Dienstag, 09. Juni 2026

Studie: Jedes fünfte Kleinunternehmen fürchtet um seine Existenz

Die Stimmung unter deutschen Kleinunternehmen hat sich im Frühjahr 2026 deutlich verschlechtert. Laut einer aktuellen Studie der VR Smart Finanz blickt fast jedes fünfte Unternehmen mit Sorge auf den eigenen Fortbestand.

Die wirtschaftliche Lage vieler Kleinunternehmen in Deutschland bleibt angespannt. Das geht aus dem aktuellen Stimmungsbarometer der VR Smart Finanz hervor, das gemeinsam mit dem Steinbeis-Institut erhoben wurde. Demnach bewertet nur noch knapp die Hälfte der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Gleichzeitig berichtet mehr als jedes zweite Unternehmen von Liquiditätsengpässen. Knapp jedes fünfte Kleinunternehmen sieht zudem seinen Fortbestand gefährdet, sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verbessern.

Der Kleinunternehmerindex der VR Smart Finanz zeigt, dass die Befragten ihre wirtschaftliche Situation im Vergleich zu vor 12 Monaten schlechter bewerten als im Oktober 2025. Der Indikator für den 12-Monatsrückblick sinkt leicht um 3 Punkte auf -1. Für die Zukunft sind die Unternehmen nochmal deutlich pessimistischer: Der Zukunftsindikator fällt signifikant um 19 Punkte auf 11 Punkte.

Kleinunternehmen
Quelle: VR Smart Finanz / Steinbeis-Institut

Kleinunternehmen fordern bessere Investitionsbedingungen

Auch die Investitionsbereitschaft hat nachgelassen. Zwar sehen viele Unternehmen weiterhin einen hohen Investitionsbedarf, doch zahlreiche Vorhaben werden aufgrund fehlenden Eigenkapitals, hoher Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit verschoben oder ganz gestrichen. Dennoch planen viele Betriebe weiterhin Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung.

Damit diese Investitionen tatsächlich umgesetzt werden, sehen die befragten Unternehmen vor allem die Politik in der Pflicht. Neben einer stärkeren Nachfrage fordern sie insbesondere niedrigere Steuern und Abgaben, einen konsequenten Bürokratieabbau sowie geringere Energiekosten. Die zuletzt eingeführten degressiven Abschreibungsregelungen hätten zwar zu knapp 40 Prozent der Investitionen beigetragen, reichten nach Einschätzung vieler Unternehmen jedoch nicht aus. Bleiben grundlegende Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus, sieht knapp jedes fünfte Kleinunternehmen seinen Fortbestand gefährdet.

Für die Studie wurden Anfang April 2026 insgesamt 300 Kleinunternehmen, Gewerbekunden und Soloselbstständige mit einem Jahresumsatz von bis zu sechs Millionen Euro befragt.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neuste Artikel
Bleiben Sie informiert
Einmal pro Woche informieren wir Sie über die neusten & wichtigsten Artikel auf BANKINGCLUB.de und über aktuelle Events. Für die Anmeldung reicht Ihre Mailadresse und natürlich können Sie sich von diesem Verteiler jederzeit abmelden.