Montag, 30. Mรคrz 2026
0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

EUDI-Wallets und AMLR: Was jetzt auf Banken zukommt und wie man sich vorbereiten kann

Die EU-Geldwรคscheverordnung (AMLR) und eIDAS 2 verรคndern die Grundlagen digitaler Identitรคt im Finanzsektor grundlegend. Wie Banken, Versicherungen und FinTechs sich auf die Einfรผhrung der EUDI-Wallet vorbereiten und welche Chancen sich durch Sandbox-Projekte bereits heute bieten, zeigt das BANKINGCLUB Forum am 3. November 2025 in Frankfurt.

Die Anforderungen an Identifikation, Authentifizierung und digitale Signaturen verรคndern sich derzeit in einer Geschwindigkeit, die selbst erfahrene Compliance-Teams vor Herausforderungen stellt. Mit der neuen EU-Geldwรคscheverordnung (AMLR, EU-Verordnung 2024/1620) und der รผberarbeiteten eIDAS-Verordnung (eIDAS 2, EU-Verordnung 2024/1183) werden die rechtlichen Rahmenbedingungen fรผr den digitalen Finanzsektor grundlegend neu geordnet. Beide Regulierungswerke greifen ineinander โ€“ mit weitreichenden Folgen fรผr Banken, Versicherungen und FinTechs in ganz Europa.

Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die EU Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet). Sie soll kรผnftig zum einheitlichen Zugangspunkt fรผr digitale Identitรคten in Europa werden. Anwenderinnen und Anwender kรถnnen damit erstmals wesentliche, bislang papiergebundene Prozesse im Finanzumfeld vollstรคndig digital รผber eine einzige App auf ihrem Smartphone abwickeln โ€“ sicher, nutzerfreundlich und rechtsverbindlich. Die EUDI-Wallet wird nicht nur national einsetzbar sein, sondern soll grenzรผberschreitend in allen EU-Mitgliedstaaten funktionieren. Damit entsteht eine neue digitale Infrastruktur, die รผber den bisherigen Rahmen nationaler Identifikationssysteme hinausgeht.

Mehr als eine App: Das entstehende ร–kosystem

Die EUDI-Wallet ist kein einzelnes Produkt, sondern Teil eines umfassenden digitalen Identitรคtsรถkosystems. Sie erรถffnet neue Rollen und Verantwortlichkeiten fรผr Marktteilnehmer im Finanzwesen:

  • Vertrauende Instanzen (Relying Parties), die digitale Identitรคten und Nachweise verifizieren
  • Aussteller von Nachweisen, etwa Banken oder Behรถrden, die offizielle Daten in digitaler Form bereitstellen
  • Herausgeber von Wallet-Apps, die den direkten Kontakt zum Endnutzer ermรถglichen und Integrationen mit weiteren Services anbieten

Fรผr Finanzinstitute wird es entscheidend sein, frรผhzeitig zu definieren, welche Rolle sie in diesem neuen Gefรผge einnehmen wollen. Die Entscheidungen wirken sich nicht nur auf technische Implementierungen, sondern auch auf strategische Fragen aus: Wie lรคsst sich Kundenvertrauen sichern, wenn Identitรคtsprรผfung und Nachweisfรผhrung kรผnftig รผber europรคische Schnittstellen laufen? Und welche Chancen ergeben sich aus der Integration neuer digitaler Identitรคten in bestehende Onboarding-Prozesse?

Ein regulatorisches Zusammenspiel mit Wirkung

Die AMLR und eIDAS 2 bilden gemeinsam das Fundament einer digital vernetzten Finanzwelt. Wรคhrend AMLR die Pflichten zur Geldwรคscheprรคvention und Kundenidentifikation neu fasst, schafft eIDAS 2 die notwendige technische und rechtliche Infrastruktur, um diese Anforderungen sicher und interoperabel umzusetzen.

Besonderes Augenmerk gilt dabei der Fernidentifikation. Verfahren wie Video-Ident, die Nutzung staatlicher Register oder die elektronische Vorlage digitaler Ausweise werden kรผnftig nach europรคischen Standards bewertet und anerkannt. Neue technische Spezifikationen – etwa ETSI 119 461 v2 – regeln, wie diese Prozesse sicher und manipulationsfrei durchgefรผhrt werden mรผssen. Diese Vorgaben sollen gewรคhrleisten, dass digitale Identifikationen in allen Mitgliedstaaten gleichwertig sind und gegenseitig akzeptiert werden kรถnnen.

Fรผr Banken bedeutet das: Sie mรผssen nicht nur ihre Systeme anpassen, sondern auch ihre Prozesse zur Datenspeicherung, Authentifizierung und Signatur auf Kompatibilitรคt mit den europรคischen Anforderungen prรผfen.

Orientierung statt รœberforderung

Mit der Einfรผhrung der EUDI-Wallet entsteht ein akuter Informations- und Handlungsbedarf. Compliance-, IT- und Kundenmanagement-Abteilungen stehen gleichermaรŸen vor der Frage, wie sich die neuen regulatorischen Vorgaben in bestehende Strukturen integrieren lassen.

  • Welche neuen Pflichten und Verantwortlichkeiten ergeben sich konkret aus der AMLR?
  • Wie lassen sich eKYC-Prozesse und Onboarding-Strecken kรผnftig vereinfachen, ohne regulatorische Risiken einzugehen?
  • Und welche neuen Geschรคftsmรถglichkeiten ergeben sich durch digitale Nachweise, die europaweit einsetzbar sind?

Klar ist: Die kommenden Jahre werden entscheidend dafรผr sein, wie Banken in ร–sterreich und darรผber hinaus ihre Rolle im digitalen Identitรคtsmarkt gestalten. Wer frรผhzeitig Know-how aufbaut und technologische Pilotprojekte nutzt, kann regulatorische Vorgaben nicht nur erfรผllen, sondern daraus echten Kundennutzen ableiten.

Praxisforum in Frankfurt am 3.11.2025

Antworten und Einblicke aus erster Hand bietet das BANKINGCLUB Forum am 3. November 2025 in Frankfurt. Expertinnen und Experten aus Regulatorik, Finanzpraxis und Technologie diskutieren dort die Auswirkungen von AMLR und eIDAS 2 auf Banken und Versicherungen โ€“ praxisnah, sachlich und ohne Werbebotschaften.

Die Veranstaltung richtet sich ausschlieรŸlich an Mitarbeitende aus dem Finanzsektor. Die Teilnahme ist kostenfrei, erfordert jedoch eine Voranmeldung bis spรคtestens 30. Oktober 2025.

Jetzt Sandbox-Erfahrung mit Wallet-Plattformen sammeln

Die rasch nรคher rรผckende Einfรผhrung der EUDIโ€‘Wallet-Infrastruktur macht es fรผr Banken und Finanzdienstleister entscheidend, sich frรผhzeitig mit praktischen Anwendungen vertraut zu machen. Ein Ansatz dafรผr sind sogenannte โ€žSandboxenโ€œ โ€” simulierte Umgebungen, in denen digitale Identitรคts- und Vertrauensdienste getestet werden kรถnnen. Beispielsweise hat der Anbieter Namirial im Oktober 2025 eine globale Sandbox zur Erprobung seiner Wallet-Plattform gestartet, um Unternehmen die Mรถglichkeit zu geben, im Voraus reale Einsatzszenarien durchzuspielen.

Warum dies fรผr Banken relevant ist:

  • Die Sandbox ermรถglicht das Ausprobieren neuer Funktionen wie Attribut-Verifizierung (z. B. IBAN, Legal Person Identifier), starke Authentifizierung und digitale Nachweise โ€” genau jene Elemente, die kรผnftig durch die Kombination von AMLR und eIDASโ€ฏ2 reguliert werden mรผssen.
  • Im Rahmen solcher Testumgebungen lassen sich technische und organisatorische Prozesse erproben: Welche Rolle รผbernimmt das Institut (z. B. Aussteller, Relying Party)? Wie integriere ich eine Wallet-App in bestehende Onboarding-Strecken? Die Antworten lassen sich praxisnah gewinnen, bevor der operative Druck steigt.
  • Wer jetzt gezielt Erfahrungen sammelt, kann Compliance-Risiken besser einschรคtzen und zugleich Potenziale erkennen: Die Sandbox von Namirial etwa ist explizit auf regulierte Branchen ausgelegt und bietet eine โ€žvorlaufendeโ€œ Plattform, mit der sich Umsetzungspflichten und Marktchancen parallel verstehen lassen.

Angesichts der Deadlines in den Jahren 2026 und 2027 fรผr viele standardisierte Wallet-Anforderungen ist Zeit ein kritischer Faktor. Sandboxen helfen dabei, Unsicherheiten abzubauen und vorbereitend Strukturen aufzubauen.

Fรผr Mitarbeitende in Banken bedeutet das: Nicht nur juristische oder technische Aspekte betrachten, sondern aktiv ausprobieren und Erfahrungswissen generieren. Sandbox-Projekte bieten eine Brรผcke vom theoretischen Regelwerk hin zur realen Umsetzung.

Klaus Fellner leitet seit vielen Jahren die รถsterreichische Tochtergesellschaft von Namirial und betreut Unternehmenskunden wie Banken, Versicherungen und Telekommunikationsunternehmen aller GrรถรŸenordnungen โ€“ sowohl als globaler Key Account Manager als auch รผber strategische Partnernetzwerke. Er ist seit รผber zwei Jahrzehnten im Bereich Unternehmenssoftware tรคtig und gilt als ausgewiesener Experte fรผr elektronische Signaturen, digitales Onboarding und digitale Managementprozesse mit umfassendem Know-How รผber technische, rechtliche und betriebliche Anforderungen rund um E-Signatur- und Onboarding-Workflows. Klaus Fellner ist mit den maรŸgeblichen regulatorischen Rahmenwerken wie AMLR, eIDAS oder DS-GVO bestens vertraut und bringt dieses Wissen in Forschung, Entwicklung und die strategische Produkt-Roadmap von Namirial ein. Zu seinen aktuellen Themen zรคhlen die Anwendungsmรถglichkeiten von EUDI-Wallets, einer Schlรผsselinitiative im Rahmen der eIDAS-Regulierung zur digitalen Identitรคtsverwaltung in der EU.

Zuvor hat Klaus รผber viele Jahre hinweg die Einfรผhrung und Weiterentwicklung digitaler Prozesse in komplexen Unternehmensumgebungen begleitet und dabei als Impulsgeber fรผr innovative Lรถsungen gewirkt. Sein akademischer Hintergrund โ€“ ein Masterabschluss in Wirtschaftsinformatik der Universitรคt Linz โ€“ untermauert seine analytische Tiefe und sein Verstรคndnis fรผr die Schnittstelle von Technologie und betrieblicher Praxis.

Neuste Artikel
Bleiben Sie informiert
Einmal pro Woche informieren wir Sie รผber die neusten & wichtigsten Artikel auf BANKINGCLUB.de und รผber aktuelle Events. Fรผr die Anmeldung reicht Ihre Mailadresse und natรผrlich kรถnnen Sie sich von diesem Verteiler jederzeit abmelden.