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Ist-Situation Gesamtbanksteuerung: Sind bestehende Prozesse und Architekturen zukunftsfähig?

Von Redaktion - 20. November 2010

Advertorial – Zukunftsfähige Geschäfts- und IT-Prozesse sowie IT-Architekturen sind in einem unbeständigen Umfeld mit der Bedingung zur Selbsterneuerung aus eigener Kraft von grundlegender Bedeutung. Eine bereichsübergreifende end-to-end Betrachtung der Gesamtbanksteuerung ist der Ausgangspunkt zum Erreichen des Kostenoptimums unter Gewährleistung der strategischen Tragfähigkeit.

Andreas Müller, Sales Manager bei der Cellent Finance Solutions AG, über die Herausforderungen und Not-wendigkeiten zur Anpassung von IT-Architekturen für eine zeitgemäße Gesamtbanksteuerung.

Herr Müller, die Ist-Situation der Gesamtbanksteuerung ist durch ständige, neue Herausforderungen wie IFRS 9 gefordert, möglicherweise sogar überfordert. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?
Ich sehe die Gesamtbanksteuerung aktuell mit folgenden Herausforderungen konfrontiert: zum Einen, die erwähnten neuen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen wie IFRS 9 oder Basel III. Hinzu kommen die verschiedenen Maßnahmen zur Kostenreduktion. Es bedarf schlankerer Prozesse und eines zielgerichteten Einsatzes personeller Ressourcen. Schließlich besteht die Notwendigkeit zur Sicherung der Qualität bei gleichzeitig steigender Reportingfrequenz. Ich sehe die heutige Gesamtbanksteuerung geprägt von unvollständigen Steuerungsprozessen und historisch gewachsenen, komplexen IT-Systemen. Schließlich muss eine Vielzahl zuvor isoliert in verschiedenen Fachbereichen betriebener Komponenten, in übergreifenden Steuerungsprozessen zusammen wirken, was die Komplexität deutlich erhöht. Wir beobachten hier bei vielen Kunden einen Optimierungsbedarf, der so bisher noch nicht gegeben war.

Könnten Sie die steigenden externen Herausforderungen näher erläutern und bewerten?
Aufgrund der Finanzmarktkrise steigt die Anzahl neuer regulatorischer und gesetzlicher Anforderungen an Banken deutlich an. Geplante Änderungen sind momentan IFRS 9, deren Umsetzung bei vielen Kunden auf 50 – 60% des Aufwands der IAS-Einführung geschätzt wird, und Basel III. Weitere Anpassungen werden mit Sicherheit kommen, und der Druck von außen wächst: Prüfungen, wie der EU-Stresstest, bei denen die Bank offen legen muss, wie regulatorischen Anforde-rungen genüge geleistet wird, werden weiterhin in unterschiedlichster Form auftreten.

Auch intern steigt die Erfor-derlichkeit zur Anpassung. Wie konkret äußert sich dies, wie beurteilen Sie das?
Eine der größten Herausforderung erkenne ich in der Abstimmbarkeit der Ergebnisse aus der Gesamt-banksteuerung. In den ver-schiedenen Bereichen – Mewe, Rewe, FiCo, RiCO – bestehen Redundanzen in der Reporterstellung. Das Zusammenwachsen der verschiedenen Bereiche unter dem Aspekt externes gleich internes Rechnungswesen forciert die Problematik. Auch die Sicherung der Qualität bei gleichzeitig steigender Re-porting-Frequenz ist sehr aufwändig. Schon heute bereitet es Mühe, die produzierten -Ergebnisse zu plausibilisieren oder dies ist nur unter sehr hohem – teilweise manuellem – Aufwand möglich.
Eine weitere Herausforderung mache ich in den unvollständigen fachlichen Teilprozessen innerhalb der Gesamtbanksteuerung aus. Diese äußern sich in Prozesslücken und Prozessineffizienzen, was die Ergebniserstellung zusätzlich in erheblichem Maße erschwert. Klar ist, dass Maßnahmen zur Kostenreduktion ebenfalls unumgänglich sind. Außerdem ist die Datengewinnung und -pflege aufgrund mangelnder Prozesseffizienz derzeit viel zu personalintensiv. Das können sich Banken auf Dauer nicht leisten. Die Gesamtbanksteuerung nimmt heute den größten Kostenblock in der IT ein und gleichzeitig beobach-ten wir eine sinkende Effizienz in der Umsetzung neuer Produkte und Projekte. Dadurch ist die Gesamtbanksteuerung intern permanenter Kritik ausgesetzt und steht unter enormen Handlungsdruck.

Besteht erhöhter Handlungsdruck nur in der Gesamtbanksteuerung oder auch an anderen Stellen?
Nicht nur Gesamtbanksteuerungs-Systeme, sondern auch Front- und Backoffice-Systeme sind von historisch gewachsenen und komplexen IT-Architekturen betroffen. Die angestiegene Heterogenität und Komplexität können wir durch die Anzahl der Systeme und Schnittstellen in der IT ausmachen, die in den letzten fünf Jahren um den Faktor fünf gestiegen ist. Die fachliche Abbildung immer komplexerer Produkte bringt die Systeme an ihre Leistungsgrenzen. Zudem erkennen wir eine immer stärkere, problematische Trennung von Fachbereich und IT.

Was bedeuten diese Entwicklungen aus Ihrer Sicht für eine Bank?
In der Gesamtheit betrachtet stelle ich fest, dass die Konstrukte unter den gegebenen Rahmenbedingungen eben nicht effizienter und transparenter werden. Ein Hindernis sind die bisher geübten Vorgehensweisen, bei denen jeder alles und selbst macht. So können diese neuen, weitreichenden Anforderungen nicht mehr erfüllt werden. Für mich zeigt sich eindeutig, dass ein Umdenken erforderlich ist um die Gesamtbanksteuerung zu-kunftsfähig zu machen.

Welche Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Gesamtbanksteuerung können Sie aufzeigen?
Besonders wichtig ist es aus meiner Sicht, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Effizienz und Zu-kunftsfähigkeit können nur erreicht werden, wenn alle Komponenten, die Einfluss auf die Gesamtbanksteuerung haben, fachlich wie technisch gesamthaft betrachtet werden. Nach unseren Er-fahrungen haben wir es mit einer zukunftsfähigen Gesamtbanksteuerung zu tun, wenn sich die an der Datengewinnung und –pflege sowie am bereichsübergreifenden Steue-rungsprozess beteiligten Fachbereiche ausschließlich mit ihren eigenen fachlichen Aufgaben befassen, sich also auf die Ergebniserstellung konzentrieren können.

Welche konkreten Handlungsempfehlungen geben Sie an Ihre Kunden?
Wir meinen eine wesentliche Veränderung ist dadurch zu erreichen, dass der Gesamtbanksteuerungsprozess in seiner Gesamtheit betrachtet wird. In unserem Sprachgebrauch nennen wir das kurz iGP, das steht für den „idealtypischen Geschäftsprozess“. Es handelt sich um eine Art Muster oder Blaupause. Dieser modellhafte Prozess zeichnet sich nach unseren Erfahrungen durch folgende Merkmale aus: die Fähigkeit der operativen Sys-teme, eine durchgängig einheitliche Sicht auf die Bankgeschäfte über den Gesamtbanksteuerungsprozess hinweg sowie einen „Single Point of Truth“ (SPOT) (idealerweise durch ein Datawarehouse). Außerdem wichtig sind die integrative Zusammenarbeit zwischen Fach- und IT/Org-Sicht und das Einrichten einer übergeordneten Verantwortlichkeit für den Gesamtbanksteuerungsprozess. Dadurch können sich die an der Gesamtbanksteuerung beteiligten Bereiche auf ihre jeweilige Ergebnisstellung konzentrieren. Die Gesamtbanksteuerung wird effizienter und transparenter.

© Foto by cellent finance solutions AG – www.cellent-fs.de

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