Samstag, 14. Mรคrz 2026
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Kunst und Wissenschaft: Fintech und Instinkt im Investitionsprozess

Fรผr einige sollte Fintech den menschlichen Manager ersetzen. Andere bestehen darauf, dass es die Intuition, der Intellekt und die รœberzeugungsentscheidung des traditionellen Managers sind, welche รผberdurchschnittliche Renditen liefern. Die Realitรคt ist vielschichtiger. Die Investmentbranche hat Fintech in den letzten zehn Jahren derart vereinnahmt, dass es in nahezu jedem modernen Manager-Ansatz eine Rolle spielt. Die neue Branchen-Benchmark ist ein โ€žquantamentalerโ€œ Ansatz โ€“ eine Kombination aus einem fundamentalen und quantitativen, datengesteuerten Ansatz. Menschliches Verstรคndnis wird durch maschinelles Lernen unterstรผtzt.

Wรคhrend einige Manager einem rein quantitativen Ansatz folgen, wenden die stรคrker fundamental orientierten Manager selektive Daten und Technologien an, um zu bestรคtigen, was ihre Intuition ihnen sagt und ihren Entscheidungsprozess unterstรผtzt. Das ist keine exakte Wissenschaft. Nahezu alle Manager haben einen Investmentansatz und eine Anlagephilosophie, die sie gegenรผber Investoren kommunizieren. Diese kรถnnen viele Formen annehmen, aber nur sehr wenige orientieren sich einfach an โ€ždem folgen, was der Manager denktโ€œ. Investoren schรคtzen einen disziplinierten, strukturierten Investitionsprozess als Grundlage fรผr kontinuierliche Renditen. Manager produzieren gerne eine Fรผlle von Daten, die ihre Anlagestrategie unterstรผtzen. Ein genauer Blick zeigt, dass diese Daten die Anwendung des vermeintlichen Investitionsprozesses nicht widerspiegeln.

Die Grenzen des quantitativen Ansatzes

Sehr erfolgreiche Investitionsentscheidungen sind nicht zwingend das Ergebnis einer bestimmten Anlagestrategie, sondern haben mehr mit Glรผck und รผberzeugten Entscheidungen auรŸerhalb des Investitionsprozesses selbst zu tun. Allerdings kann dies keine nachhaltigen und wiederholbaren Renditen liefern. Ebenso ist der rein quantitative Ansatz nur so gut wie der Algorithmus, auf dem er basiert. Wรคhrend Investoren und Manager sich mehr an die Technologie gewรถhnt haben, die ihre Investitionen steuert, gibt es Grenzen, was der quantitative Ansatz leisten kann. Das letzte Jahrzehnt hat derart beispiellose Marktbedingungen geschaffen, dass es keine historischen Marktdaten gibt, die der Algorithmus anwenden kรถnnte. Ohne menschlichen Input in diesem Prozess werden Investitionsentscheidungen jedoch nicht begleitet. Investoren brauchen daher oft den Komfort eines Managers, der den Prozess steuert.

Technologien wie Kรผnstliche Intelligenz werden unweigerlich menschliche Rollen in รคuรŸerst anspruchsvollen Entscheidungsfindungsprozessen ersetzen. Viele Fondsmanager haben bereits bewiesen, wie erfolgreich das sein kann. Doch viele vergessen dabei, dass der menschliche Input diese Technologie geschaffen hat. Daher wird menschlicher Input benรถtigt, um sie weiterzuentwickeln. Es besteht kein Zweifel daran, dass Technologie einige Tรคtigkeiten ersetzen wird. Aber wird sie in der Lage sein, anspruchsvolle Entscheidungsfindungsprozesse zu ersetzen? Langfristig bleibt das abzuwarten, aber kurzfristig wird sie die Irrtรผmer der menschlichen Entscheidungsfindung reduzieren. Also, wo liegt dann der ideale Ansatz im Bereich โ€žquantamentalโ€œ?

Manager + Maschine

Die Antwort liegt in einem Ansatz, der die menschliche Entscheidungsfindung mit anspruchsvoller Technologie und Daten verbindet. Die Frage ist, wie Technologie und Daten verwendet werden sollten, um den Investmentmanager am besten zu unterstรผtzen. Zum Beispiel vereint unser Investment-Management-Prozess Med3 umfangreiche Branchendaten mit Analysen, die Faktoren wie Verhaltensmuster messen. Er verbindet intuitives Denken mit einer eingehenden Analyse. Ziel ist es, den Marktzyklus so genau wie mรถglich abzubilden und das Urteil des Managers zu bestรคtigen oder zu hinterfragen. Es ist diese Mischung aus Kunst und Wissenschaft, die wir als die nahe Zukunft des Portfoliomanagements fรผr die Branche sehen. Wir nutzen Technologie, um den Managern dabei zu helfen, die gleichen Verhaltensmuster nicht auf unbestimmte Zeit zu wiederholen. Im GroรŸen und Ganzen kรถnnen Datenanalytik und Kรผnstliche Intelligenz ein breiteres Bild der Leistung eines Managers liefern als nur die traditionelle Messung, ob sie eine bestimmte Benchmark รผbertreffen. Der Einsatz von Technologie erlaubt uns, den Entscheidungsprozess zu optimieren, vor allem muss er Skalierbarkeit als wichtigen Wettbewerbsvorteil bieten, sonst ist er wertlos. Mit den richtigen Daten, der Technik und deren richtiger Anwendung kรถnnen die Manager besser verstehen, wo sie falsch liegen und wo sie auf dem richtigen Weg sind. Manager und Maschine arbeiten zusammen, um die besten Ergebnisse fรผr Investoren zu produzieren โ€“ das ist Kunst und Wissenschaft.

Furio Pietribiasi ist verantwortlich fรผr das Geschรคft von Mediolanum in Irland und Luxemburg. Er ist Managing Director von Mediolanum Asset Management Limited, Dublin, und Mediolanum International Funds Limited, Dublin, Mitglied des Vorstands von Mediolanum International Life und Chairman der Gamax Management AG, Luxemburg. Er ist ein aktives Mitglied der Finanzdienstleistungsbranche und fungiert als ehemaliger Vorsitzender der irischen Vereinigung der Investmentmanager, Mitglied des Board of Financial Services Ireland und er leitet die Fintech Taskforce-Gruppe. Er war auch Mitglied verschiedener Beratungsgruppen im Taoiseach Departement Ireland fรผr den Bereich Asset Management und die Fondsbranche.

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