Freitag, 17. April 2026
0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Erwachet!

Zugegeben, die รœberschrift ist geklaut, aber wach werden sollte unsere Branche trotzdem.

Da werden diesen Sommer etwa 4.300 Studenten รผber ihre Einstellung zum Leben und Berufsleben befragt, und wieder einmal gibt es keine Unruhe im Banklager. Das ist komisch. Denn aus der aktuellen Befragung von Ernst & Young mรถchte kaum noch jemand in Banken arbeiten, jeder Dritte stattdessen aber gerne bei Vater Staat. Das kรถnnen wir sogar nachvollziehen, denn wer klug genug ย fรผr einen akademischen Grad ist, hat den Schummel um sichere Renten natรผrlich lรคngst durchschaut. Mit ihrer persรถnlichen Situation sind die Befragten zufrieden, fรผr 73 Prozent ist die Familie am wichtigsten, und die Eltern gelten immer noch als Vorbild. Tadellos, diese an altmodischen Werten orientierte Gruppe. Mehr als 50 Stunden wollen indes nur sechs Prozent der Studenten arbeiten. Die 15 Prozent, die in einer Unternehmensberatung ihre Arbeitskraft lassen wollen, werden sich wohl noch das ein oder andere Horn abstoรŸen mรผssen. Oder die Beratungsschmieden werden ihre Ansprรผche an Nachtschichten herunterschrauben mรผssen. Einzig positiver Wert fรผr die Bank- und Versicherungsbranche: Zwei Drittel wollen nicht lรคnger als vier Jahre beim ersten Arbeitgeber verweilen. Und wenn Sie sich jetzt fragen, wieso denn ausgerechnet dieser Wert positiv sein soll, will ich die Aufl รถsung nicht fรผr mich behalten. Nur drei Prozent der Studenten zieht es in eine Versicherung, fรผnf Prozent wollen zu einer Bank. Da kรถnnen Sie hoff en, dass die restlichen 95 Prozent nach vier Jahren noch umdenken. Nun, Ursachen fรผr die Unbeliebtheit der Bankbranche gibt es sicher manche. Spรคtestens seit der Finanzkrise muss auch dem letzten Verantwortlichen klar sein, dass das Imageproblem der Finanzinstitute einen weitaus gewaltigeren Schaden genommen hat, als manchen bewusst gewesen ist. Jahrelange Umstrukturierungen, FilialschlieรŸungen, Stellenabbau und Skandale haben aus einem hรถchst angesehenen Berufsstand so etwas wie ein Sorgenkind fรผr die Personaler gemacht. Nicht zuletzt die geringen Auszubildendenzahlen sprechen dafรผr: Nur knapp 80 Prozent der Azubiplรคtze konnten zuletzt mit Nachwuchskrรคften besetzt werden. Also, liebe Bankbranche. Die Fintechs nehmen Euch Euer Geschรคftsmodell weg. Und alle anderen die Talente. Hรถchste Zeit aufzuwachen. Es ist 2 vor 12!

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

Neuste Artikel
Bleiben Sie informiert
Einmal pro Woche informieren wir Sie รผber die neusten & wichtigsten Artikel auf BANKINGCLUB.de und รผber aktuelle Events. Fรผr die Anmeldung reicht Ihre Mailadresse und natรผrlich kรถnnen Sie sich von diesem Verteiler jederzeit abmelden.