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Out of Office – Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen

Von Christian Grosshardt - 15. Juni 2015

Autoren: Elke Frank, Thorsten Hübschen

Euro:19,99

272 Seiten, Softcover

ISBN: 978-3-86881-582-5

Redline Verlag, München

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Morgens, acht Uhr in Deutschland: Sie erscheinen im Büro, holen Ihren Laptop aus der Tasche und legen Ihr Smartphone auf den Schreibtisch. Nun ist es Zeit zu arbeiten! Doch bei all diesen Utensilien sei die Frage erlaubt: Muss ich dafür acht Stunden im Büro sein?
Elke Frank und Thorsten Hübschen sind beide für Microsoft Deutschland tätig und gehen genau dieser Frage auf den Grund. Dabei zeigen sie ebenfalls auf, an welchen Stellschrauben Unternehmen demnächst drehen müssen, um für das digitale Wirtschaftswunder gewappnet zu sein. Denn viele Bewerber erscheinen zu ihren Vorstellungsgesprächen bereits mit der zentralen Frage: „Wie steht es um flexible Arbeitszeiten?“ Wer darauf als Unternehmen keine Antwort habe, der sehe laut den Autoren in der Folge ziemlich alt aus. Die beiden verstehen ihr Buch als „einen Navigator in die Arbeitswelt von morgen. Und zwar in erster Linie für Wissensarbeiter.“ Denn gerade diese Sorte Arbeitsnehmer sei nicht länger an einen  Ort zu binden, so dass man bei Microsoft die Präsenzpflicht seit geraumer Zeit aufgehoben hat. Legitimiert ist diese Entscheidung durch die Beraterlegende Peter F. Drucker, der Wissensarbeiter treffend als Menschen definiert, die autonom agierten und ihre Zeit selbst managten. Alles andere würde die Kreativität deutlich einschränken. Insofern sei laut Elke Frank und Thorsten Hübschen die grundlegende Neugestaltung der Arbeitswelt von fundamentaler Bedeutung.

Anwesenheit kein Indikator für Qualität der Arbeit

Aus eigener Erfahrung sprechen die beiden Autoren von Mitarbeitern, die vollkommen übermotiviert über die Flure rennen, um dem Chef ihre Anstrengungen zu suggerieren. Doch die Anwesenheit eines Mitarbeiters weit nach 22 Uhr ist noch lange kein Indikator für die Qualität der verrichteten Arbeit. Gerade Wissensarbeit sei keine Routinearbeit, „weil Wissensarbeit Grundlagen für Neues schafft – für neues Wissen“. Infolgedessen bezeichnen die Autoren eine solche Form der Arbeit als Prozess.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Unternehmen selbstverständlich in der Findung des richtigen Kommunikationsmodus – und damit sind nicht 300 Mails pro Tag mit der Status-Abfrage gemeint. Das Modell „Nine-to-five“ existiert nicht mehr, wie Frank und Hübschen betonen. Jeder aus dem Team könne sich „wann immer er will, die Zeit nehmen, ein paar Stunden, einen halben Tag, um sich irgendwo hinzusetzen, in ein Café, in den Englischen Garten – und denken“. Moralisch sind diese sich häufenden Beispiele aus dem Hause Microsoft nicht verwerflich, da sich die Autoren als Angestellte dieses Hauses auszeichnen, jedoch können die alles andere als subtilen Formulierungen, – oder sind es Glorifizierungen? – der Unternehmensstruktur nach einiger Zeit etwas nerven. Das Buch hat den Anspruch, eine exemplarische Perspektive zu liefern. Allerdings ist diese stark von den subjektiven Eindrücken der Autoren geprägt. Unterkapitel wie „Und wie war das bei Thorsten Hübschen“ unterstreichen diesen Eindruck.

Face-to-Face-Treffen bleibt Konstante

Trotz der oftmals einseitig anmutenden Einblicke in die Welt von Microsoft Deutschland, geben Elke Frank und Thorsten Hübschen interessante Anregungen, wie die Zukunft des Arbeitens aussehen könnte. Zwar gelten für die beiden Präsenzzeiten der Vergangenheit an, doch kann das Virtuelle nicht immer ein Face-to-Face-Treffen ersetzen. In diesem ambivalenten Gefüge aus alten Methoden und den neuen Möglichkeiten, die uns Investitionen in die digitale Infrastruktur erlauben würden, sehen Frank und Hübschen die neue Arbeitswelt. Was diese von der alten unterscheidet? „Sie ist vernetzter!“ Deutschland sei in diesem Zusammenhang aber noch ein weites Stück von anderen Ländern entfernt. Gemeint sind der immer noch schleppende Ausbau des Glasfaserkabelnetzes oder auch der Diskurs „digitale Bildung“. Somit könne es bei uns noch keine zuverlässige und performante digitale Infrastruktur geben.
In vielen Branchen ist es mittlerweile Praxis, dass Mitarbeiter über verschiedene Mobile Devices ihre Arbeit verrichten, ohne auch nur einmal pro Woche ins Büro zu kommen. Elke Frank und Thorsten Hübschen zeigen für den Leser anhand der eigenen Erfahrungen Lösungsansätze für die Neuausrichtung der Arbeitswelt auf. Weg von der Käfighaltung, die man aus US-Büros in den sogenannten „Cubicles“ kennt und hin zu einem entmechanisierten Arbeitsalltag. Das klingt schon ein bisschen nach Revolution. Allerdings hinkt Deutschland mal wieder etwas hinterher.

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Gabriele Hauptmann