Freitag, 17. April 2026
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Rekrutierung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung

In der Bankbranche geht der allgemeine Umbruch mit weiteren einschneidenden Verรคnderungen einher. Die zunehmende Regulierung erfordert von IT- und Fachabteilungen immense Anpassungen und nach wie vor erschwert das beschรคdigte Image der Branche die Mitarbeitergewinnung und -bindung. Fรผhrungskrรคfte mรผssen sowohl die Unternehmens- als auch die Personalstrategie auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und zukunftsfรคhige Geschรคftsmodelle am Markt etablieren.

Die Arbeitnehmer-Generation Y

Denn bei all den Verรคnderungen, die Banken zu bewรคltigen haben, ist die wichtigste Ressource der Mensch. Es gilt, eine Balance zwischen personellen Umstrukturierungen, der Weiterentwicklung des Mitarbeiterstamms und der Rekrutierung von Nachwuchskrรคften zu schaffen, bei der jeder Mitarbeiter die eigenen Stรคrken zur Erreichung der Unternehmensziele einsetzt. Das ist keine leichte Aufgabe, zumal Berufseinsteiger heute vollkommen andere Vorstellungen von Karriere und Beruf haben als Bewerber noch vor zehn Jahren. Die Unternehmen sollten sich darauf einstellen, denn im Jahr 2020 wird die Generation Y weltweit mehr als ein Drittel der berufstรคtigen Bevรถlkerung stellen.

Banken mรผssen sich wandeln, flexibler werden und auf die neue Generation von Mitarbeitern eingehen. Denn aktuell gibt es ein groรŸes Ungleichgewicht zwischen den Ansprรผchen der Arbeitgeber und den Wรผnschen der Arbeitnehmer. Berufseinsteiger mรถchten ihren Alltag mit flexiblen Arbeitszeiten, Sabbatical, hoher technischer Ausstattung und Home Office bewรคltigen. Darauf haben sich die meisten Unternehmen jedoch noch nicht eingelassen, wodurch die Schwierigkeit steigt, Positionen zu besetzen.

Anforderungsprofile werden komplexer

Das macht sich vor allem bei der Suche nach Vertriebsmitarbeitern bemerkbar. Denn trotz allgemeiner Zurรผckhaltung in Bezug auf Neueinstellungen im Bankensektor ist die Nachfrage nach Privat- und Firmenkundenberatern konstant hoch. รœber alle Einsatzbereiche hinweg lรคsst sich der Trend beobachten, dass die gesuchten Profile immer komplexer werden, da Banken nach wie vor sehr stark auf fachliche Qualifikationen achten. Daneben wird ein hohes MaรŸ an IT-Know-how in Form von Programmierung oder Entwicklung benรถtigt. Digitalisierung und Automatisierung gewinnen weiter an Bedeutung und auf diese Verรคnderungen mรผssen Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaรŸen flexibel reagieren.

Besonders in Deutschland setzen Arbeitgeber dabei auf Fortbildung. In einer internationalen Studie der ManpowerGroup geben 87 Prozent der hierzulande befragten Unternehmen an, ihre Mitarbeiter mit internen Schulungen auf die Jobs der Zukunft vorbereiten zu wollen, international sind es 79 Prozent. Externe Schulungen wollen 85 Prozent ihren Angestellten anbieten, international nur 70 Prozent.

Lebenslanges Lernen

Insbesondere in der Bankenwelt erfordern die sich stรคndig verรคndernden Anforderungen ein lebenslanges Lernen. Ziel ist es, alle Mitarbeiter auf einem qualitativ hochwertigen Niveau zu schulen und in die Lage zu versetzen, Marktgegebenheiten und interne Verรคnderungen schnell und effizient meistern zu kรถnnen.

Intensive Kommunikation

Die Anforderungen an den Banker von heute sind also sehr vielschichtig. Eine hochwertige Ausbildung, entweder an den Hochschulen oder als Bankkaufmann/-frau, ist nach wie vor die Basis fรผr einen Einstieg in die Bankenwelt. Das allein reicht jedoch nicht aus, denn der Grad der Technisierung erfordert eine hohe IT-Affinitรคt, die Bereitschaft, sich permanent weiterzubilden, und ein hohes MaรŸ an sozialer Kompetenz. Dies wirkt sich wiederum auf den gesamten Recruiting-Prozess aus. Ein enger Austausch mit den Ansprechpartnern ist essentiell, um schnell und effizient die am besten passenden Ressourcen zur Verfรผgung stellen zu kรถnnen. Nur รผber eine intensive Kommunikation kann es gelingen, neben der Fachqualifikation auch viele Informationen รผber soziale Kompetenzen zu erhalten und die vakante Stelle schlussendlich erfolgreich zu besetzen.

Raymond Homo ist Geschรคftsfรผhrer der Bankpower GmbH, ein Joint Venture zwischen der Deutschen Bank und der ManpowerGroup, an deren Grรผndung er im Jahre 1998 maรŸgeblich beteiligt war. Darรผber hinaus ist er Vorsitzender des Verbandsbereiches Personalvermittlung im Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und seit Juni 2016 Vorstandsmitglied im BAP.

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