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Steht an den Aktienmärkten ein gewaltiger Bärenmarkt vor der Tür?

Wie lange können Aktienmärkte die negativen Fundamentaldaten ignorieren?

Von Roman Kurevic - 30. Juli 2015

Bildnachweis Vorschaubild: iStock.com/nikamata

Der aktuelle Bullenmarkt an den Aktienmärkten hat eine sehr reife Phase erreicht. Nicht mehr alle Indices und Aktien streben gleichzeitig nach oben, sondern nur noch einige Auserwählte. Auf „gute“ Unternehmenszahlen, erfolgt größtenteils eine Gewinnmitnahmewelle. Insgesamt sind die operativen Unternehmenszahlen eher bescheiden, werden aber durch gigantische Aktienrückkäufe aufgehübscht! Die wirklich guten Zeiten scheinen aber auch hier vorbei zu sein. Selbst die Bullen von CNBC haben diese Praktik hinterfragt und es gibt genug Vorstände, die sehr viel Geld der Aktionäre verblasen haben. Die Verschuldung ist dabei teilweise enorm angeschwollen.

Wenn der Aufwärtstrend brechen sollte, die 13 Monatslinie und das Jahrestief unterboten wird, dürfte eine sehr starke Abgabewelle einsetzen. Ob die FED dann tatsächlich die Zinsen wesentlich erhöht, wird von mir schon länger bezweifelt. Immerhin schiebt man (ebenso wie die BoE) diese seit Jahren vor sich her. Bisher war die Drohung stärker als eine Ausführung. Wenn die Aktienmärkte aber außer Kontrolle geraten sollten, neigen auch Notenbanker zu Panikattacken. Alternativ werden die Fundamentaldaten weiter ignoriert und die Aktienrückkäufe bleiben auf dem sehr hohen Niveau. Die Unternehmen gewinnen Zeit in die ambitionierten Bewertungen hineinzuwachsen. Oft wird auch herausgestellt, dass Aktien relativ gesehen der bessere „Mist“ (Anleihen, Rohstoffe etc. pp.) sind. Bedenken Sie hierbei allerdings: auch der qualitativ allerbeste Mist – bleibt eben nur Mist und wird nicht über Nacht zum Kompost!

Wenn nur noch wenige Hühner Eier legen, jubelt der Bauer trotzdem nicht!

Hier einer der auserwählten Indices, der mit einigen wenigen Aktien nach oben getrieben wird. Der Biotech Bereich hat eine gigantische Superhausse hinter sich, aber auch auf diesem Niveau, sehen die Analysten gewaltiges Potenzial – nach oben versteht sich natürlich von selber!

„FANG“ steht für -> Facebook / Amazon / Netflix / Google  dann wissen Sie auch, wo das Geld der Kleinanleger und Spekulanten hineinfließt. Warum der ein oder andere Großanleger jetzt wohl ausgestiegen ist?!? Denken Sie immer daran: an der Börse ist ein Gewinn erst dann sicher, wenn die Kasse auch tatsächlich klingelt! Die wesentlichen technischen Marken sind hier: erster Warnschuss < 4.200/300 und dann ganz entscheidend die 4.085er Marke. Aus Sicht eines Trendfolgers ist hier zwar noch alles in Ordnung – aber dass die Marktbreite immer weiter abnimmt, ist ganz bestimmt nicht gesund. Sollte eine stärkere Korrektur einsetzen, muss man natürlich mal abwarten, wie diese abläuft. Sollte aber 50 Prozent der bisherigen Bewegung seit 2009 korrigieret werden, stehen die Tiefs aus 2011 auf dem Programm – danach sieht es im Moment aber noch nicht aus. Ein Vorläufer ist der Halbleiterindex SOX in den USA, da dieser sehr früh auf einen Umschwung in der Wirtschaft reagiert. Gerne erwähnt die Bulleria dies, wenn die Aktienmärkte am Boden liegen und eine Initialzündung nach oben benötigt wird. Rauscht dieser Index mal den anderen Indices nach unten vorweg, dann wird dieser Effekt gerne mal unter den Teppich gekehrt. Auch hier ist noch nichts endgültig angebrannt, aber ein echter Haussemodus sieht eben ganz anders aus. Fasten your seat belts and keep your helmets on!    

Wer zu spät einsteigt und keinen STOP LOSS hat, den bestraft der Markt sofort

Wenn wir Börsianer am Abend zu Bett gehen, dann schlackern allen trotzdem die Schlafbux, denn niemand ist sich sicher, wie die Lage an den chinesischen Börsen weiter geht. Dabei ist selbst jetzt der Index in den letzten 12 Monaten immer noch über 70 Prozent im Plus! Da sollte man sich schon mal fragen, ob chinesische Planwirtschaftler einen Reichtumsalgo für alle benutzt haben?! Scheinbar hat man sich viel von den „sozialistischen“ Notenbanken im Westen abgeschaut: „Steigende Kurse für Aktien und Renten sind gut, fallende Kurse sind schlecht!“ Selbst nach dem starken Rücksetzer, wurde noch nichts komplett zerdeppert. Auch ein Markt muss eben mal ausatmen – aber wenn ein Politiker oder Notenbanker es eben besser weiß, dann atmen Sie eben nur noch ein. Unter 3.100/3.200 sieht die Lage dann aber wirklich nicht mehr gut aus. Wie in den USA, sollte man bedenken: es gab massive Käufe auf Kredit, die den Markt mit angefeuert haben! Man wird dadurch zwar schneller reich auf dem Weg nach oben, aber eben auch viel schneller arm, wenn es dann mal wieder bergab geht. Wie beim Rodeln eben! Bedenken Sie immer: der Markt ist gigantisch GROSS – auch wenn Notenbanker und Politiker meinen diesen im Griff zu haben: wenn die Massen anfangen in die „falsche“ Richtung zu laufen, dann wird diese niemand aufhalten können. Einer Horde Wasserbüffel stellt sich auch lieber keiner in den Weg, wenn die erst mal losgelaufen ist – warum sollten Sie also damit anfangen? Das Pulver trocken halten, STOPS beachten und neue Gelegenheiten suchen.

Wenn Sie den Teich austrocknen wollen, dürfen Sie nicht die Frösche fragen!

Fragen Sie einen Broker oder Analysten – es wird nie zu teuer sein irgendeinen Markt oder eine Aktie zu kaufen. Außer ein Bärenmarkt ist durchs Land gezogen. Wie viele Analysten oder Broker empfehlen momentan z.B. Gold- oder Ölaktien? Machen Sie eigene Hausaufgaben, am besten in der Branche in der Sie arbeiten und alle Konkurrenten kennen! Leider wollen die meisten dort investieren, wo es keinen Vorteil für sie gibt!

Alternativ sollten Sie sich an der Trendfolge orientieren, dies hat außer der positiven Rendite noch folgende Vorteile:

  1. Niemand quakt den ganzen Tag vor dem Fenster
  2. Sie brauchen keine Nachrichten mehr lesen oder hören
  3. Ihre Lebensqualität erhöht sich, da Sie mehr Zeit haben
  4. Verlierer werden systematisch verkauft und nicht wenn alle Frösche gleichzeitig zum Exit quaken!
  5. Gewinne schwellen weiter an, Verluste werden überschaubar

Viel Erfolg und schnallen Sie sich an.

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