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Persönliche Gespräche sind besser als Web 2.0

Von Redaktion - 15. Juli 2011

Das Web 2.0 ist kein Thema. Privatanleger vertrauen Finanzinformationen aus sozialen Netzwerken wenig. Bankberater und Tageszeitung sind auch in Zeiten von sozialen Netzwerken weiterhin die wichtigste Informationsquelle.

Die Privatanleger in Deutschland nutzen das Internet zwar sehr intensiv, um sich über die Finanzmärkte und Investmentprodukte zu informieren. Dabei greifen sie aber vor allem auf die klassischen Informationsangebote im Netz zurück. Im Hinblick auf die sozialen Netzwerke des Web 2.0 herrscht hingegen Skepsis. Lediglich 15 Prozent der Privatanleger vertrauen einem Rat zum Thema Geldanlage, den sie über diesen Weg erhalten. Das ermittelte eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der DZ BANK. Sie verdeutlicht zudem: Trotz des Internets und der zunehmenden Nutzung von Online-Banking bleiben die Tageszeitungen und die Anlageberater der Banken mit weitem Abstand die am häufigsten genutzte Informationsquelle der privaten Investoren.

Insgesamt gaben in der Umfrage 72 Prozent der Privatanleger an, sich mit Hilfe von Tageszeitungen über Anlagethemen zu informieren. Das waren zwar etwas weniger als noch vor einem Jahr. Dennoch sind die Tageszeitungen damit unverändert das führende Informationsmedium für die deutschen Privatanleger. Auf das Know-how der Anlageberater ihrer Bank greifen 71 Prozent der Befragten zurück. Damit hat der persönliche Kontakt zu den Beratern wieder deutlich an Bedeutung gewonnen. Vor zwölf Monaten hatten lediglich 64 Prozent der Befragten erklärt, sie würden ihren Anlageberater zu Rate ziehen. "Ganz offensichtlich schenken die Anleger ihren Anlageberatern wieder mehr Vertrauen als noch zu Zeiten der Finanzkrise. Dem persönlichen Kontakt zwischen den Beratern und ihren Kunden kommt damit zunehmend wieder die Bedeutung zu, die er über viele Jahre hinweg hatte", kommentiert Peter Schirmbeck, Leiter Privatkundengeschäft der DZ BANK. "Daran konnte auch die rasante Entwicklung des Web 2.0 nichts ändern."

Auch das Internet wird für die Privatanleger immer wichtiger. 53 Prozent informieren sich über Onlineangebote von Finanzdienstleistern und Banken. 43 Prozent greifen auf die Websites von Verlagen oder auf andere Nachrichtenseiten zurück. Web 2.0-Dienste wie etwa Facebook oder Twitter sind aber für gerade zehn Prozent der Anleger relevant, um sich über Anlagethemen zu informieren. Dabei zeigen sich die Anleger gegenüber den Web 2.0-Angeboten generell durchaus aufgeschlossen. So bewerten drei Viertel insbesondere den Meinungsaustausch unter Anlegern als großen Vorteil von Social-Media-Kanälen. Etwa die Hälfte findet, dass die Informationen durch die Plattformen transparenter werden oder schätzen den Einfluss, den diese verleihen, etwa um Kritik zu verstärken.

Dass klassische Bankdienste des "alten" Web 1.0 Steigerungspotenzial haben, davon sind 72 Prozent der Befragten überzeugt. Die Bankfilialen werden deshalb aber nicht überflüssig. Selbst unter denjenigen, die von einer zunehmenden Nutzung des Online-Banking ausgehen, glauben 80 Prozent nicht, dass dieses den Service vor Ort ablösen wird. Derzeit erledigen 55 Prozent der Anleger ihre Bankgeschäfte auch am Computer. Die wichtigste Anforderung der Befragten an die Internetpräsenz einer Bank ist der schnelle Zugang zu Informationen. Gleich dahinter rangiert die Kontaktmöglichkeit zu einem persönlichen Bankberater. Das ist 72 Prozent der Anleger wichtig. Detaillierte Produktinformationen wünschen sich zwei Drittel der Befragten, 42 Prozent erwarten Tools zur Finanzplanung, jeder Dritte Transaktionsmöglichkeiten und Mobile Banking. Mit seinem Bankberater über Web 2.0 kommunizieren zu können, ist jedoch nur für 12 Prozent von Interesse. Die Bankkunden ziehen nicht mit wehenden Fahnen ins Web 2.0, sondern erwarten hochwertige Dienste ihrer Bank im Web 1.0.

Info von DZ Bank AG – www.dzbank.de
Foto von Maartje van Caspel –
www.istockphoto.com

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