Freitag, 17. April 2026
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The bear is growling!

Dieselben Medien, welche vor einem Verkauf der Aktien warnten, schrieben leider nicht, dass man sich im April/Mai 2015 besser โ€žentspanntโ€œ von seinen Aktien hรคtte trennen sollen. Hรคtten Sie es mal besser gemacht wie der berรผhmte Held Odysseus: Einfach an den Mast fesseln lassen, um nicht auf die โ€žKauftasteโ€œ zu fallen. Dann wรคren Sie dem Sirenengesang entkommen, der zu dieser Zeit rauf und runter gebetet wurde: โ€žAktien sind alternativlosโ€œ โ€“ vรถlliger Quatsch, denn es gibt immer eine Alternative. Auch die Textpassage โ€žDividenden sind die neuen Zinsenโ€œ ist sehr interessant. Ob man bei einem Abschlusstest hier die volle Punktzahl bekommen hรคtte? Vermutlich nicht. So bleibt zu Letzt noch das ewige StoรŸgebet: โ€žDer Draghi wirdโ€˜s schon richten, mit Draghi wird es gut!โ€œ

Mehr vom schlechten Kuchen backen

Am Ende des Tages bekamen allerdings Firmen Geld, welche es besser nicht bekommen hรคtten. Banken zocken weiterhin an den Mรคrkten und die Unternehmensgewinne treten den Rรผckzug an โ€“ dabei lautet doch die Notenbankdevise: โ€žNever surrender!โ€œ (Niemals kapitulieren!). Doch die Aktienmรคrkte erkannten die mรถgliche Alternative und nutzten sie. Statt eines immerwรคhrenden Kursanstiegs setzte es weltweit krรคftige Kursverluste. Die Lรถsung erscheint alternativlos: Es muss noch weiteres Notenbankgeld in die Mรคrkte gepumpt werden. Getreu dem Motto: dem Kunden schmeckt der Kuchen nicht, bitte nicht das Rezept รคndern, sondern einfach noch viel mehr von dem schlechten Kuchen backen!

Kein Aufschwung der Wirtschaft ausgelรถst

Weder in den USA, noch in Japan oder in Europa haben diese โ€žsegenbringendenโ€œ Programme endlich einen gigantischen Wirtschaftsaufschwung ausgelรถst. Die massiven Krisen wurden 2009 gebremst und an den Aktienmรคrkten die damaligen Abstรผrze teilweise wieder aufgeholt. Insgesamt wurde die โ€žgeschenkteโ€œ Zeit allerdings nicht genutzt, um bestehende Wirtschaftsstrukturen anzupassen und bestehende Risiken zu reduzieren. Diese wurden erstens lediglich von A nach B verschoben, um dann zweitens frische Risiken z. Bsp. im HighYield Bereich oder in den Schwellenlรคndern zu nutzen. Die operativen Gewinne sind bei den meisten Firmen seit 2012 sehr bescheiden ausgefallen und werden lediglich durch massive Aktienrรผckkรคufe aufgeblรคht. Hier wurde in den letzten 24 Monaten auch sehr viel Geld der Aktionรคre verbrannt (siehe z.Bsp. Caterpillar, IBM oder Wal Mart). Die Vorstรคnde lassen sich fรผr diese Programme ordentlich feiern, aber der Markt โ€žbedankteโ€œ sich leider nur mit weiteren teilweise massiven Preisabschlรคgen. Die eine oder andere Firma wรคre jetzt komplett schuldenfrei, wenn man diese reduziert hรคtte statt der Aktienrรผckkรคufe. Oder eine Sonderausschรผttung als Alternative (da ist eine!) fรผr den Aktionรคr. Aber dann profitieren die Vorstรคnde natรผrlich deutlich weniger von den Optionsprogrammen, um die es eigentlich bei den Rรผckkรคufen geht: โ€žStupid is as stupid does.โ€œ

Wie geht es nun an den Aktienmรคrkten weiter โ€“ denn von der Vergangenheit kรถnnen wir ja bekanntlich nicht leben, die Zukunft bietet uns immer neue Alternativen. Mein 8-jรคhriger Sohn sollte sich die Charts unserer 36 Mรคrkte bei McBISS.de anschauen und blaue Pfeile fรผr Aufwรคrts und rote Pfeile fรผr Abwรคrts in die Charts malen, wenn er erkennt, wohin die Charts weisen. Wie Sie sich sicherlich vorstellen kรถnnen, sind uns am Wochenende die roten Stifte ausgegangen und teuer war unser Hausanalyst auch nicht wirklich. Da sollte sich mancher รผberbezahlte Analyst in Frankfurt, London oder New York ein Beispiel nehmen, wenn mal wieder der Boden ausgerufen wird!

Diese neutrale Analyse ergibt also schon mal, dass es momentan keine stabilen Aufwรคrtstrends in unserem Universum gibt und man sich also besser der Devise widmet: Cash is King.

Erleben wir eine weltweite โ€žGewinnstagnationโ€œ?

Kommen wir nun also zur fundamentalen Betrachtung, die wie immer sehr subjektiv ausfรคllt. Der Aktienmarkt sei aus historischer Sicht viel zu gรผnstig und ein KGV von weniger als 20 oder 15 ist doch wirklich unschlagbar, oder? Kann sein, muss es aber nicht! Nehmen wir mal Linde โ€“ wir ordnen dieses Unternehmen als Schlรผsselunternehmen ein, da sehr viel Gas an Industriebranchen geliefert wird. Dort scheint es eben aber gar nicht mehr gut zu laufen und Linde nahm die Kapitalrendite, Umsatz- und Gewinnziele zurรผck.

Dies dรผrften wir bei anderen Firmen vermutlich auch erleben. Sind dann KGVs von weniger als 15 wirklich gรผnstig, wenn Firmen mit Gewinnrรผckgรคngen oder einer Stagnation zu kรคmpfen haben? Auch die Margen sind bzw. waren auf historischen Spitzenstรคnden und brรถckeln jetzt tendenziell auch eher ab (siehe etwa Apple). Man wird in den kommenden Monaten saubere Datenbanken benรถtigen. Dazu einen guten Riecher fรผr wirklich interessante Kaufgelegenheiten. Welche Firmen werden hier langfristig profitieren und welche werden weiterhin mit Problemen und Kursabschlรคgen kรคmpfen?

Fasten your seat belts and keep your helmets on!

Ohne ein fundamentales Grundgerรผst ist die Gefahr sehr groรŸ, in eine Value-Falle zu tappen. In wachstumsschwachen Zeiten wurde in der Vergangenheit einem Aktienmarkt teilweise ein deutlich geringeres KGV zugebilligt (sieben und weniger!). Durch die seit Jahrzehnten fallenden Zinsen wurde das Bewertungsniveau allerdings deutlich nach oben angepasst. Wenn Ihre Daten nun zu dem Schluss kommen, dass die von Ihnen betrachteten Unternehmen zu alter Stรคrke zurรผckfinden (oder immer noch stark sind!), kรถnnten die Kursabschlรคge eine Kaufgelegenheit darstellen.

Da es in den Medien bis 2015 keine grรถรŸeren Warnungen gab und die DAX Kursziele bzw. die Schlagzeilen in den Finanzblรคttern einheitlich รผber 13.000 lagen, sollte man davon ausgehen, dass es bei den meisten Analysten noch gar keine Anpassung an eine mรถgliche raue Zukunft gab! In diesem Fall kommen natรผrlich alle Modelle zu einem รคhnlichen Ergebnis und kaufen in die Kursschwรคche hinein. Wie sieht es aber nun aus, wenn man erstens kein Gewinnwachstum unterstellt und zweitens mal 10 bis 30 Prozent Gewinnreduktion in die Datenbanken einbaut?! Die Ergebnisse dรผrften einige erschrecken lassen.

In den USA sehen wir schon sehr lange eine aufgehende Schere zwischen den Aktienkursen und den verรถffentlichten operativen Gewinnen. Die sehr hohen Bewertungen sind also ein klein wenig in den Kursen angepasst worden. Mehr ist eigentlich nicht passiert. Wenn man aber vermutet, dass die Gewinne im besten Fall stagnieren werden,ย  sollte es dann nicht weitere Anpassungen in den Kursen geben? Es mรผssen ja nicht sofort die Niveaus aus 2009 sein, aber sind denn 1.550 / 1.300 Punkte im S&P500 vรถllig abwegig? Das KGV wรผrde je nach Berechnungsgrundlage auf unter 13 fallen und den neuen Realitรคten entsprechen. Im DAX wรคren dies dann Kurse im Bereich von ca. 7.250 oder auch 8.150, also deutlich unter den aktuellen โ€žSchnรคppchenkursenโ€œ und zu Zeiten der Sirenengesรคnge sowieso.
Das alte Fazit ist auch das neue: Fasten your seat belts and keep your helmets on!

Roman Kurevic ist Systematisierter ETF Lotse - FinTec - Trendfolger bei www.Mc-BISS.de

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