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Jenseits der Stille

Von Redaktion - 16. Oktober 2012

Ständige Erreichbarkeit wird in der Unternehmenswelt vorausgesetzt. Wenn Kommunikation zur Sucht wird.

„Feierabend habe ich, wenn ich tot bin.“ Mit der Verbreitung von Smartphones, Tablets, Notebooks und Cloud Diensten, fällt es immer mehr Berufstätigen schwer in ihrer Freizeit abzuschalten. Das Handy piept auch am Feierabend, am Wochenende und sogar im Urlaub. Dem Index des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für „Gute Arbeit“ zufolge müssen 60 Prozent der Arbeitnehmer auch in ihrer Arbeit erreichbar sein, 33 Prozent sogar oft oder sehr oft.
Eine andere Umfrage ergab, dass sogar 88 Prozent der Berufstätigen außerhalb ihrer regulären Freizeit für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte erreichbar sind. Müssen Sie erreichbar sein oder ist das nur ein Nachspiel schlechter Kommunikation?
Auch bei der Studie der DGUV gaben 66 Prozent von 430 Befragten an, oft oder immer erreichbar zu sein. Auf nähere Nachfrage nach dem Grund wurde oft angegeben, dass man davon ausginge, permanente Erreichbarkeit werde von den Vorgesetzten erwartet.
Eine ausdrückliche Anweisung liegt aber nur den Wenigsten vor.

Das Problem liegt in der Kommunikation. Nicht aber an den neuen Kommunikationsmitteln und auch nicht an der Überflutung durch Anrufe, E-Mails und SMS. Das Problem liegt daran, dass man weder gelernt hat mit den neuen Mitteln umzugehen, noch gelernt hat richtig zu kommunizieren.

Mit der ständigen Erreichbarkeit für den Job fühlt sich jeder siebte Beschäftigte ausgelaugt und kann in seiner Freizeit nicht abschalten. Der Alltag lässt oft wenig Muße. Menschen, denen es schwer fällt eine Balance im Leben zu finden klagen doppelt so häufig über Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Kopfschmerzen wie der Durchschnitt. Unzufriedenheit und Beschwerden steigen, je häufiger der Arbeitnehmer private Aktivitäten wegen des Jobs verschieben muss.

Um Berufstätige von der Volkskrankheit Burnout zu schützen fordert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen klare Regeln, die die Kommunikation zwischen Vorgesetzen und ihren Arbeitnehmern bestimmen. Das reformierte Arbeitsschutzgesetz soll „ein sehr scharfes Gesetz“ werden. Es muss festgelegt werden, wann Beschäftigte erreichbar sein müssen. Auch sollte geregelt sein, dass E-Mails nicht gelesen oder nicht beantwortet werden können, dass ein Handy auch ausgeschaltet werden darf. „In der Freizeit sollte Funkstille herrschen“, so die Ministerin. Auch der DGB fordert klare Regeln zur Erreichbarkeit. Das Arbeitsschutzgesetz sollte durch eine Anti-Stress-Verordnung ergänzt werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Es scheint, als wäre die moderne Kommunikationstechnik Segen und Fluch zugleich. Sie bietet viele Möglichkeiten, macht das Leben flexibler und löst den Menschen vom Arbeitsplatz. Die Arbeit lässt sich von jedem Ort aus erledigen. Die modernen Kommunikationsmittel machen aber auch süchtig. Erreichbarkeit macht süchtig. Facebook- und Online-Sucht sind längst keine Fremdbegriffe mehr. Es gibt sogar Bücher, in denen die Autoren ein Experiment wagen: offline leben. Noch vor fünf Jahren gab es so etwas wie den „Onliner“ nicht. Studien belegen, dass man auf Nachrichten stark emotional reagiert, man fühlt sich gebraucht und gefragt. Und dieser Zustand wird gewollt. Mit den modernen Kommunikationsmitteln kann man sich diesen Kick überall holen, erklärt die Karriereexpertin Carola Kleinschmidt. Die meisten Berufstätigen, die jederzeit erreichbar sind, schalten nicht ab, weil sie nicht können, sondern weil sie nicht wollen.

Süchtige können sich selten eingestehen, dass sie süchtig sind. Also werden wieder die Vorgesetzten verantwortlich gemacht. Und man versucht wieder einen unmöglichen Kausalzusammenhang festzulegen, zwischen Burnout und Erreichbarkeit. Versuchen Sie lieber, einfach mal, abzuschalten!

Foto von OSTILL – www.istockphoto.de

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