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Display-TAN: Die Zukunft des Online- und Mobilebanking?

Sicher, schnell und komfortabel – so klingen die Wünsche von Bankkunden, wenn es um Online- und Mobilebanking geht. Doch bis dato bietet keine Bank ihren Kunden ein Produkt, dass alle Komponenten vereint.

Von Anna Stötzer - 07. April 2016

Egal, ob Chip-TAN, SMS-TAN, App-Tan oder die gute alte TAN-Liste – keine dieser Möglichkeiten der TAN-Erzeugung ist sicher, schnell und bequem zugleich. SMS- und App- TAN sind nicht sicher, weil ein Smartphone leicht von Schadsoftware befallen sein kann. Sie sind aber bequem, besonders in puncto Mobilebanking. Die gute, alte TAN-Liste trägt wohl kein Kunde mit sich spazieren, wenn er auf dem Weg von Termin zu Termin ist. Die Sicherheit ist dabei auch relativ. Denn nur, wer die Liste gut unter Verschluss hält, ist geschützt vor Einbrechern oder Verlust. Doch warum gibt es auf dem deutschen und auch internationalen Markt kein Produkt, das den Wunsch nach Mobilität, Schnelligkeit und Sicherheit gleichermaßen erfüllt?

In Zeiten des digitalen Fortschritts dürfte die Entwicklung eines solchen innovativen TAN-Verfahrens rein technisch doch kein Problem darstellen. Ist es vielleicht ein illusorischer Gedanke oder bahnt sich die Lösung allmählich den Weg zu den Banken und dadurch zu den Kunden? Zurzeit sieht es nach Letzterem aus. Jüngst zu sehen beim Fintech Pitch des Next Generation Payment Kongress in Köln. Dort gewann im Januar Bernd Borchert beim Fintech-Spacerace des BANKINGCLUB den Publikumspreis.

Drei Wünsche, eine Lösung?

In Zusammenarbeit mit einer Forschungsgruppe der Universität Tübingen hat Borchert mit seiner Firma an einer Lösung gearbeitet, die den Wunsch nach Sicherheit, Mobilität, Schnelligkeit und Bequemlichkeit zusammenführen soll: Display-TAN.

„Display-TAN ist ein TAN-Generator für das Online- und Mobilebanking, der in die Bankkarte eingebaut ist. Das heißt: Sie haben ihre Bankkarte, auf der sich zusätzlich ein kleines Display und zwei kleine Knöpfe befinden. Über das eingebaute Display bestätigt der Kunde später die geplante Transaktion. Der TAN-Generator an sich ist also so flach, dass er in die Bankkarte passt. Seit rund einem Jahr gibt es auch schon solche Karten, die so dünn sind wie normale Smartcards“, erklärt Borchert.

Die Sicherheit spielt sich auf der Display-TAN-Karte ab

Alle wichtigen und relevanten Prozesse spielen sich auf der Karte ab. Hier wird der geheime Schlüssel gespeichert und die TAN generiert. Das Spezielle an Borcherts Karte, sie hat zusätzlich Bluetooth integriert. Hiermit wird eine Verbindung zwischen der Display-TAN-Karte und dem mobilen Endgerät, das für Onlinezahlungen verwendet wird, hergestellt. „Für die Erzeugung der TAN gehen sie via Bluetooth auf die Karte. Bluetooth ist nur ein Mittel zum Zweck. Auch die Bluetooth-Übertragung ist verschlüsselt“, sagt Borchert.

Er und sein Team stufen alle mobilen Endgeräte als unsicher ein. Dies widerspricht trotz Faktenlage der Einstellung vieler Banken, die besonders im Hinblick auf Mobilität ihren Kunden zunehmend Lösungen für Onlinebanking und -payment anbieten, die Smartphone basiert sind. Hierbei wird das Smartphone, das von Schadsoftware befallen und  leicht ausspioniert werden kann, zum Sicherheitsgerät im TAN-Verfahren. Dafür kann der Kunde jedoch jederzeit und aller Orts Online- und Mobilebanking betreiben.

Kostenfaktor für die Banken

Laut Borchert liegt der Übergang von Banken zu diesem unsicheren Verfahren aber auch am Kostenaspekt: „Die Banken müssen schließlich nur die einmalige Entwicklung der Software bezahlen. Der Preis ist hierbei zehnmal geringer als der eines Hardware-TAN-Generators.“ Display-TAN würde, ähnlich wie andere Hardware- TAN- Generatoren, zwischen vier und fünfzehn Euro kosten. Borcherts TAN-Verfahren wäre aber auch überall auf der Welt einsetzbar: „Sie haben ihr Smartphone oder Tablet immer mit auf Reisen oder einfach zuhause. Sie loggen sich auf dem entsprechenden mobilen Endgerät via Internet ein und müssen nur noch ihre Bankkarte aus der Tasche holen, um eine Überweisung durchführen zu können.“

Bis Display-TAN auf dem deutschen und vielleicht sogar auch internationalen Markt implementiert wird, kann es noch eine Weile dauern. Schließlich muss sich durchsetzen, dass auch bei TAN- Verfahren eine höhere Investition einen großen Nutzen trägt. „Diese Karte hat solche Vorteile im Vergleich zu anderen Verfahren.  Vielleicht reichen die Argumente irgendwann aus, um die Karte wirtschaftlich einen Erfolg werden zu lassen“, hofft Borchert.

Dr. Bernd Borchert  ist seit 2013 Geschäftsführer von Display-TAN und doziert an der Uni Tübingen. Er promovierte in Mathematik und hat einen M.A. in Computer Science.

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