Freitag, 13. März 2026
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Der neue SCHUFA-Score: Erklärbarkeit, Transparenz, Beeinflussbarkeit und Fairness 

Am 17. März wird der neue SCHUFA-Score eingeführt. Als weltweit erster vollkommen transparenter Bonitätsscore löst er den seit 2006 geltenden branchenübergreifenden Basisscore ab. Ein Überblick über das neue Bewertungssystem der SCHUFA.

Der parallel zum neuen Score entwickelte SCHUFA-Account soll Verbraucherinnen und Verbrauchern jederzeit den kostenfreien, digitalen Einblick in ihre bonitätsrelevanten und von der SCHUFA gespeicherten Daten verschaffen. Über den Account kann zudem auf ein Erklärtool zugegriffen werden, das den eigenen Score nachvollziehbar machen soll, indem es zeigt, wie die einzelnen Kriterien auf Basis der eigenen Daten auf den Score wirken. Genau wie der Score selbst, ist auch der Account ab dem 17. März 2026 für alle offen zugänglich.

Die Resonanz auf den neuen Score ist bislang sehr positiv. So gab die SCHUFA bereits im vergangenen Jahr an, dass zahlreiche Unternehmenskunden und auch die Datenschutzaufsichtsbehörde positives Feedback zum neuen Score gaben. Laut SCHUFA testen derzeit bereits 17 Banken und Unternehmen die Prognosegüte des neuen Scores auf ihren Kunden-Portfolien oder beabsichtigen dies zeitnah zu tun. 

Zwölf statt 250 Kriterien – mehr Transparenz, weniger Komplexität 

Die SCHUFA möchte ihre bisher sehr komplexe „Score-Welt“ einfacher und für alle nachvollziehbarer gestalten. Ein wichtiger Schritt hierfür ist die Ablösung der bisher bestehenden sechs Branchenscores: Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Telekommunikation, Handel sowie Versandhandel/E-Commerce – denn allein diese verwenden bisher rund 100 Kriterien. Außerdem ist der neue Score sowohl für Verbraucherinnen und Verbraucher als auch für Unternehmen sowie Banken zukünftig der gleiche. Zahlreiche individuell für Kundinnen und Kunden entwickelte und nur bei diesen eingesetzten Scores stützen die bisherige Komplexität zusätzlich. Die Vielzahl an Scores wurde nun von der SCHUFA kompakt zusammengefasst: aus 250 möglichen Kriterien wurden die zwölf verständlichsten und aussagekräftigsten ausgewählt: 

  1. Zahlungsstörungen
  2. Alter des ältesten Bankvertrags 
  3. Alter der ältesten Kreditkarte 
  4. Alter der aktuellen Adresse 
  5. Alter des jüngsten Rahmenkredits 
  6. Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten 
  7. Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten 
  8. Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten 
  9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite 
  10. Kreditstatus 
  11. Immobilienkredit 
  12. Vorliegen einer Identitätsprüfung 

Punkte statt Prozente – die Vorteile des neuen Scores 

Jedes der zwölf in den neuen Score einfließenden Kriterien besitzt eine Punkteskala, wobei die Höhe der Punkte je Kriterium die Gewichtung im Score wiedergibt. Jedes in den neuen Score einfließende Kriterium erhält Punkte, welche zusammengerechnet die Gewichtung im Score widerspiegeln. Die Stärke des Einflusses des einzelnen Kriteriums auf den Score wird also durch die Höhe des Punktwertes angegeben. Veränderungen des eigenen Scores durch die jeweiligen Kriterien können somit leichter nachvollzogen werden. Diese Umwandlung der Score-Formel, also mit welcher Gewichtung die einzelnen Kriterien in den Score einfließen, von dem bisherigen Prozent- zu dem neuen Punktesystem trägt zur Erfüllung der vier Hauptansprüche der SCHUFA an den neuen Score bei: 

Erklärbarkeit: Eine bessere Erklärbarkeit wird durch das Umdenken und Vereinfachen des Scorings erreicht, was wiederum durch die Reduktion von Scores und Kriterien erzielt wird. Die Auswahl der zwölf verständlichsten und aussagekräftigsten Kriterien fördert die Erklärbarkeit zusätzlich. Auch der essenzielle Anspruch der SCHUFA, die potenziellen Auswirkungen der Kriterien auf den Score für Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehbar zu machen, ist somit erfüllt. 

Transparenz: Verbraucherinnen und Verbraucher können durch das neu eingeführte Punktesystem ohne statistische Fachkenntnisse einfach anhand der eigenen Daten ihren Score selbst zusammenrechnen, und somit auch besser nachvollziehen, welche Kriterien ihren persönlichen Score beeinflussen sowie Änderungen ihres Scores verstehen. Außerdem können sie künftig Einfluss auf den eigenen Score nehmen – Stichwort informationelle Selbstbestimmung. In einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft werden Datensouveränität, sprich Transparenz und Kontrolle über die eigenen Daten, für die Bevölkerung immer wichtiger. Diese Kommunikation auf Augenhöhe unterstützt zudem eine gute Kundenbeziehung. Für die SCHUFA bedeutet völlige Transparenz auch, dass Verbraucherinnen und Verbraucher den gleichen Score einsehen können, den zum Beispiel auch Banken abrufen können.

Beeinflussung: Durch die völlige Transparenz des neuen SCHUFA-Scores wissen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig, wie sie den eigenen Score beeinflussen und verbessern können. Dies ermöglicht bewusstere Finanzentscheidungen. Gewährleistet wird diese Beeinflussbarkeit auch durch das neue Punktesystem. 

Fairness: Verschlechterungen aufgrund einzelner Ereignisse fallen im neuen Score weniger stark ins Gewicht – dank der entsprechenden Anpassung der Kriterien. Die SCHUFA gibt folgendes Beispiel an: „Sofern sich jemand für ein Girokonto oder eine Kreditkarte interessiert, wird dies zukünftig als ein Vorgang gewertet. Der Unterschied zu heute? Aktuell wird sowohl die Anfrage als auch ein potenzieller Vertragsabschluss separat im Scoring berücksichtigt. Das heißt: Wenn Sie sich eine neue Kreditkarte zulegen, senkt das nur noch einmal den Score und nicht wie bislang zweimal.“ 

Weitere Vorteile des neuen SCHUFA-Scores: Das mit mehr als 60 Gini-Punkten gleichbleibende Qualitätskriterium der Prognosegüte unterstützt viele Geschäfte zu günstigen Konditionen und sorgt somit laut SCHUFA für Wachstum und Teilhabe. Die Berücksichtigung der steigenden Anforderungen in der Regulatorik bietet einen großen Mehrwert für die Unternehmenskunden der SCHUFA. Zudem beachtet der neue Score Veränderungen am Markt, wie zum Beispiel die steigende Zahl der Minikredite sowie die häufigere Nutzung von Vergleichsplattformen seit 2016 – aus diesem Jahr stammen die SCHUFA-Scores der 3. Generation. 

Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der SCHUFA, lobte den neuen Score bereits im vergangenen Jahr als den qualitativ besten und gleichzeitig verständlichsten Score, den die SCHUFA auf Basis ihres marktführenden Datenbestandes entwickeln konnte. 

Auf ihrer Website hat die SCHUFA die wichtigsten Anmelde- und Zugangskriterien noch einmal zusammengefasst. 

Margaretha Müller absolviert seit Oktober 2024 ein redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB. Ihren Bachelor in Philosophie und Geschichte schloss sie an der Universität Trier ab.

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