Montag, 02. März 2026
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Bar oder mit Karte? Europäisches Zahlungsverhalten und das Potenzial des digitalen Euros

Eine aktuelle Studie von BearingPoint zeigt, wie unterschiedlich Konsument:innen in Europa zahlen und dass Bargeld trotz wachsender Kartennutzung weiter relevant bleibt. Gleichzeitig wächst das Interesse am digitalen Euro, wenn auch mit deutlichen Unterschieden zwischen den Ländern.

Bar oder mit Karte? Eine aktuelle Umfrage BearingPoint zeigt, dass das europäische Zahlungsverhalten zumindest im Augenblick zweigeteilt ist. Ende 2025 wurden dazu in einer Online-Umfrage Konsument:innen aus den folgenden neun europäischen Ländern befragt: Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Frankreich, Dänemark, Finnland, Schweden, Irland. 

Geographische Unterschiede im europäischen Zahlungsverhalten 

Während 80 Prozent der befragten Deutschen 2019 noch angaben, Bargeld häufig zu benutzen, liegt die Quote heute bei 73 Prozent. Mit den Auswirkungen von COVID-19 sank die Zahl 2020 auf 75 Prozent – damit sinkt die Häufigkeit der Bargeldnutzung kontinuierlich. Auch in Österreich bleibt das Bezahlen mit Bargeld die bevorzugte Zahlungsmethode (71 %), und ist mit 84 Prozent insbesondere bei österreichischen Befragten im Alter von 55+ beliebt (DE: 80 %). 18- bis 24-Jährige zahlen in Österreich mit 57 Prozent bevorzugt bar, in Deutschland liegt die Quote bei 64 Prozent.  

„Mit Karte bitte“ hört man in Nordeuropa häufiger: In Schweden liegt die Bargeldquote bei „nur“ 25 Prozent, in Dänemark bei 32 Prozent und in Finnland bei 42 Prozent. Doch selbst in diesen eher digital geprägten Ländern halten noch rund 40 Prozent an der Bargeldbezahlung fest. Sowohl Deutsche als auch Österreicher können sich innerhalb der nächsten zehn Jahren nicht vorstellen, sich vom Bezahlen in bar komplett loszusagen.   

Interesse am digitalen Euro wächst 

Obwohl sich die Mehrheit der Befragten (42 %) unentschlossen in Bezug auf das Nutzungsverhalten gibt, würde bereits jede:r Dritte den digitalen Euro heute nutzen. In Österreich zeigt sich mit 40 Prozent die höchste Bereitschaft zur Nutzung, während die Niederlande mit 27 Prozent eher skeptisch auftreten. Auch die Akzeptanz in den nordischen Ländern ist ausbaufähig: In Dänemark geben nur 21 Prozent an, Central Bank Digital Currency (CBDC) zu nutzen, in Schweden sind es 22 Prozent.  

Die wichtigsten Kriterien für Konsument:innen sind dabei die kostenfreie Nutzung (41 %), Rund-um-die-Uhr-Akzeptanz (35 %) und gute Benutzererfahrung (20 %). Insbesondere Erreichbarkeit und Praxistauglichkeit sind ausschlaggebende Punkte für die Nutzung des digitalen Euros. Im Online-Shopping und im Handel zeigt sich außerdem eine allgemein höhere Bereitschaft zur Nutzung.  

Vertrauen in Banken bleibt hoch 

Das Potenzial des digitalen Euros ist hoch – von effizienten, grenzüberschreitenden Echtzeit-Zahlungen über finanzielle Inklusion bis hin zur Stärkung der Souveränität im europäischen Zahlungsverkehr. Dabei bleiben Banken traditionell ein verlässlicher Partner in Bezug auf Umgang mit Transaktionsdaten bei der Verwendung eines digitalen Euros: 41 Prozent der Befragten geben an, ihrer Hausbank am meisten zu vertrauen. Das Vertrauen in die EZB beziehungsweise nationale Zentralbanken liegt bei 13 Prozent, während Technologieunternehmen wie Google oder Apple mit 4 Prozent das Schlusslicht bilden. 

Auch die EZB und die Deutsche Bundesbank warnen vor einer Abhängigkeit von nicht-europäischen Unternehmen. In einer Rede im Februar 2026 appellierte Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank: „Der digitale Euro würde auf europäischer Infrastruktur aufbauen und damit einen Beitrag zu mehr Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr leisten – ergänzend zu Bargeld, Instant Payments und privatwirtschaftlichen europäischen Zahlungslösungen, nicht in Konkurrenz zu ihnen. In einer Zeit, in der große Teile des digitalen Zahlungsverkehrs von außereuropäischen Anbietern abhängen, ist das auch mit Blick auf Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre ein wichtiger Schritt.“ Laut EZB entfallen mehr als 60 Prozent aller Kartenzahlungen in der Eurozone auf US-Anbieter.  

Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab.

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