ von der Hälfte der Befragten (48 Prozent) als Unglücksfaktoren wahrgenommen werden. Wenn die Arbeit Spaß macht, wenn die Kollegen zueinander passen und im Team arbeiten, steht dem Glück nichts im Wege.

Dabei fällt auf, dass die wenigsten Berufstätigen im Flow arbeiten. Den Begriff „Flow“ hat der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi geprägt: „Flow hat man, wenn man tut, was man am Liebsten mag.“ Mit dem Begriff ist gemeint, dass Menschen auf freudvolle und enthusiastische Weise in einer Tätigkeit aufgehen, konzentriert denken und tatsächlich die Zeit vergessen. Wer im Flow arbeitet, der erledigt seine Aufgaben mühelos. Leider bleibt diese Glückserfahrung während der Arbeit für die meisten eine Ausnahme. 20 Prozent der Befragten gaben an, nie in den Genuss von Flow zu kommen. Immerhin erleben 32 Prozent den Zustand einmal in der Woche.

Das Problem liegt in der Arbeitswelt. Diese ist nicht so beschaffen, dass Menschen Flow empfinden können. Selten hat man die Möglichkeit, in einer Aufgabe vollständig aufzugehen und die Zeit zu vergessen. Enge Zeitvorgaben und unflexible Strukturen erschweren das Arbeiten im Fluss.

Eine strömende Informationsflut bestimmt den Büroalltag. Arbeitnehmer müssen mehr Inhalte in kürzester Zeit verarbeiten. Sie werden auch durch zahlreiche eingehende Anrufe und E-Mails von der eigentlichen Arbeit abgelenkt. So entsteht für viele Beschäftigte der Druck, auf Nachrichten und Anrufe immer direkt reagieren zu wollen.

Besonders auffällig ist, dass gerade Berufseinsteiger Schwierigkeiten haben in den Flow zu kommen. Laut einer Befragung von AXA fürchten sich junge Frauen vor Überforderung im Job, Männer hingegen vor Langeweile und Unterforderung. Beide Zustände sind kontraproduktiv, um das Glücksgefühl, das mit dem Flow kommt, zu empfinden. Denn in beiden Zuständen kann das Konzentrationsvermögen nicht völlig ausgeschöpft werden.

Meistens steht sich der Mensch dabei selbst im Weg. Überforderung und Unterforderung entsteht im Kopf, weil man nicht bereit ist, sich auf eine Aufgabe einzulassen. Das Größte Problem liegt darin, dass die deutschen Arbeitnehmer ihren Job in erster Linie als soziale und wirtschaftliche Absicherung verstehen, nicht als Erfüllung. Mit dieser Einstellung können sie keine Freude aus der beruflichen Tätigkeit schöpfen. Geschweige denn stolz auf ihre Tätigkeit sein. So fällt dann auch die Konzentration schwerer.

Der als „positive Sucht“ bezeichnete Flow lässt sich allerdings trainieren. Besonders wichtig ist es sich genug Zeit einzuräumen, in der man sich nur auf eine Tätigkeit konzentriert. Dabei sollte es erlaubt sein das E-Mailprogramm zu bestimmten Zeiten auszuschalten, um sich nur auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Wer versteht, was er bei der Arbeit tut und warum er es tut, kann Flow empfinden. Führungskräfte können ihre Mitarbeiter dabei unterstützen indem sie keinen Druck ausüben, sondern den Arbeitnehmern genügend Zeit zum Bewältigen von Aufgaben lassen. Und in diesem Zeitraum sollten Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, die Zeit zu vergessen.


Foto von  Hans Slegers - www.istockphoto.de

Verfasst von Milana Kogan

Aktualisiert am 04. Juli 2014 um 15:35 Uhr
Redakteurin BANKINGNEWS
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