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Simulieren statt probieren

Von Redaktion - 18. Juni 2012
Ein Gastbeitrag von Thomas Rohrmann, Experte Financial Industries bei SAS Deutschland

Schlaglicht auf Herausforderungen rund um Basel III

Das Thema ist eigentlich nicht wirklich neu: Stresstesting wird bereits seit den Anfängen von Basel II immer wieder heiß diskutiert. Über die Relevanz herrschte dabei weitgehende Einhelligkeit – und zwar nicht nur aus regulatorischer Sicht, sondern auch für die interne Risikobetrachtung. Trotzdem wurde die wirkliche Brisanz des Themas nicht in Debattierclubs, sondern durch die Praxis belegt – denn in der Finanzmarktkrise trat offen zutage, wie wichtig Stresstesting in der Branche eigentlich ist. Gerade für die gesamtbankübergreifende Simulation von Stresssituationen haben vielen Banken nicht-zeitgemäße Prozesse und Methoden eingesetzt – und damit Risiken systematisch unterschätzt. So war zum Beispiel eine Illiquidität der Märkte nicht ernsthaft als mögliches Szenario angenommen worden. In der Folge hatten auch gesunde Banken plötzlich nicht mehr in ausreichendem Maß Liquidität zur Verfügung. Gegenseitiges Mistrauen und eine zeitweise Kreditklemme und ein Ansehensverlust der Branche waren die Folge.

Als Reaktion hat das Basler Committee das Thema Stresstesting besonders hervorgehoben und fordert, dass Stresstesting durch den Vorstand sichergestellt werden muss. Was also vorher die Kür gewesen wäre, wird jetzt zur Pflicht! Auch die aktuellen Ausarbeitungen zum Liquiditätsmanagement gemäß Basel III auf Stresstests, um Schwächen im Bereich des Risikomanagement zu beseitigen.

Damit Stresstests aber ihre Wirkungen entfalten können, sehen sich die Institute vielen Herausforderungen gegenüber. So merkt die europäische Umsetzung der Richtlinien (CRD4) direkte Mängel im Bereich Stresstesting und Backtesting bei den Instituten an. Ein Kernargument ist, dass allen Stresstesting-Verfahren ein Prozess entgegenzustellen ist, welcher nachvollziehbar die Annahmen, Modelle und Ergebnisse dokumentiert. Außerdem sind die Tests gesamtbankübergreifend und regelmäßig durchzuführen, um frühzeitig gravierende Risiken zu erkennen – und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Dazu muss eine Transparenz geschaffen werden, durch die sowohl der Vorstand als auch die Aufsicht die Risiken verstehen und einschätzen können. Hieraus ergeben sich zentrale Herausforderungen, z.B. für das Sicherstellen der Datenqualität und -verfügbarkeit. Die Dauer für Durchführung und Dokumentation der Stresst Tests muss deutlich reduziert werden um kurzfristige Ad hoc Tests zu ermöglichen. Zudem müssen systematische Abläufe für die Berechnung bereichsübergreifender Modelle mit einem einheitlichen Reporting geschaffen werden und Fachexperten sollten die geeignete methodische Systemunterstützung erhalten.

Allen Punkten haben zwingend Implikationen auf die IT-Systeme. Nötig ist ein durchgängiges IT-Framework – ohne Medienbrüche und ohne viele manuelle Eingriffe. Das erfordert die automatisierte Datenintegration über die Gesamtbank bis hin zum Stresstest. Auch flexible Parameterisierungsmöglichkeiten sind nötig, um schnell und effizient neue Situationen zu simulieren. Das System muss komplexe statistische Verfahren abbilden und die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse durch automatisierte Dokumentation und Drill-Down-Möglichkeiten sicherstellen. Für die wirkungsvolle Einbindung von Stresstests in die ICAAP Prozesse müssen Auswirkungen sowohl abteilungsbezogen, als auch übergreifend darstellbar sein. Und letztlich ist die hoch-performante Verarbeitung großer Datenmengen Voraussetzung, um ein untertägliches Stresstesting zu ermöglichen.

Ohne eine entsprechende Unterstützung verhindern die enorme Komplexität der Thematik und die enormen operativen Aufwände einen wirkungsvollen Einsatz von Stresstests. Der Test kann also nur so gut sein wie ihre IT!

Und zu diesem Thema gibt es noch mehr zu sagen und wissen: Gerne lade ich Sie zu einem Webinar am 22. Juni ein. Hier können Sie sich anmelden:

www.sas.de/stresstesting

Info:
In Stresstests werden durch Simulation von Umweltzuständen (z.B. Illiquidität der Märkte) die Auswirkungen auf die Finanzlage der Bank beleuchtet. Ziel ist es, Anhaltspunkte für die Stabilität des Finanzinstituts zu gewinnen.

Über den Autor

Thomas Rohrmann

Experte Financial Industries
SAS Deutschland

Ein Advertorial von SAS Deutschland

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