Generative KI ist heute Alltag. Das belegt das Reuters Institute in einer Umfrage, die die Nutzung von generativer KI im Alltag und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft untersucht: 34 Prozent der Menschen aus sechs großen Industrienationen (Argentinien, Dänemark, Frankreich, Japan, Großbritannien und den USA) nutzen generative KI im Jahr 2025 wöchentlich. Diese Zahl lag im Vorjahr noch bei 18 Prozent und hat sich damit nahezu verdoppelt.
Auch in der Bank- und Finanzbranche ist KI nicht mehr wegzudenken. Die niederländische Neobank bunq untersucht im „AI in Finance Report“ aus diesem Jahr, wie Menschen KI tatsächlich für ihre Finanzen nutzen, und identifiziert dabei drei unterschiedliche Nutzertypen: Insight Seekers – also KI-Nutzer, die ihr Finanzverhalten besser verstehen möchten –, Time Savers, die vor allem Aufgaben automatisieren wollen, sowie Cost Cutters, also Sparfüchse. Das Fazit von bunq: Wer offener mit KI umgeht, spart tendenziell mehr Geld.
Deutschland: pragmatisch und effizient
Deutsche erwarten sich von der KI für ihre persönlichen Finanzen vor allem Zeitersparnis, etwa durch Automatisierung und schnellere Prozesse (38,1 %). Etwas mehr als ein Drittel der Befragten erwarten von KI außerdem bessere Einblicke in ihre persönlichen Finanzen. Weniger relevant sind personalisierte Empfehlungen durch KI (13,5 %) und Kostenersparnisse bei Finanzdienstleistungen (14,5 %). Die Deutschen sind pragmatisch und setzen bei faktenbasierten Finanzaufgaben auf KI. Laut bunq konnten so 41 Prozent der Befragten Geld sparen.
Am meisten wünschen sich Deutsche bei ihren Finanzen, dass KI sie vor Betrug schützt (32,6 %) und vor teuren Fehlern bewahrt, etwa vor Gebühren oder Doppelzahlungen (25,8 %). Auch sollte KI den Befragten möglichst Zeit sparen und dadurch den „Mental Load“ reduzieren (15,5 %).
Irland, Spanien und die USA
Befragte aus anderen Ländern haben ähnliche Erwartungen: Auch Irinnen und Iren setzen vor allem auf Zeitersparnis durch KI und für mehr als ein Drittel (36 %) ist KI ein vertrauenswürdiges Tool, mit dem die Nutzer eher und offener über Geld sprechen als mit anderen Menschen.
Spanien sticht heraus: Dort nutzen bereits zwei Drittel der Bevölkerung KI für ihre Finanzen. Gleichzeitig fühlen sich 56,5 Prozent der Menschen finanziell selbstbestimmter. Damit ist Spanien das einzige der befragten Länder, in dem sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung finanziell wirklich souverän fühlt.
US-Amerikanerinnen und -Amerikaner erwarten sich von der KI insbesondere Zeitersparnis (31,8 %), bessere Finanzeinblicke (27,9 %) und Kostenersparnisse bei Finanzdienstleistungen (27,2 %). Gleichzeitig dient KI in stressigen Finanzsituationen, etwa bei größeren Anschaffungen, als hilfreiche zweite Meinung.
Damit zeigt sich: KI wird zunehmend normal, in Deutschland ebenso wie in Spanien oder den USA. Für Nutzerinnen und Nutzer sind konkrete Vorteile von Bedeutung, die ihren Finanzalltag erleichtern und Orientierung sowie Sicherheit bieten.
Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab.

