Freitag, 17. April 2026
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Chance vertan!

Historisch niedrige Zinsen und der stete Wunsch, ein eigenes Haus zu besitzen, haben auch mich und meine Frau letztes Jahr diese Entscheidung fallen lassen. Nachdem das passende Objekt gefunden wurde, startet die Suche nach einer finanzierenden Bank. Um eine Kreditzusage fรคllen zu kรถnnen, benรถtigen die Kreditinstitute bzw. die Vermittler eine Menge Unterlagen (Grundbuchauszรผge, Kaufvertragsentwurf, Objektbilder, Grundrisse, Verbindlichkeiten, Gehaltsmitteilungen, etc.). Da man mehrere Angebote vergleichen sollte, habe ich fรผr diesen Zweck einen Ordner mit vielen Unterordnern auf Google Drive angelegt und den Link jeweils fรผr die Ansprechpartner der verschieden Institute freigegeben. Ja, ich hatte durchaus ein mulmiges Gefรผhl, Google meine Daten anzuvertrauen, aber mangels sicherer Alternative war das der bequemste Weg und wurde auch so angenommen.

Nach der Zusage und dem Kauf ging es dann in die Sanierung des Objekts. Da wir ohne Bauleiter oder Architekt selber alles geleitet haben, mussten mehrere Zahlungsabrufe beantragt werden, die ihrerseits ebenso eine Menge Nachweise gefordert haben (Rechnungen, รœberweisungsbelege, Fotos).

Umstรคndlich und unpersรถnlich

Leider bin ich mit meinem โ€žGoogle-Systemโ€œ gescheitert, da die Mitarbeiter meiner Bank keinen Zugriff auf das Internet hatten. Damit hรคtte ich im Jahr 2015 nicht gerechnet und musste somit auf die Variante E-Mail zurรผckgehen. Mit dem letzten Zahlungsabruf haben wir dann noch ein Abschlussschreiben bekommen, das warโ€˜s.
Wir haben einem Unternehmen auf mindestens 15 Jahre unser Vertrauen ausgesprochen und uns fest gebunden. Und alles was kommt, ist ein unpersรถnliches Abschlussschreiben. Dabei hรคtte diese Bank soviel Potenzial, sich als wichtiger Partner fรผr uns zu etablieren.

Ein Szenario

Auf der Suche nach einer finanzierenden Bank stoรŸen wir auf ein Portal eines bekannten Kreditinstituts, welches darauf aber nicht nur alleine agiert. Vielmehr ist es eine Plattform fรผr Banken, Vermittler, Kunden und am Hausbau notwendige Gewerke โ€“ ein digitales ร–kosystem sozusagen. Hier kรถnnen wir bequem und sicher alle notwendigen Unterlagen bereitstellen, inklusive Statusanzeige, was noch fehlt und welche bereits bearbeitet und auch akzeptiert oder abgelehnt worden sind. Das System schlรคgt uns parallel Gewerbe fรผr die notwendigen Arbeiten vor: natรผrlich alle verifiziert und von anderen Plattformnutzern bewertet und empfohlen. Auch der Austausch mit anderen Kunden ist mรถglich und schnell sind darunter die richtigen Experten identifiziert, die mit viel Engagement authentische und kompetente Hilfe bieten. Die sonstigen Finanzprodukte, die aufgrund unseres persรถnlichen Profils vorgeschlagen werden, empfinden wir nicht als Werbung sondern eher als gut gemeinten Hinweis (Rechtschutz, Haftpflicht etc.). Auch wir sind auf den Geschmack gekommen und teilen fleiรŸig unseren Baufortschritt inklusive Bildern und Videos und รผberzeugen auch Bekannte und Freunde von diesem Portal. Woanders suchen, Preise vergleichen, skeptisch sein? Haben wir uns abgewรถhnt. Wir fรผhlen uns wohl und vertrauen.
Das oben beschrieben Szenario bedient die drei Eckpfeiler der digitalen Transformation wie aus dem Lehrbuch: Disruption (Einbeziehung von portfoliofremden und neugedachten Dienstleistungen, Kunden-beraten-Kunden-Effekte), Plattform (โ€žthe winner takes it allโ€œ) und Netzwerkeffekte (Empfehlungen).
Wir hรคtten uns รผber einen derartigen Service bei unserer Hausbank sehr gefreut.

Bildnachweis: yuriz via istockphoto.de

Ulf-Jost Kossol ist Head of Social Business Technology bei der T-Systems Multimedia Solutions GmbH.

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