Donnerstag, 05. Mรคrz 2026
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Das kleine Comeback der falschen Fuffziger

Die Deutschen wickelten ihre Kรคufe auch im vergangenen Jahr am liebsten mit Hilfe in bar ab. Laut Bundesbank griffen Kunden in 58 Prozent der Fรคlle auf Scheine und Mรผnzen zurรผck, um Gรผter und Dienstleistungen des tรคglichen Bedarfs zu bezahlen. Insofern besteht auch aus krimineller Perspektive weiterhin ein Anreiz, auf Falschgeld zu setzen. Fรผr den Berichtzeitraum 2022 vermeldet die Bundesbank eine Zunahme der sich in Umlauf befindlichen Menge an gefรคlschter Wรคhrung von fast 30 Prozent.ย 

Wenn es festlich wirdย 

Als hauptverantwortlich erachten die Analysten die schrittweise Aufhebung der pandemischen MaรŸnahmen. Insbesondere die Ausrichtung von GroรŸereignissen wie Volksfesten begรผnstigt ihrer Ansicht nach die Verbreitung von Falschgeld. Denn wรคhrend im Einzelhandel Geldscheinprรผfgerรคte beinahe flรคchendeckend zum Einsatz kommen, wird bei Veranstaltungen wie etwa Weihnachtsmรคrkten nicht ganz so genau hingeschaut.ย 

Wird die Zahl der Fรคlschungen nach dem jeweiligen Wert der Scheine aufgeschlรผsselt, stechen zwei Banknoten besonders hervor. 50-Euro-Scheine und 20-Euro-Scheine machten zusammengenommen 69 Prozent aller betroffenen Banknoten aus. Alleine auf den โ€œfalschen Fuffzigerโ€ entfielen demzufolge 40 Prozent des Falschgelds. Sowohl unterhalb dieser Wertgrenze als auch darรผber nahm die Menge des konfiszierten Papiergelds deutlich ab. Die 5-Euro-Note und die 500-Euro-Note markieren nicht nur die de facto Wertgrenze unserer Wรคhrung, sondern mit vier Prozent auch die niedrigste absolute Zahl an Fรคlschungen.ย 

Kein Grund zur Besorgnisย 

Der relative Anstieg des Falschgeldaufkommens fรคllt mit 30 Prozent zwar deutlich aus, doch wรคre es verkehrt, von einem Alarmsignal zu sprechen. Nach Angaben der Bundesbank liegt die geschรคtzte Schadenssumme bei gerade einmal 2,7 Million Euro. Mit einem praktischen Beispiel veranschaulicht die Behรถrde zudem, wie niedrig der Wert tatsรคchlich ist. Demnach wรผrden im rechnerischen Schnitt gerade einmal 5 von 10.000 Bรผrgern in Kontakt mit einer falschen Banknote kommen.ย 

Darรผber hinaus stellt auch die Herkunft des Falschgelds eine Besonderheit dar. Mehrheitlich wurden Scheine konfisziert, die als โ€œProp copyโ€ oder โ€œMovie Moneyโ€ bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um Druckfรคlschungen, die fรผr Film- oder Theaterproduktionen hergestellt wurden und denen wesentliche Sicherheitsmerkmale fehlen. Die professionelle Produktion von Falschgeld bleibt also die Ausnahme, was fรผr die bestehenden Sicherheitsstandards spricht.ย 

Insgesamt feiern die โ€œfalschen Fuffzigerโ€ mit dem Ende der pandemischen MaรŸnahmen also ein kleines Comeback. Im Gesamtkontext von Finanzkriminalitรคt fรคllt der Anteil des Falschgelds allerdings verschwindend gering aus.ย 

Tipp: Sie interessieren sich fรผr weitere Dailies? Hier kommen Sie zur Auswahl unserer Kurznachrichten.

Milan Herrmann ist ehemaliger Redakteur beim BANKINGCLUB.

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