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Wirtschaftskriminalität

Von Redaktion - 25. Oktober 2011

Die PwC-Studie zur Wirtschaftskriminalität ergibt, dass Schaden pro Unternehmen im Schnitt auf 8,4 Millionen Euro steigt. Unternehmen befürchten zunehmend Imageschäden durch kriminelle Handlungen.

Auf rund 8,4 Millionen Euro beziffern deutsche Unternehmen den Schaden, der ihnen im Durchschnitt durch wirtschaftskriminelle Handlungen entsteht. Im Jahr 2009 hatte die durchschnittliche Schadenshöhe noch bei 5, 6 Millionen Euro gelegen. Insgesamt meldete gut die Hälfte der rund 830 Unternehmen, die an der Befragung für die PwC-Studie "Wirtschaftskriminalität 2011" teilgenommen haben,in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Unterschlagung, Korruption, Industriespionage oder anderen Wirtschaftsdelikten geworden zu sein. In der vorangegangen Studie aus dem Jahr 2009 traf dies noch auf 61 Prozent der Befragten zu. Vermögensdelikte wie Betrug und Diebstahl bleiben die häufigsten Fälle.

Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) berichtet in der aktuellen Ausgabe der Studie, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC seit zehn Jahren durchführt, über mindestens einen Fall von Betrug, Unterschlagung oder ähnlichen Delikten. Bei der Befragung im Jahr 2009 lag der Wert noch bei 42 Prozent. Auch über den Diebstahl vertraulicher Kunden- oder Unternehmensdaten berichten im Jahr 2011 mit 12 Prozent deutlich weniger Unternehmen als noch 2009 (21 Prozent). "Die Befürchtung, dass infolge der Auswirkungen der Finanzmarktkrise die Zahl der Wettbewerbsdelikte steigen würde, hat sich nicht bewahrheitet", berichtet Steffen Salvenmoser, verantwortlicher Partner im Bereich Forensic Services von PwC. "Bei unserer Umfrage im Jahr 2009 hatten noch 42 Prozent der Unternehmen diese Sorge geäußert."

Nicht bezifferbar, aber mutmaßlich meist bedeutend höher als die direkten Schäden sind mittlerweile die indirekten Folgekosten der Straftaten. So berichteten 50 Prozent der befragten Unternehmen über eine spürbare Beeinträchtigung ihrer Geschäftsbeziehungen. 41 Prozent der Befragten nennen in 2011 einen gravierenden oder mittelschweren Ansehensverlust als Folge wirtschaftskrimineller Handlungen, im Jahr 2007 waren dies nur 27 Prozent. Zu Beginn der Studienreihe im Jahr 2001 berichteten sogar nur 10 Prozent der befragten Unternehmen über derartige Reputationsschäden. Des Weiteren registrierten 12 Prozent der börsennotierten Unternehmen nach Bekanntwerden einer Straftat einen merklichen Rückgang ihres Aktienkurses.

Erstmals haben PwC und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Jahr 2011 nicht nur nach eindeutigen Fällen von Wirtschaftskriminalität gefragt, sondern auch nach konkreten Verdachtsfällen. "Wenn man über die entdeckten Straftaten hinaus auch das ‚Dunkelfeld‘ der Delikte zu erhellen versucht, die von Unternehmen lediglich vermutet wurden, steigt der Anteil der von Kriminalität betroffenen Unternehmen deutlich. Statt der 52 Prozent, die über entdeckte Fälle berichten, sind bei Berücksichtigung der Verdachtsfälle in den Jahren von 2009 bis 2011 dann 73 Prozent der befragten Unternehmen betroffen", erläutert Prof. Dr. Kai Bussmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (52 Prozent) verfügt mittlerweile über ein Compliance-Programm, das wirtschaftskriminellen Handlungen vorbeugen soll. Vor zwei Jahren hatte der Anteil der Unternehmen mit Compliance-Programm noch bei nur 44 Prozent gelegen. Unternehmen beginnen der Studie zufolge, Compliance-Programme als Wettbewerbsvorteil zu sehen.


Info von PwC PriveWaterhouseCoopers –
www.pwc.de
Foto von P_Wei –
www.istockphoto.com

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