2025 kรถnnte als Jahr der Revolution der Echtzeitรผberweisungen in Europa in Erinnerung bleiben. Nachdem im Februar 2024 das EU-Parlament die Verordnung 2024/886โ (Instant Payment Regulierung) beschlossen hatte, sind seit Januar vergangenen Jahres Banken in der Eurozone verpflichtet, Instant Payments empfangen zu kรถnnen โ ohne zusรคtzliche Gebรผhren.
Im Oktober folgte der nรคchste Schritt: Alle Banken in der Eurozone mรผssen Echtzeitรผberweisungen auch aktiv anbieten. Gleichzeitig wurde mit der Verification of Payee (VoP) eine Sicherheitsmaรnahme eingefรผhrt, bei der die IBAN und der Name des Zahlungsempfรคngers automatisch abgeglichen werden.
In Deutschland gehรถrte dieย UniCredit โย Hypovereinsbankย (HVB)ย zu einemย der erstenย Institute, dieย sowohl das Senden als auch das Empfangen von Echtzeitรผberweisungen anbot.ย Mit der Einfรผhrung derย SEPA Instantย Creditย Transfer (SCT INST)ย am 21. Novemberย 2017ย fรผhrte dieย HVBย einen ersten Test durch: Dieย รberweisungย von Deutschland nach Italien wurdeย dabei in nurย 2,5 Sekunden abgewickelt.ย
Wie sieht die Lage im Jahr 2026 aus? Sind Echtzeitรผberweisungen bei den deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen?
Mehrheit der deutschen Verbraucher nutzt Instant Payments
In einer Umfrage von YouGov aus Ende 2025 zeichnet sich ein deutliches Bild ab: 71 Prozent der befragten Online-Banking-Nutzer haben bereits eine Echtzeitรผberweisung genutzt. Im September desselben Jahres lag der Anteil noch bei 69 Prozent. Damit ist Instant Payment fรผr einen Groรteil der deutschen Verbraucher lรคngst keine Neuheit mehr.
Insgesamt รผberzeugen Instant Payments insbesondere die jรผngeren Generationen. Denn mit 81 Prozent der Gen Z und 77 Prozent der Millennials haben bei den bis 44-Jรคhrigen eine deutliche Mehrheit, den Service mindestens einmal in Anspruch genommen. Bei der Generation der Baby-Boomer geben 39 Prozent an, Echtzeitรผberweisungen schon oft genutzt zu haben (Gen X: 43 %; Millennials: 43 %; Gen Z: 48 %). Damit nutzen durchschnittlich 42 Prozent der Befragten Echtzeitรผberweisungen regelmรครig โ Tendenz steigend.
Etwas mehr als die Hรคlfte (56 %) der Befragten gibt zudem an, SEPA-Instant-Zahlungen anderen digitalen Zahlungsmitteln, etwa PayPal, vorzuziehen, sofern diese Option verfรผgbar ist. Auch hier zeigt sich eine Tendenz fรผr die Zukunft: Gen Z (68 %) und Millennials (65 %) zeigen eine stรคrkere Prรคferenz im Vergleich zur Gen X (51 %) und Generation der Baby-Boomer (47 %).
Bedenken sind der Umfrage zufolge in der Minderheit: 60 Prozent der Befragten รคuรern keine Vorbehalte gegenรผber Instant Payments. Lediglich 16 Prozent fรผhren die fehlende Mรถglichkeit einer Rรผckholung als Sorge an, gefolgt von Unsicherheiten bei der Zuordnung unbekannter Zahlungen (12 %) und einem erhรถhten Betrugs- oder Phishing-Risiko (11 %).
Entwicklungen fรผr Unternehmen
Auch im Unternehmenszahlungsverkehr zeigen sich bereits frรผhe Effekte der neuen Regulierung. Im Januar 2025 lag das Volumen der รผber die Systeme der Deutschen Bank abgewickelten SEPA-Instant-Zahlungen im Corporate-Bereich um 13 Prozent รผber dem Vorjahresniveau.
Fรผr Unternehmen bieten Instant Payments vor allem Vorteile wie eine verbesserte Liquiditรคt und ein geringeres Risiko von Zahlungsausfรคllen. Im Laufe dieses Jahres wird sich zeigen, wie sich Echtzeitรผberweisungen etablieren und welche Entwicklungen sich im Unternehmenszahlungsverkehr ergeben.
Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitรคt Bonn ab.

