Dienstag, 03. Mรคrz 2026
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Ein finaler Weckruf an die Branche

Beim โ€žWallet Warโ€œ, dem Krieg um den Geldbeutel des Kunden, haben ausschlieรŸlich FinTech-Unternehmen und die Internetgiganten wie Apple, Google und PayPal die Lufthoheit.

Dass die Ideen und Konzepte meist nicht aus Deutschland kommen, zeigen die vielfach verwendeten Anglizismen. Auch das neue bankeigene Online-Bezahlverfahren kommt mit dem Namen โ€žPayDirektโ€œ im besten Denglisch daher.

Wer schlรคft, hat schon verloren

Abseits solcher Details ist die Ausgangssituation in den drei Bereichen Mobile Payment, P2P (Instant Payment) und Online Payment grundverschieden. Beim Online-Bezahlen lรคuft man dem vor รผber 10 Jahren enteilten Wettbewerber PayPal hinterher. Mobile Payment das Bezahlen mit dem Handy an der Kasse dagegen wird anscheinend nicht ernst genommen, wodurch sich die Geschichte wiederholen kรถnnte. Apple und Google stehen vor der Tรผr und werden 2016 mรถglicherweise den Markt ohne Widerstand besetzen kรถnnen. Am besten fรผr die Banken sieht es vielleicht noch bei P2P, den Instant Payments, aus. Den Angreifern fehlt noch das schlรผssige Konzept. Aber auch das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Dabei zu hoffen, dass neue Lรถsungen durch regulatorische MaรŸnahmen der Bankenaufsicht ausgebremst werden, hat sich bisher als Trugschluss erwiesen.

Ein finaler Weckruf

Im Zahlungsverkehr erodieren die Erlรถse. Trotzdem ist das Ganze fรผr den Handel ein Nullsummenspiel. Den Ersparnissen bei den Transaktionsgebรผhren stehen stรคndig steigende Kosten fรผr die Kundenbindung gegenรผber. Google hat sein Mobile Payment gerade wieder neu justiert. Loyalty-Komponenten haben jetzt eine zentrale Funktion. Noch dรผrfen die Banken dort als Zahlungsdienstleister auftreten. Wie schnell sie ersetzt werden, demonstriert Apple gerade in Australien, Kanada und Spanien. Apple Pay startet dort mit American Express, statt mit den Kreditkarten der Banken. In Deutschland plant die American Express Tochter Payback den Einstieg in das Mobile Payment. Ein finaler Weckruf!

Welche Handlungsalternativen gibt es unter diesen Umstรคnden fรผr die Banken. Als erstes muss eine Entscheidung getroffen werden, ob man in die neuen Geschรคftsfelder einsteigen will, oder doch nur Pure Player fรผr Finanzdienstleistungen bleiben mรถchte. Eine Bank, die ihren Kunden Sicherheit und eine digitale Identitรคt im Internet anbietet, kann auch Kunden von Banken ansprechen, die solche Dienstleistungen nicht im Portfolio haben. Die Erweiterung des Angebots ist, betrachtet man einmal Paydirekt, alternativlos. Wenn ein Kunde beispielsweise bei einem neuen Hรคndler sich mit Hilfe von Paydirekt gar nicht mehr anmelden muss, weil das System alle notwendigen Daten im Hintergrund direkt รผbermittelt. Mit welchem System wird er wohl bezahlen? Welches Bezahlverfahren wird ein Hรคndler priorisieren, wenn es eines gibt, mit dem er deutlich mehr Neukunden gewinnt?

AuรŸerdem mรผssen die Banken entscheiden, ob sie im Zahlungsverkehr weiterhin eigene Ressourcen einsetzen wollen. Fรผr bargeldlose Zahlungen am POS, ist die Karte das zentrale Medium. In Zukunft kรถnnten es Smartphones oder Uhren sein. Wenn die Banken die dahinter stehenden ร–kosysteme nicht aktiv mitgestalten, mรผssen sie dort die geltenden Spielregeln akzeptieren. Weiterhin sollten die Banken ein Interesse an einer groรŸen Angebotsvielfalt im Mobile Payment haben. Andernfalls stehen Sie einem Oligopol von Apple und Google gegenรผber.
Der Launch von Paydirekt sowie die Einfรผhrung der kontaktlosen Girocard sind auf jeden Fall die richtigen Schritte!

Bildnachweis: ALEKSANDAR LJESIC via istockphoto.de

Rudolf Linsenbarth ist Fachbeirat des BANKINCLUB und beschรคftigt sich seit รผber 15 Jahren mit digitaler Identitรคt, Kryptografie und Mobile Payment.

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