Obwohl das World Wide Web mittlerweile nicht mehr aus unserem beruflichen als auch privaten Alltag wegzudenken ist, so bereitet die wahrscheinlich grรถรte Errungenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts Datenschรผtzern immer noch eklatante Probleme. Warum ist das so? Der Grund ist wohl die in vielen Belangen unsichere Gesetzeslage. Schwarz und weiร findet man nur in den wenigsten juristischen Fรคllen. Die Grauzone trifft es wohl eher โ ein Begriff den gerade Betroffene nicht mehr hรถren kรถnnen. Das wohl begehrteste Gut ist fรผr die Diebe in diesem Zusammenhang der Zugriff auf persรถnliche Daten, wie Adressen und Bankverbindungen. Im Jahre 2009 war es Reportern des NDR in nur wenigen Stunden gelungen, eine Vielzahl, d.h. รผber tausend Datensรคtze zu erwerben. Ja, โerwerbenโ! Auf Schwarzmรคrkten wurden Kontodaten und dergleichen zum Kauf angeboten.
Verschรคrfung des Datenschutzes als Folge
Daraufhin kam es zu einer Verschรคrfung des Datenschutzes. Allerdings finden besagte Kriminelle schnell Methoden, um sich auch dann wieder in die Grauzone flรผchten zu kรถnnen. Problematisch erweist sich vor allem die Tatsache, dass die Weitergabe von Daten keineswegs einem generellen Verbot unterliegt. Wer also im Marketing aktiv ist oder Meinungsforschung betreibt, gelangt schnell an die gewรผnschten Daten. Das Opfer erfรคhrt nur in den wenigsten Fรคllen, wer genau seine Daten fรผr welchen Anlass erworben hat und wo er sie vor allem erhalten hat. Und nur dann kann das Opfer der Nutzung dieser Daten auch auf rechtlicher Grundlage widersprechen. Haben Sie schon einmal einem Angestellten eines Callcenters die Lรถschung Ihrer Daten befohlen? Eigentlich sollte dies ein Automatismus sein, wenn man Informationen รผber sich nicht in den Hรคnden von Dritten wissen will. Aber wer macht das schon?
Das Bundesdatenschutzgesetz hat einen entsprechenden Katalog an verbindlichen Verboten der Datenweitergabe formuliert. Trotzdem bleiben bei den vielen Mรถglichkeiten des illegalen Datenerwerbs immer noch zu viele Grauzonen unbeachtet. Hier sollte dringend etwas getan werden.
Christian Grosshardt war zwischen 2014 und 2018 Redakteur im BANKINGCLUB und fungierte von Januar bis April 2018 als Chefredakteur von BANKINGNEWS. Wรคhrend seines Studiums der Germanistik, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er bereits umfangreiche redaktionelle Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der Kรถlnischen Rundschau.

