Zieht man das Sakko seines Vaters an, stellt man unweigerlich fest, dass ein Revers nicht immer gleich dem Revers ist, das man heute in Modelรคden kaufen kann.
Das richtige Sakko zum richtigen Anlass zu tragen, ist fรผr viele eine groรe Herausforderung. Derweil kann bereits die Grรถรe oder die Breite eines Revers sehr viel รผber die Zeit aussagen, als das jeweilige Jackett in Mode war bzw. fรผr welchen konkreten Anlass es designt wurde. Mittlerweile haben sich drei verschiedene Formen des Revers-Stils etabliert. Da wรคre zunรคchst das fallende Revers zu nennen, wenn die Spitze dem Namen entsprechend nach unten zeigt โ ein Klassiker, mit dem man modisch eigentlich nie einen Fehler macht. Zeigt das Revers jedoch in die entgegengesetzte Richtung nach oben, tituliert man diesen Stil mit โgebrochen steigenden Reversโ. Gerade in den 70er Jahren wurde diese Form hรคufig zu besonderen Anlรคssen mit, aus heutiger Perspektive, teilweise ausladenden Revers-Flรผgeln getragen.
Der eher schlanke Zรผge betonende Schalkragen verlรคuft vom Kragen ohne jeglichen Bruch und gilt gegenwรคrtig als besonders modern. Passen Sie nur auf, dass Sie breite Revers nicht mit einer schmalen Krawatte und umgekehrt kombinieren. Modische Paradoxa werden in der Regel eher argwรถhnisch beรคugt.
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Christian Grosshardt war zwischen 2014 und 2018 Redakteur im BANKINGCLUB und fungierte von Januar bis April 2018 als Chefredakteur von BANKINGNEWS. Wรคhrend seines Studiums der Germanistik, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er bereits umfangreiche redaktionelle Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der Kรถlnischen Rundschau.

