Sonntag, 15. Mรคrz 2026
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Banken im Visier von DDoS-Erpressern

Wie fast alles im Leben hat auch die fortschreitende Digitalisierung ihre Schattenseiten: Je mehr Prozesse digitalisiert werden, desto grรถรŸer werden die Angriffsflรคchen fรผr Cyberkriminalitรคt. Nicht nur die Anzahl, auch die Bandbreite der Straftaten wรคchst stetig an: Laut IBM X-Force Threat Intelligence Index 2021 zรคhlt DDoS neben Ransomware, Datendiebstahl, unautorisierten Serverzugriffen, Business E-Mail Compromise (BEC) und Credential Harvesting zu den hรคufigsten Angriffstypen in Europa. Zu den beliebtesten Zielen von Cyberkriminellen gehรถrt die Finanzindustrie. Laut einer Studie der Boston Consulting Group werden Banken dreihundert Mal hรคufiger angegriffen als Unternehmen anderer Branchen. Kein Wunder also, dass das Allianz Risk Barometer 2021 Cybervorfรคlle als den grรถรŸten Risikofaktor fรผr die Finanzbranche identifiziert.

Fatale Kombination: DDoS-Attacken und Erpressung

Eine stetig wachsende Bedrohung sind Ransom-Denial-of-Service-Angriffe (RDoS). Diese Form digitaler Erpressung hat sich zu einem lukrativen Geschรคftsmodell fรผr die organisierte Kriminalitรคt entwickelt. 2021 erregte eine grรถรŸere RDoS-Kampagne im DACH-Raum unter dem Decknamen โ€žFancy Lazarusโ€œ betrรคchtliches Aufsehen. Bei einem RDoS-Angriff erhalten die betroffenen Banken zunรคchst ein Erpresserschreiben, das zur Zahlung eines Lรถsegeldes in Bitcoin auffordert. Parallel dazu erfolgt ein erster DDoS-Angriff, der demonstrieren soll, dass die Erpresser es ernst meinen. Kommt das betroffene Institut der Zahlung nicht nach, erfolgt die eigentliche Attacke. Beim Angriff wird der Server mit so vielen Anfragen รผberschรผttet, bis er bei der Beantwortung nicht mehr hinterherkommt. Die Website, das Portal oder der Service werden unerreichbar fรผr andere User. Zu den Folgen zรคhlen neben finanziellen Verlusten auch nachhaltige Schรคden fรผr die Reputation und das Kundenvertrauen der betroffenen Finanzunternehmen.

Cloud-Lรถsungen schonen Reputation und Budgets

Gegen alle oben genannten Angriffsarten kรถnnen sich Finanzunternehmen prรคventiv schรผtzen. Grundsรคtzlich lรคsst sich DDoS-Schutz entweder รผber Hardware Appliances fรผr den On-Premise-Einsatz oder als Security-as-a-Service-Lรถsung (SECaaS) implementieren.


โ€žFinanzunternehmen kรถnnen durch die Auslagerung in die Cloud signifikant Kosten sparen.โ€œ

Aufgrund der wachsenden Komplexitรคt der Angriffe und mangelnder IT-Ressourcen gehen aber immer mehr Unternehmen zu einer Cloud-basierten SECaaS Lรถsung รผber. Bei der Cloud-Lรถsung erfolgt die Filterung des Datenverkehrs รผblicherweise รผber ein Scrubbing-Center des IT-Dienstleisters, das den gesรคuberten Traffic an die Server des jeweiligen Unternehmens weiterleitet. Hier รผbernimmt der Dienstleister in enger Absprache mit dem Kunden die Implementierung und Konfiguration des Systems. Der laufende Betrieb wird ebenfalls durch den Service-Partner erledigt. Zusรคtzliche Software oder Hardware sind nicht erforderlich. Finanzunternehmen kรถnnen durch die Auslagerung in die Cloud signifikant Kosten fรผr eigene Infrastruktur und Fachexperten einsparen. Es gibt jedoch einige Grundsรคtze zu beachten, damit Funktionalitรคt, Sicherheit und Compliance gewรคhrleistet sind.

Was bei Auslagerungen zu beachten ist

Beim Einsatz einer Cloud-gestรผtzten Sicherheitslรถsung ist die Wahl des richtigen Dienstleisters entscheidend. Dieser sollte nicht nur รผber die notwendige technische Expertise verfรผgen. Vor allem sollte er Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Banken und Finanzunternehmen mitbringen, denn in dieser Branche ist kein Raum fรผr Fehler. Entscheidend fรผr Compliance ist, dass der Anbieter alle sektorspezifischen Anforderungen an Auslagerungen nach ยง25 KWG, MaRisk AT 9, BAIT und kรผnftig DORA nachweislich erfรผllen kann. Einerseits sorgt dies fรผr Vertrauen und erleichtert andererseits die Prรผfung durch die Aufsicht. Und: Spรคtestens seit dem Wegfall des Privacy-Shield-Abkommens durch das EuGH-Urteil zu Schrems II ist der DSGVO-konforme Einsatz von US-amerikanischen Cloud-Unternehmen nur noch in Ausnahmefรคllen mรถglich. Vor allem in der europรคischen Finanzbranche sollte auch ein europรคischer Anbieter bevorzugt werden. Nur dadurch ist sichergestellt, dass sensible Daten im europรคischen Rechtsraum verbleiben und nicht in den Zugriffsbereich auรŸereuropรคischer Behรถrden geraten. Das wiederum schafft Vertrauen bei den Kunden.

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