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Zeiten des Wandels

Von Christian Grosshardt - 23. September 2014

Für viele Banken wird es auf kurz oder lang sehr eng. Um die Verdrängung aus der Branche zu verhindern, bedarf es einer Anpassung an die Bedürfnisse der Zeit.

Die Bankbranche muss sich seit einigen Jahren einer großen Problematik stellen: Es besteht kaum noch Wachstum auf dem Markt. Immer wieder fällt der Begriff „Verdrängungsmarkt“. Ob dies das richtige Schlagwort ist, wage ich zu bezweifeln, denn wenn keines der deutschen Geldinstitute die Zeichen der Zeit erkennt, geht es nicht mehr darum, wer wen verdrängt. Hier wird nicht „die Reise nach Jerusalem“ gespielt, so dass der freigewordene Platz im Zweifel frei bleibt. Gegeben falls werden deutsche Unternehmen von der internationalen Konkurrenz verdrängt. In einer globalisierten Welt stellt das keine logistischen Probleme mehr dar. Banken müssen sich den Zeichen der Zeit öffnen und ein gewisses Maß an Empathie an den Tag legen, um die Tendenzen des Marktes für einen gewinnbringenden Mehrwert zu nutzen.

Druck, Druck, Druck

Ein Fakt, den wohl kein Banker derzeit negieren möchte, ist: Sowohl Bankangestellte als auch ihre Arbeitgeber verspüren gegenwärtig einen enormen Druck. Die Auswirkungen des Internets und die zunehmende Automatisierung, die sich generell unter dem Begriff „Digitalisierung“ zusammenfassen lässt, stellt die Branche immer wieder vor große Herausforderungen. Dies zeigt sich etwa im Bereich der Qualifikationen: Während Automatisierung in jeder Branche mit ein Grund für Stellenabbau ist, bedeutet es im Umkehrschluss ein höheres Maß an Kompetenz für die „verbliebenen“ Mitarbeiter. Ein Bankangestellter im 21. Jahrhundert ist nicht mehr mit seinem Äquivalent von vor 40 Jahren zu vergleichen.

Schlechtes Image

Egal, wie groß das wirkliche Interesse eines Bankberaters am Wohlergehen seines Kunden ist, das Image verharrt konstant auf einem suboptimalen Niveau. Viele Menschen sehen vor sich nur den Verkäufer, der wie jeder im Vertrieb, nur seine Produkte an den Mann bringen will. Dieser Eindruck schafft keine Vertrauensbasis und somit auch keine Zusammenarbeit, die beide Seiten wirklich zufrieden stellt. Manche Bürger neigen sogar zu dem Denken, dass Banken in einen Haufen doloser Geschäfte verwickelt sind, nur um sich im Endeffekt selbst zu bereichern. Die Geldinstitute gehen zwar mit entschiedener Härte gegen diese Tendenzen vor, allerdings ist der gemeine Bürger auch ein Profi im Ignorieren von solchen Vorgängen. Etwas zu hören, was man hören will, fällt leider grundsätzlich leichter als umgekehrt. Hier liegt der Hund begraben: Es muss diesbezüglich ein fairerer Umgang geschaffen werden. Diese Idee erweist sich jedoch als schwerlich umsetzbar, wenn man sich die gegebenen Standards der hiesigen Pressearbeit anschaut: Negative Schlagzeilen verkaufen sich in der Regel besser als positive Nachrichten. Banken dürfen und müssen in diesem Zusammenhang weniger Angriffsfläche bieten. Sicherlich wird kein Boulevardblatt über die hervorragende Kundenberatung eines Bankers einen großen Artikel schreiben. Dies ist jedoch besser als eine Nachricht über die katastrophale Beratung eines Privatbankers, der den Kunden in den Ruin treibt.

Evolution für eine Revolution

Institutsübergreifend sind sich Banken über ihre Vorgehensweise gegen ein schlechtes Image einig. An dieser Stelle sei die Weißgeldstrategie nur als Stichwort genannt. Für die Anpassung an den zeitlichen Wandel kann es für die Banken nur eine Formel geben: Für eine Revolution muss zunächst Evolution her. Das bedeutet im Klartext: Die Einrichtungen und ihre Mitarbeiter müssen sich weiterentwickeln, um den Kunden entsprechend seiner Bedürfnisse bedienen zu können. Mitarbeiter müssen sich an das erhöhte Anforderungsprofil anpassen. Geht man diesen Weg nicht, könnte man schnell unter die Räder kommen.

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