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Schönfärberei

Von Redaktion - 05. November 2013

Öko ist im Trend, Bio wird immer populärer und Fair-Trade ein Muss. Zahlreiche Unternehmen unterstützen die Welt mit grünen Projekten. Diese seien nachhaltig und ethisch korrekt. Doch die Natur hat zumeist wenig davon.

„Die ganze Welt ist eine Bühne“ hat William Shakespeare einst gesagt. Das heißt nichts anderes, als das sich jeder Mensch stets inszeniert, um möglichst positiv aufzufallen. „Sein Leben lang spielt jeder manche Rollen.“ Unternehmen, insbesondere große Konzerne spielen mit. Sie spielen die Rolle der grünen, nachhaltig orientieren Gutmenschen, die mit ihrem Gewinn wohltätige, ökologische Projekte unterstützen. Sie reden zumindest darüber und die Medien berichten. Ein grünes Licht fällt auf die vielen Konzerne. Und die Natur? Der Kampf gegen die globale Erderwärmung und schmelzende Polarkappen, globale Umweltverschmutzung durch Plastikmüll, globale Armut und Zwangsarbeit scheint erledigt. Mitunter wurde der Kampf gar nicht erst in Angriff genommen. Viel Gerede um nichts.

Nachhaltigkeit zahlt sich für Mensch und Umwelt aus. Das wissen auch die großen Konzerne, für die Nachhaltigkeit mehr ein strategischer Wettbewerbsfaktor ist, als gelebte Unternehmensphilosophie. „Nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen sind wirtschaftlich erfolgreicher und entdecken auch eher neue Geschäftsfelder für sich“, weiß Gabriele Rauße, Geschäftsführerin bei TÜV Rheinland. Allerdings müssen die nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen gewisse Anforderungen beachten, zu denen soziale Verantwortung, Umweltschutz und Energie, Gesundheitsschutz und die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben zählen. Unternehmen müssen schließlich nachweisen, dass Nachhaltigkeit ernsthaft umgesetzt wird. Oftmals ist es nur leeres Geschwätz.

Hinter die grün gestrichene Fassade kann man leicht schauen. Das als ökologisch orientierte verkaufte Verhalten ist als Greenwashing bekannt. Es wird versucht, die beschmutze Weste reinzuwaschen, natürlich nur mit ökologischen, fair gehandelten Naturprodukten. Doch Greenwashing ist bewusste Verbrauchertäuschung. Die Unternehmen spielen vor, besonders ökologisch und ethisch korrekt zu handeln, erwecken das Vertrauen der umweltbesorgten Konsumenten. Sie sagen, sie tun Gutes. Sie vergessen jedoch, dass Gute zu tun.

Auf Zeit Online wurde berichtet, dass manch ein Hersteller von Luxusuhren gerne seine Werbekampagnen mit Aussagen würzt die „unseren Planeten schützen“. Aus den Verkaufserlösen der kostbaren Uhren werden Anteile für die Finanzierung der Umweltprojekte verwendet. Die Anteile sind, gelinde gesprochen unauffällig. So heißt es im Artikel, dass grob gerechnet 0,002259 Prozent der Umsätze für die Rettung der Weltmeere und Co. genutzt werden. Das reicht bei Weitem nicht, um sich als nachhaltiges Unternehmen zu bezeichnen. Das ist die scheinheilige weiße Weste.

Noch durchtriebener ist McDonald’s. Mit dem Wechsel vom Rot zum nun umweltfreundlichen Grün als Hintergrundfarbe im Logo will der Fast Food Konzern zeigen, wie nachhaltig orientiert er ist. Berichtet wurde außerdem, dass man die Filialen ökologisch optimieren will mit energieeffizienter Beleuchtung und Wärme, die zur Beheizung aus Abluft gewonnen wird. Im Hintergrund fördert der Konzern den Konsum von Fleischprodukten, für deren „Erzeugung“ die Futterpflanze Soja angebaut wird, die wiederrum die Zerstörung von Regenwald-Flächen mit sich bringt. Außerdem produzieren sie Unmengen an Verpackungsmüll und kurbeln die Massentierhaltung mit Antibiotika an. Das ist nur eines der zahlreichen Beispiele. Lebensmittel werden mit gefälschten Bio-Siegeln verkauft, Supermärkte und Modemarken betreiben Fair-Trade-Kampagnen, lassen ihre Produkte aber unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen fertigen. Bilanz: wenig nachhaltig.

Auch Banken tappen in die Greenwashing Falle. Viele werben mit grünen Geldanlagen, finanzieren aber hauptsächlich Atomkraftwerke und Waffenschmieden. Die Deutsche Bank führt landesweit die Rangliste der scheingrünen Charts. Für die Finanzierung von Atomkraftwerken lässt die Bank 7,8 Millionen springen (und steht damit weltweit auf Rang 7 hinter einer Japanischen Entwicklungsbank, die Hauptinvestor für die dortigen Atomkraftwerke ist). Sie wirbt aber damit, dass das DESERTEC-Projekt unterstützt wird, mit dem zukünftig Solar-Strom aus der Wüste nach Europa transportiert werden soll. Und angeblich sind die Deutsche Bank Türme die umweltfreundlichsten Hochhäuser der Welt. foodwatch hat die Deutsche Bank und anderen Investmentbanken schon lange auf dem Kieker. Der gemeinnützige Verein bemängelt, dass die Banken mit Agrar-Rohstoffen an der Börse spekulieren, wodurch die Preise für Nahrungsmittel drastisch steigen und Menschen in armen Ländern an Hunger leiden.

Die Schweizer Bank UBS förderte indes Zwangsarbeit im Irak in dem sie die Gesellschaft, die dafür verantwortlich ist, finanziert. Darüber hinaus gewährte sie weiteren Firmen in Dritte-Welt-Ländern, die die Menschrechte verletzen Kredite in Millionenhöhe. Auf der Homepage wird allerdings den nachhaltigen Bestrebungen ein langer Text gewidmet. Die Bank hebt unter anderem ihr Umwelt- und Sozialrisikomanagement hervor. Sie hat sich dem Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil) angeschlossen sowie weiteren „Organisationen, die sich mit Themen von großer gesellschaftlicher Bedeutung befassen, unter anderem der European Venture Philantrophy Association“. Wie viel Geld für das philanthropische Projekt beigesteuert wird, ist nicht bekannt.

Hauptsache man steht da, als täte man etwas. Eben diese Einstellung fliegt früher oder später auf. Mittlerweile verkaufen sich Banken unter ethisch korrekten Namen: Die Ethikbank und die Umweltbank wollen so viele Ökoprojekte wie möglich realisieren. Wie viele genau, ist unklar. Die Aussage, „so viele wie möglich“ ist interpretierbar. Die Zahl der Umweltprobleme ist größer, als die tatsächliche Bereitschaft aller Unternehmen der Welt, diese zu beseitigen. Das leere Geschwätz ändert nichts daran. All diese Nachhaltigkeitsbestrebungen sind nicht im grünen Bereich.

Foto von dmitroza – www.istockphoto.de

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