Der Regulierungswahn

Und immer noch ist kein Ende in Sicht: Die Diskussion ĂŒber neue und strengere Formen der Regulierung lĂ€sst die Bankbranche aufhorchen.


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Wie das Handelsblatt heute schreibt, zielen einige VorschlĂ€ge der Aufseher auf weitaus hĂ€rtere Regeln ab, als man bisher vermutet hat. Dies hĂ€tte unter anderem zur Folge, dass Kreditinstitute weitaus grĂ¶ĂŸere Kapitalpolster anlegen mĂŒssten. Bankvertreter suchen ihr Heil mittlerweile in der medialen Offensive und bewerten die geplanten Vorhaben des Bankausschusses als zu hohe Belastung.

Dabei ist die zugrunde gelegte Rechnung zur Regulierung weiterhin dieselbe: Je riskanter die GeschĂ€fte eines Geldhauses sind, desto mehr Eigenkapital muss vorhanden sein. Bereits beim Stresstest und der darin simulierten „worst cases“ konnten viele Banken nicht die nötigen monetĂ€ren RĂŒcklagen aufweisen. Bis zum Winterbeginn möchten die Aufseher nun die essentiellen Reformen auf den Weg bringen. Die allseits kommunizierte PrĂ€misse, dass man die Banken nicht ĂŒberfordern wolle, scheint mittlerweile ein utopisches Ziel. Und „der Winter naht“.

Die Angst vor dem Knall

Sicherlich muss man auch die Aufseher verstehen, die nach den jĂŒngsten Krisen darauf aus sind, bestimme Risikokategorien völlig neuen Bewertungen zu unterziehen. Jedoch bedeutet dies fĂŒr das Risikomanagement von Banken, dass sie in sehr kurzer Zeit etwa ihre bisherigen AnsĂ€tze zur Risikomodellierung weiterentwickeln mĂŒssen. Schießen die Verantwortlichen ĂŒber das Ziel hinaus? Ist der Regulierungswahn legitim? Vielleicht ist er einfach nur die logische Konsequenz aus den vergangenen Ereignissen, welche nicht nur die Finanzbranche in ihren Grundfesten erschĂŒtterten.

Um Regulierung kommen wir nicht herum. Zudem fĂŒrchtet sich die Masse vor einem großen Knall, den manche bereits am Horizont wĂ€hnen. Man kann nur hoffen, dass es nicht knallt. Deswegen brauchen wir eine durchdachte Regulierung. Doch hoffentlich knallt es nicht wegen Überregulierung.