Montag, 21. September 2026

Was rettet uns?

th – Mitte Februar stellt sich mit der Aareal Bank die erste gesunde Bank unter den Rettungsschirm der Soffin. Da fragt man sich zu Recht: Wieviel Vertrauen ist noch im Banken-System?

Die Anleger würdigten den Schritt der Aareal Bank am 16.2. positiv. Im Gegentrend zu anderen Bankaktien legt der M-DAX-Titel um knapp 16% zu. Somit scheint der Schritt der Bank aus Anlegersicht eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen zu sein.
Rettungsschirm, Konjunkturpakete und Finanzplatzreformen gehen indes dem Ökonomen Paul de Grauwe, Universität Leuven, nicht weit genug. Mit den geplanten Reformen lässt sich eine Wiederholung der Finanzkrise keinesfalls verhindern.
Doch was verhindert die Wiederholung der aktuellen Großwetterlage? Verstaatlichung, wie sie nun der HRE droht? Kritiker sind da schnell gefunden und die Vergleiche zu Banken mit politischem Einfluss liegen nah. In den USA hat es derweil sogar eine offizielle Erklärung von Notenbank und Finanzministerium gegen eine Verstaatlichung von Banken gegeben. Dort ist man weiterhin der Meinung, dass die Finanzwelt ohne staatlichen Eingriff besser funktionieren wird. Damit werden jedoch in den USA weitere Finanzmittel zur Stützung der Banken notwendig werden. Die Börse nimmt die Situation vorweg und stürzt weiter ab.
Weder Verstaatlichung noch Stütze stellen jedoch ein Zukunftsmodell für die Banken dar. Eine der Kernaufgaben von Banken ist die Kreditvergabe an die nationale und internationale Wirtschaft. Ist diese Vergabe gefährdet, dann löst eine Finanzkrise schnell auch den Sog in Richtung einer Wirtschaftskrise aus. Dies lässt sich nicht generell unterbinden. Die Risiken, die Banken eingehen dürfen, müssen in Zukunft regulatorisch minimiert, die Eigenkapitalquote zudem deutlich erhöht werden. Dies gilt insbesondere für Boomzeiten, in denen die Banken in Europa gezwungen werden sollen höhere Eigenkapitalreserven zu bilden.
Was bleibt: Wir brauchen Banken, denn diese nehmen auch notwendige volkswirtschaftliche Aufgaben wahr. Und wir brauchen wieder das Vertrauen in Banken und das Vertrauen zwischen Banken.

Foto: © sgursozlu/stockxpert.com

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Gründer des BANKINGCLUB. In seinem Editorial „Quer durch die Bank“ bezieht er regelmäßig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen.

Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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