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„Das Smartphone als zentraler Punkt der Shopping Experience“

Die UMT AG hat die Bezahltechnologie hinter Payback Pay entwickelt. Die Münchner könnten mit ihrer Technologie den Handel revolutionieren. Wir sprachen mit Erik Nagel darüber, wo die Reise im Mobile Payment insgesamt hingehen könnte.

Von Philipp Scherber - 20. September 2016

Die Technologie der UMT bietet eine vollintegrierte Plug-and-Play-Lösung für Zahlung, Loyalty und Couponing über das Smartphone.

BANKINGNEWS: Was bedeutet die neue Bezahlfunktion von Payback via Smartphone für den Payment-Bereich?

Erik Nagel: Es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, ein einheitliches Verfahren bei einer Vielzahl von Händlern einzusetzen und dem Endkunden zu ermöglichen, mit einer App und einmaliger Administration bei vielen Händlern zu bezahlen. Das ist ja eines der Haupthindernisse: Man muss als Endnutzer für jeden Anbieter eine App vorhalten, und in jeder dieser Apps einzeln seine Daten vorhalten. Daher ist es jetzt umso wichtiger, die Verbreitung weiter im Markt auszudehnen, sodass Endkunden mit nur einmaligem Setup flächendeckend bezahlen können. Dies kann der Handel durch unseren White-Label-Ansatz einfach, kostengünstig und zeitsparend umsetzen. Unsere Technologie hat den Charme, dass Endkunden die Möglichkeit haben, mit dem Smartphone an der Kasse, online, von Litfaßsäulen, aus Werbeanzeigen oder aus Katalogbeilagen Waren auszusuchen, zu bezahlen und geliefert zu bekommen, und dabei noch Coupons freizuschalten oder Bonuspunkte zu sammeln. Wir stehen wie kein anderes Unternehmen für den Connected Commerce, d.h. wir integrieren alle Vertriebskanäle eines Händlers, erschließen neue und machen das Smartphone zum zentralen Punkt der Shopping Experience.

Wie schätzen Sie die Akzeptanz der neuen Funktion bei den Kunden ein?

Mobiles Bezahlen werden Endkunden nur akzeptieren, wenn es flächendeckend funktioniert, ohne Zusatzaufwand und so einfach wie mit Karte oder Bargeld. Das erfordert eine möglichst hohe Fungibilität und eine höchst einfache und einheitliche Administration, ergänzt durch echte Vorteile. Loyaltyanmeldung durch einfachen Klick in der App, Wahrnehmung von Rabatten, gezieltes Suchen nach Vorteilen, und das alles ohne Papier- oder Plastikkarten im Portemonnaie. Wir sind überzeugt, die beste Möglichkeit zu bieten, in dem wir über den gesamten Handel hinweg eine einheitliche Technologie anbieten, die als eigene App oder SDK im Hintergrund laufen kann. Damit ermöglichen wir dem Händler einen eigenen Außenauftritt, machen die Administration im Hintergrund aber sehr einfach. Entscheidend ist doch: Mit wie vielen Smartphone-Apps möchte ein Nutzer bezahlen? Wie viel Aufwand entsteht ihm? Und bekommt er einen Mehrwert dadurch, dass er statt mit Bargeld oder Karte mit der App bezahlt?

Erik Nagel ist seit 2013 im Management der Münchner UMT AG und dort u.a. für Key Account Management zuständig. Durch seine familiäre Herkunft dem Textil-Einzelhandel nah hat er an dem Konzept einer vollintegrierten mobilen Anwendung für den Handel entscheidend mitgewirkt. Der Absolvent der European Business School absolvierte Stationen als Unternehmensberater und Banker, u.a. bei der Deutschen Bank, der WestLB und Sal. Oppenheim.
Erik Nagel ist seit 2013 im Management der Münchner UMT AG und dort u.a. für Key Account Management zuständig. Durch seine familiäre Herkunft dem Textil-Einzelhandel nah hat er an dem Konzept einer vollintegrierten mobilen Anwendung für den Handel entscheidend mitgewirkt. Der Absolvent der European Business School absolvierte Stationen als Unternehmensberater und Banker, u.a. bei der Deutschen Bank, der WestLB und Sal. Oppenheim.

In welchem Verhältnis wird Payback zu anderen Mobile-Payment-Anbietern stehen? Apple, Google, Samsung oder PayPal sind ja auch als große Player am Start.

Wir glauben, dass der Markt groß genug ist für mehrere Player. Die von Ihnen genannten haben aber auf der Endkundenseite einen Nachteil: Sie sind Gefangene ihrer eigenen Plattform. Apple Pay funktioniert nicht auf Android, Samsung nur auf Samsung, PayPal nur online. Wir sind bewusst mit der Strategie angetreten, keinen Endkunden auszuschließen. Und damit ist es nicht getan, denn die viel größere Hürde ist der Zugang zu den Kassensystemen. Hier liegt unser Wettbewerbsvorsprung: Wir verfügen durch unsere Protokolle und Schnittstellen über einen einzigartigen Zugang zu den meisten im Einsatz befindlichen Kassensystemen. Keiner der genannten Mitbewerber hat eine vergleichbare Position.

Warum werden gerade den Firmen, die eigentlich ein anderes Business haben, die größten Erfolgschancen prophezeit? Warum mischen ganz vorne keine Banken, Finanzdienstleister und Fintechs mit?

Ich halte wenig davon, gleich in den Abgesang etablierter Unternehmen einzustimmen, nur, weil ein paar Fintechs mit einem auf den ersten Blick interessanten Geschäftsmodell oder innovativen Ideen daherkommen. Natürlich wird durch das Smartphone eine Vielzahl von Geschäftsmodellen erheblich herausgefordert. Wir sehen die Auswirkungen ja bei UBER oder AirBnB und natürlich auch im Fintech-Bereich. Allerdings wird es weiterhin Taxizentralen geben, und genauso werden auch Banken beginnen, die Bezahlung mit der Onlinebanking-App als Bestandteil des Mobile Banking zu verstehen.

„Technologie von Use Case abhängig“

Wo wird die Reise im Mobile Payment insgesamt hingehen? Welche Technik hat das größte Potenzial? Der QR-Code wie bei Payback, NFC, HCE oder vielleicht etwas ganz Anderes?

Wir sind davon überzeugt, dass die Trigger-Technologie ausschließlich vom Use Case und der vorhandenen Infrastruktur abhängt. Hat ein Händler NFC-fähige Terminals eingeführt, ist es sinnvoll, mobil mittels NFC-Schnittstelle zu zahlen. Oder etwa im öffentlichen Personennahverkehr, wo die Auslösung der Schranke sehr schnell und meist offline erfolgen muss. Hat der Händler entsprechende Handscanner, lösen wir die Zahlung mittels eines auf dem Smartphone dargestellten QR-Codes aus. Will man es seinen Kunden ermöglichen, von Plakatwänden, aus Katalogen oder Zeitungsanzeigen heraus Waren zu kaufen, ist wiederum das Scannen eines QR-Codes durch das Smartphone sinnvoll. Und wieder andere Einsatzbereiche, etwa die Gastronomie, erfordern WLAN oder Bluetooth. Insgesamt ist das für uns keine Diskussion mehr. Wir lassen die Auswahl automatisch und intuitiv erfolgen, der Endkunde muss das nicht mühsam auswählen.

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