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Platzt die Rentenblase, scheitert die Eurozone

Von Robert Halver - 27. Oktober 2014

Die derzeitige Situation auf den Märkten generiert für Anleger große Risiken. Zu lang ist die Liste der sich an Staatsanleihen bedienenden Länder in Europa. Doch was passiert eigentlich, wenn die Blasen plötzlich platzen?

Anlageblasen gab es bei Edelmetallen, Immobilien oder am Neuen Markt. All das waren jedoch nur Bläschen im Vergleich zur heutigen Mutter aller Blasen an den Zinsmärkten. Seit 1981 wird der Ballon der Staatsanleihen aufgeblasen, ihre Renditen kennen seit 34 Jahren nur den Sinkflug. Als Luftpumpe fungiert vor allem die US-Notenbank, mittlerweile aber auch ihre Ziehtochter, die EZB.
Bislang gab es bei Anlageblasen jedoch nie ein Happy End. Da die Notenbanken immer wieder von Aufblasen auf Absaugen umschalteten, platzen irgendwann alle Blasen.
Da die Liste der in Schuldenschönheit erstarrten Länder länger ist als die Wunschliste von Kindern an Weihnachten, gibt es Staatsanleihen wie Sand am Meer. Als größte Anlageklasse machen sich Anleihen bei allen Kapitalsammelstellen, Versicherungen und Pensionsfonds breit. Da stellt sich doch die frevelhafte Frage, was passieren würde, wenn sich die Geschichte wiederholt und die Notenbanken erneut auf Schubumkehr stellten?

Geht dem Rentenmarkt die Puste aus?
Nein, eher besteigt Prince Charles den britischen Thron. Zwar müssten die Notenbanken sofort den Druck aus der Rentenblase ablassen. Denn die EZB wirft Euro-Ländern – wo sich Reformeifer vor allem als Maulheldentum zeigt – viel zu großzügig billiges und üppiges Geld in den Rachen. Draghi verteilt Blankoschecks für eine ungehemmte Schulden-Wollust zum Zwecke staatlicher Konjunkturfreuden. Unsere Euro-Finanzwelt ist schlaraffenlandähnlich: Obwohl die Schulden der Eurozone immer weiter steigen, sinken die Zinszahlungen durch die überkompensierend niedrigen Renditen immer mehr.
Würden die Zentralbanken die Rentenblase aber tatsächlich entblähen, setzen sie unser gelddrogenabhängiges Welt-Finanzsystem aufs Spiel. An den Zinsmärkten fielen Aschermittwoch und Karfreitag vermutlich auf einen Tag. Haben beim Platzen der Immobilienblase 2008 die Dämme des westlichen Finanzsystems noch geradeso standgehalten, würden sie beim Bersten der Super-Blase Staatsanleihen nicht mehr bestehen können.
Danach würden sich Anleger wie Rehe beim Halali verhalten: Sich verstecken. Ihr Portemonnaie nagelten sie zu. Damit würde
die Schuldenrefinanzierung vieler Länder drastisch erschwert bzw. ihre Schuldentragfähigkeit in die ewigen Jagdgründe eingehen. Unternehmensanleihen nähme man in Sippenhaft. Insgesamt vertrocknete die Konjunkturstimmung wie eine Topfblume, die während der Urlaubsabwesenheit nicht gegossen wurde. Ebenso brächen die für die Weltwirtschaft so bedeutenden Schwellenländer ein, die von massiver Kapitalflucht heimgesucht würden. Das alles weiß auch Frau Yellen: Sie muss ihre zinspolitische Restriktion ab 2015 im Schonwaschgang vollziehen. Die große US-Zinswende halte ich für eine große Mär.
Aufgrund der Happy Hour der Notenbanken werden wir nie mehr wirklich hohe Zinsen bzw. Renditen sehen. Blasenprobleme am Rentenmarkt können wir uns gar nicht mehr leisten.

Drehen Sie sich nicht um, denn der Zinsklau geht um!
Selbst wenn die Rentenblase nicht platzt, sehe ich außer für altruistische Rendite-Hungerkünstler keinen Grund, in Zinsanlagen zu investieren. Nach Inflation und Steuern bleibt weniger als NICHTS übrig. Immerhin, es gibt den heiligen Grundsatz der Portfoliotheorie, wonach Staatspapiere risikolos sind. Schuldner von Staatsanleihen können also nicht pleitegehen. Anleger erhalten ihr Geld zu 100 Prozent zurück. Aber bestätigt sich diese theoretische Heiligkeit von Staatstiteln auch in der Praxis?
Finanzgeschichtlich betrachtet sind Staatsschulden netto nie zurückgezahlt worden. Irritierend ist ebenso, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) immer mal wieder laut über die Gläubigermithaftung bei Staatsanleihen nachdenkt. Bedingungen hierfür könnten sein, dass das Schuldnerland am Kapitalmarkt kein Geld mehr erhält und/oder sein Schuldenstand überbordet. Käme es tatsächlich zu Kuponkürzungen oder -verzichten, Laufzeitverlängerungen oder gar Schuldenschnitten – Blaupause Griechenland – würde aus dem theoretischen Heiligenschein von Staatstiteln ein praktischer Scheinheiligenschein.

Was nun tun, verehrte Anleger?
Diese Risiken stoßen bei deutschen Anlegern auf taube Ohren. Der Deutschen liebstes Kind ist nicht der Lebenspartner, das Auto oder Fußball, nein, sondern das Zinsvermögen. Darin legen sie ihr Geldvermögen zu etwa 80 Prozent an. Staatspapiere z.B. haben wir in Form von Versicherungen, staatlichen und Betriebsrenten bis Oberkante Unterlippe. Soll doch keiner behaupten, wir Deutschen hätten in punkto Altersvorsorge keinen Humor.

Auf einmal könnten die Staatspapiere nichts mehr wert sein.
Von den Notenbanken geht keine Gefahr für das Blasenproblem bei Renten aus. Ähnlich wie im Supermarkt dudelt ihre beruhigende Musik auch am Rentenmarkt den ganzen Tag. Aber wer weiß, was noch kommt? Hätten Sie 2008 erwartet, dass wir dort stehen, wo wir heute stehen? Wenn irgendwann ein schwarzer Schwan unseren Finanz-Weg kreuzt, sollte man wie bei der „Reise nach Jerusalem“ einen sicheren Platz ergattern. Denn in der Vergangenheit erlitt das Zinsvermögen immer wieder das gleiche Schicksal wie die Dinosaurier nach dem Meteoriteneinschlag. Warum sollte sich diese Dramaturgie bei einer theoretisch neuen Krise ändern? Auf einmal könnte ein Staatspapier tatsächlich Papier sein. Warum sich nicht schon heute nach einer passenden, sachkapitalistischen Sitzgelegenheit umschauen? Substanzaktien haben alle Finanzkrisen überlebt.
Übrigens, werden mit geldpolitischem Feuerschutz neue Schulden zur Konjunkturstützung gemacht, hat das zwar nichts mit Stabilität zu tun, aber es kommt Aktien fundamental dennoch zugute. Dem Kursrisiko von Aktien können Anleger mit regelmäßigen Sparplänen in Fonds oder ETFs begegnen. Denn sie haben die Kraft der zwei Herzen: Steigen die Kurse, sind die Anleger vermögender. Fallen sie, erhält man für den gleichen Sparbeitrag mehr Aktienanteile. So kann man längerfristig nicht verhindern, reich zu werden.

Gegen fifty-fifty ist nichts einzuwenden
Aus einem Klumpenrisiko Zinsvermögen sollte kein Klumpenrisiko Sachvermögen werden. Aber gegen eine Aufteilung von mindestens 50:50 ist nichts einzuwenden.
Liebe Anleger, bitte behalten Sie Ihre persönlichen Anlageblasen im Blick!

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