Prozesse als unternehmerisches Kulturgut

Prozessverständnis und Führungskompetenz liegen eng beieinander.


Studien zum Prozessmanagement gibt es wie Sand am mehr. Die Evergreens für eine erfolgreiche Einführung lauten: Unterstützung durch das Top-Management, messbarer Nutzen und – wenig überraschend – Kundenorientierung. Folgerichtig halten drei von vier Entscheidern das Thema Prozessmanagement für wichtig oder sehr wichtig für künftigen Geschäftserfolg.

Prozesskompetenz wichtigstes Entwicklungsziel

Viel spannender dagegen ist eine Studie zur Führungskultur, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitsministerium entstanden ist. 400 Führungskräfte haben als intuitive Experten, so die Autoren, durch ihre Antworten Hinweise auf unbewusste Wertvorstellungen und Herausforderungen für die Zukunft gegeben. Beeindruckende 100 Prozent geben an, Prozesskompetenz als aktuell wichtigstes Entwicklungsziel zu betrachten. Es gehe darum, als Führungskraft die Fähigkeit zu entwickeln, ergebnisoffene Prozesse zu gestalten. Instabile Marktdynamik und teils überraschende Hypes – Stichwort FinTechs in der Bankenwelt – lassen ein schrittweises Vortasten erfolgsversprechender erscheinen als komplexe Planungen, deren Verfallsdatum sich häufig als ungewiss herausstelle.

Im bankorganisatorischen Alltag gilt im Grunde dasselbe: Ein verinnerlichtes Prozessverständnis und ein darauf ausgerichtetes Vorgehen macht das Unternehmen weniger anfällig für äußere Einflüsse. Darin ähneln sich Führungskultur und methodische Prozessdenke. Erfolgreiche Organisationen haben das verstanden.

Claudia Meier ist Inhaberin von Procedera Consult. Sie verfügt über Organisationserfahrung seit 1988.
Bildnachweis: cacaroot via istockphoto.de