In einer aktuellen Studie untersuchte die Europรคische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehรถrde (ESMA) anhand von Daten aus 29 Lรคndern, inwieweit europรคische Banken und Wertpapierunternehmen im vergangenen Jahr auch auรerhalb ihrer eigenen nationalen Grenzen aktiv sind. Das Ergebnis ist ernรผchternd. Nur sehr wenige Finanzdienstleister blicken รผber den Heimatmarkt hinaus und nutzen die Mรถglichkeiten eines gemeinsamen europรคischen Marktes.
Bedauerlich fรผr Kunden: Grenzรผberschreitende Finanzdienstleistungen kรถnnten fรผr Verbraucher und Unternehmen durch die Ausweitung von Angebot und Wettbewerb groรe Vorteile bringen โ in der Theorie.
In der Praxis lieรen sich lediglich 380 aus รผber 3.500 Wertpapierfirmen mit Hauptsitz in Europa finden, die grenzรผberschreitend arbeiten, darunter 59 Prozent Wertpapierfirmen. Der restliche Anteil fiel auf Banken. Dementsprechend gering war auch die Zahl der Kunden, die die Dienste auslรคndischer Anbieter in Anspruch nahmen. Die ESMA schรคtzte ihre Zahl auf rund 7,6 Millionen.
Spitzenreiter sind die beiden Kleinstaaten Zypern und Luxemburg. Fast zwei von fรผnf dieser Kunden tรคtigten Geschรคfte in diesen Lรคndern. Rund zwรถlf Prozent entschieden sich fรผr einen deutschen Dienstleister.
Marco Wehr ist ehemaliger Redakteur beim BANKINGCLUB.

