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Ideologie frisst Hirn

Von Julian Achleitner - 23. Mai 2014

Wirtschaft als Schulfach wird leider nur in ganz wenigen Schulen angeboten. Leider weigert sich die Politik, Wirtschaft in Gänze als Schulfach einzuführen. Warum eigentlich?

„Non vitae, sed scholae discimus“. Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir, so ein altes Sprichwort. Eigentlich kein dummer Gedanke, so könnte man meinen. Doch für viele ist dieses Zitat leider nur gut, um in gehobenen Partygesprächen mit einem vermeintlichen humanistischen Wissen angeben zu können. Die Praxis sieht anders aus.

Viele Bürger, so eine Studie der Commerzbank, können mit grundlegenden Begriffen aus der Wirtschaft nichts anfangen. Hierbei handelt es sich nicht um Expertenwissen, das nur einige wenige Eingeweihte kennen. Wir reden hier von „Inflation“, „Was passiert in einer Rezession“ oder „Wie funktioniert eine Börse“. Dabei sind es nicht nur Menschen mit einer niedrigen Bildung. Es handelt sich um ein Phänomen, von dem so manche Partei träumt – es ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bildung, so die landläufige Meinung, schützt vor dummen Entscheidungen. In diesem Fall nicht. Aber Wirtschaft wird nicht an Schulen gelernt. Warum eigentlich nicht?

Wirtschaftswissenschaftler nennen das eben genannte Phänomen „financial illiteracy“ (engl: finanzieller Analphabetismus). Vom Analphabetismus zu reden, ist keine Übertreibung. Schließlich geht es bei dieser Thematik nicht nur um Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Allein dieser Themenblock rechtfertigt ein fundiertes Wissen zu ökonomischen Themen. Aber es spielen noch wichtigere Gründe eine Rolle. Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise sind wirtschaftliche Themen wahlentscheidend. Wem hier das notendige Wissen fehlt, kann nicht mitreden und ist ein prädestiniertes Opfer für Rattenfänger. Wie die oben genannten Zahlen belegen, informieren sich die meisten Bürger nicht freiwillig über dieses wichtige Thema.

Ein Schulfach Wirtschaft verwandelt gewiss nicht alle Schüler zu Genies in ökonomischen Belangen. Aber schaden wird es nicht. Bildung schadet nie und ist das Kapital für die Zukunft, so predigen es unsere Politiker. Wenn es aber darum geht, diese Parole in die Tat umzusetzen, sind sie ziemlich träge. Dann heißt es plötzlich, man dürfe den Neoliberalismus nicht in die Schule führen und, wenn man unbedingt wirtschaftliche Themen lehren möchte, solle dies in einem Verbundfach geschehen. Politik oder Sozialwissenschaften seien hierfür geeignet. Entweder müsse Wirtschaft in Abhängigkeit zur Politik gesehen werden oder aber ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des kritischen Verbraucherschutzes.

Was die so argumentierenden Politiker indes übersehen, ist das Interesse, das Schüler, Eltern und Lehrer dem Fach Wirtschaft entgegenbringen. NRWs ehemalige Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU) schlug 2010 vor, das Fach Wirtschaft als Modellfach an ausgewählten Schulen zu unterrichten. Ursprünglich war dies für 30 Realschulen vorgesehen, später nahmen 70 Schulen an diesem Pilotprojekt teil. Sogar der Verband „Lehrer NRW“, die sich als Interessensverband der Realschullehrer sehen, heißt es gut. Das Modell ist um ein Jahr verlängert worden. Doch ob es ab dem Schuljahr 2014/15 ein reguläres Unterrichtsfach wird, steht in den Sternen. Eine Mehrheit im Düsseldorfer Landtag wird sich wohl nicht finden. Sie lässt sich eine gute Chance entgehen. Leider richtet sich diese Entscheidung gegen die Mehrheit der Beteiligten. Das Modell Wirtschaft als Unterrichtsfach kam nicht nur bei den beteiligten Rektoren und Lehrern gut an, sondern auch bei den Schülern und Eltern. Dass allein schon 40 Schulen mehr mitmachen als ursprünglich geplant, spricht für sich. Das sollte in Düsseldorf zu denken geben. Tut es aber nicht. Wovor haben die Politiker Angst? Fürchten sie sich vor mündigen Bürgern, die allmählich verstehen, wie schädlich so manche politische Entscheidung ist?

„Non vitae, sed scholae discimus“. Nähmen die Damen und Herren Landtagsabgeordneten diesen Spruch ernst, müssten sie die Einführung des Schulfachs „Wirtschaft“ ganz oben auf die Agenda setzen. Dass sie es nicht tun, zeugt einzig von ihrer Ignoranz und ideologischer Verblendung.

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