Wie wird im Einzelhandel gezahlt? รberwiegend mit Karte und kontaktlos, das zeigt die EHI-Studie โZahlungssysteme im Einzelhandel 2026โ, vorgestellt auf dem EHI Payment Kongress am 5. Mai 2026. Damit nimmt die Bargeldzahlung in Deutschland weiter ab. Der Umsatzanteil von Barzahlungen belรคuft sich auf nur noch 32,3 Prozent. 2024 waren es 33,8 Prozent.
Mit Karte โ und kontaktlos
Dagegen liegt der Umsatzanteil von Kartenzahlungen bei 65,1 Prozent. Davon werden mit 40,5 Prozent mehr als die Hรคlfte รผber die Girocard abgewickelt. Diese bleibt somit weiterhin die unangefochtene Nummer eins in Deutschland. 9,4 Prozent des Umsatzes werden รผber internationale Debitkarten und 8,2 Prozent รผber Kreditkarten abgewickelt. Dabei verzeichnen internationale Debitkarten von Visa und Mastercard ein Wachstum von 2,5 Prozent gegenรผber dem Vorjahr.
Von 9,644 Milliarden kartengestรผtzten Bezahlvorgรคngen โ inklusive 20 Millionen sonstiger Bezahltransaktionen โ im Jahr 2025 werden 66,37 Prozent kontaktlos mit der physischen Karte abgewickelt. Kontaktbehaftete Kartenzahlungen machen im Vergleich dazu 14,37 Prozent aus.
Insbesondere Mobile Payment verzeichnet ein starkes Wachstum: Wรคhrend 2024 noch 12,8 Prozent der bargeldlosen Zahlungen mobil erfolgten, waren es 2025 bereits 19,3 Prozent. Der Anstieg lรคsst sich unter anderem durch eine erhรถhte Akzeptanz im Handel sowie zusรคtzliche Wallet-Angebote erklรคren, darunter auch die PayPal-Wallet.
PayPal und die Google Wallet
Im Mai 2025 fรผhrte PayPal in Deutschland eine kontaktlose mobile Wallet ein, mit der Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkaufen per App flexibel โRatenzahlung to Goโ auswรคhlen kรถnnen und wahlweise ihre Einkรคufe in drei, sechs, zwรถlf oder 24 monatlichen Raten begleichen kรถnnen. Seit Ende Mรคrz 2026 kรถnnen Nutzer PayPal zudem nicht mehr mit der Google Wallet verknรผpfen. Mitte Juni wird Google alle bis dahin verknรผpften PayPal-Konten aus der Google Wallet entfernen. Wer kรผnftig mit PayPal bezahlen mรถchte, muss dies รผber die PayPal-App tun.
Im E-Commerce dominiert PayPal weiterhin โ mit einem Umsatzanteil von 28,7 Prozent im Jahr 2025. Dahinter folgen der Kauf auf Rechnung (26,1 %) und die Lastschrift (14,4 %).
Das Aus der Bargeldzahlung?
Der Rรผckgang von Bargeldzahlungen in Deutschland besorgt Verbraucher- und Sozialverbรคnde zunehmend. Anfang des Jahres forderten unter anderem der Verbraucherzentrale Bundesverband, Sozialdienste der evangelischen und katholischen Kirche sowie der Paritรคtische Gesamtverband eine stรคrkere gesetzliche Absicherung von Bezahlmรถglichkeiten mit Bargeld. Das Gesetz โsoll sicherstellen, dass Bargeld grundsรคtzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird, und dass alle Menschen kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nรคhe Zugang zu Bargeld haben โ sei es รผber Geldautomaten oder andere Lรถsungen. Mit einem solchen Gesetz kann die Bundesregierung ihr Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag, Bargeld zu erhalten und Wahlfreiheit fรผr Verbraucher:innen zu ermรถglichen, verwirklichen.โ
Eine Untersuchung der Deutschen Bundesbank von Dezember 2025 zeigt, dass Bargeldakzeptanz nahezu uneingeschrรคnkt und damit gegenwรคrtig gewรคhrleistet ist: 99,4 Prozent der untersuchten Unternehmen in Einzelhandel, Gastronomie und im Dienstleistungssektor akzeptierten Bargeld.
Fรผr die Bundesbank hat die Wahlfreiheit der Bรผrgerinnen und Bรผrger hรถchste Prioritรคt. โDie Szenarien, unsere Studien und auch ein Blick รผber die Grenzen Deutschlands hinweg zeigen uns, wo wir ansetzen kรถnnen, um die Zukunft selbst zu gestalten: Um die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr zu gewรคhrleisten, mรผssen der Zugang zu und die Akzeptanz von Bargeld erhalten bleiben,โ erklรคrte Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, beim Bargeldsymposium der Deutschen Bundesbank im Februar 2025.
Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitรคt Bonn ab.

