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Mobile Payment nimmt Fahrt auf – Doch kommen Banken hinterher?

Von Olaf Taupitz - 23. Mai 2015

Der Siegeszug des Mobile-Payment ist nicht mehr aufzuhalten. Das Marktvolumen alleine für Bezahl-Apps wird auf über eine Milliarde Euro jährlich geschätzt. Banken haben diesen Markt komplett anderen überlassen.

Es ist noch nicht lange her, seit Apple mit seinem Bezahlsystem Pay die Welt der Finanzdienstleister in Aufruhr versetzte. Nun hat die Konkurrenz nachgezogen: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona Anfang März stellten sowohl Samsung als auch Google ihre Pläne vor. Der „kreativen“ Namensgebung von Apple folgend tauft Samsung seinen im Sommer in den USA und Südkorea startenden Bezahldienst ebenfalls schlicht „Pay“. Google arbeitet an einer Plattform, die allen Herstellern von Geräten mit einem Android-Betriebssystem die Integration eines Bezahldienstes erlauben soll. „Android Pay“ soll es heißen. Auch andere Big Player bringen sich in Stellung: Der Bezahldienst PayPal kaufte jüngst den Dienstleister Paydiant, der eine Bezahlplattform für Wal-Mart und andere US-Einzelhändler betreibt. Und neben Apple, Google, PayPal oder Samsung wollen nicht zuletzt dutzende kleinere FinTechs ihre Zahlungssysteme als Standard etablieren. Doch welche Rolle spielen die deutschen Kreditinstitute? Die Bankenlandschaft sieht sich zusehends unter Druck und es drängt sich die Frage auf: Kommen die Banken beim Mobile Payment noch hinterher?

Man darf auf Kooperationsbereitschaft gespannt sein

Es wird Zeit, den Finger in die Wunde zu legen: In der Vergangenheit waren sich deutsche Banken selten einig. Statt einheitliche Ansätze zu verfolgen und gemeinsam zukunftsfähige Bezahlsysteme zu entwickeln, wurden lediglich Insellösungen geschaffen. In vielen Fällen waren und sind diese zudem noch am Kundenbedürfnis vorbei entwickelt. Auf echte Innovationen warten Bankkunden hierzulande bis heute. In den USA kooperieren inzwischen 80% der wichtigsten Banken mit Apple Pay und partizipieren zumindest indirekt an einem erfolgsversprechenden Mobile Payment-Modell.  Sie erlauben Apple Zugriff auf ihre herausgegebenen Kreditkarten und die Bankkunden können entscheiden, ob sie ihre Kreditkarte der Apple Wallet hinzufügen. Da Apple Pay und Android Pay aller Voraussicht nach gegen Ende dieses Jahres auch in Europa starten, darf man schon heute gespannt sein, wie die Kooperationsbereitschaft vor allem der deutschen Banken aussehen wird.

Mobile Payment ist Milliardengeschäft

Zu lange wurde Mobile Payment in Deutschland als nettes Zusatzangebot gesehen, nicht als das, was es eigentlich ist: ein Milliardengeschäft. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens Forrester Research werden schon in vier Jahren allein in den USA Zahlungen von rund 142 Milliarden Dollar über mobile Geräte abgewickelt. Dies würde knapp eine Verdreifachung des jetzigen Volumens bedeuten. In Deutschland wird von den zögernden Kreditinstituten noch immer auf die fehlende, doch für den massenfähigen Markt benötigte Infrastruktur stationärer Akzeptanzstellen verwiesen. Zudem wird den deutschen Kunden nachgesagt, sich ohnehin nicht vom Bargeld oder der Giro-Karte trennen zu wollen. Eine Studie von PwC aus dem letzten Jahr lässt jedoch erahnen, dass auch hierzulande Mobile Payment mittel- und langfristig nicht aufzuhalten ist. Für 2020 rechnen die Wirtschaftsprüfer mit einer Kundenbasis für mobile Bezahlsysteme von rund 11 Mio. Deutschen. Das Marktvolumen für Bezahl-Apps wird pro Jahr auf rund 1 Milliarde Euro geschätzt.

Mobile Payment muss einen Mehrwert bieten

Da die Banken das Thema Mobile Payment zu lange verschlafen haben, können andere Unternehmen nun ihren Entwicklungsvorsprung nutzen: Von Internetriesen über Kreditkarten-Netzwerke bis zu Mobilfunkern oder Startups. Vor allem FinTechs wie cashcloud haben schnell verstanden, dass es nicht reicht, beim Bezahlen einfach nur das Bargeld oder die Karte durch das Smartphone zu ersetzen. Mobile Payment muss den Kunden einen Mehrwert bieten! Vielversprechend ist hier die sogenannte Mobile Wallet oder eWallet, die mehrere Service-Angebote in einem virtuellen Geldbeutel zusammengefasst. Mit cashcloud können Nutzer in Onlineshops und an der Ladentheke bezahlen sowie ihren Freunden einfach Geld senden. Zudem können in die App Kaufempfehlungen, Coupons oder Cashback-Aktionen integriert werden, die dann wiederum den Gang zum Händler anstoßen sollen. Gerade diese Zusatznutzen, die über die einfache Bezahlfunktion hinausgehen, werden am Ende auch hierzulande Kunden und Händler restlos von Mobile Payment überzeugen.

Für Banken ist der Zug abgefahren

Doch was ist mit den Banken? Mit ihren vorhandenen Infrastrukturen und Zahlungsdienstleistungen können sie theoretisch einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung leisten. Voraussetzung dafür sind jedoch nicht in erster Linie neue Produkte oder Kommunikationswege, sondern eine grundsätzliche Neuorientierung. Es gilt bestehende Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten mit ganzer Konsequenz in das digitale Zeitalter, in digitale Anwendungen und Instrumente zu überführen. Erst dann wird ein volldigitalisiertes Retailbanking mit zeitgemäßen Finanzprodukten möglich. Für eine führende Rolle im Mobile Payment könnte ein solches Umdenken allerdings schon zu spät kommen. Insgesamt fehlt es auch an einer europäischen Strategie und Zusammenarbeit der Banken. Im Vergleich zu den USA, wo die großen Netzwerke Mastercard, Visa und Amex geboren und weltweit gewachsen sind, gibt es selbst Antworten aus Japan (JCB) und nun auch China (UnionPay). Europa hat es versäumt, ein eigenes Kredit- und Debitkarten-Netzwerk zu kreieren. Der Siegeszug der US-Firmen insbesondere im digitalen Zahlungsmarkt scheint uneinholbar.

Bildnachweis: scanrail via istockphoto.de

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