Montag, 26. Januar 2026
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Die verborgene Compliance-Krise

Ineffiziente KYC-Prozesse kosten Banken längst mehr als nur Zeit: Sie vertreiben Kunden, binden Ressourcen und erhöhen das Bußgeldrisiko. Studien zeigen, dass bereits 43 % der Institute Kunden dadurch verloren haben. Marcel Brunner, Head of Sales Germany und KYC-Experte bei Company.info, analysiert die häufigsten Fehlerquellen – und warum Datenqualität der entscheidende Faktor ist.

Compliance Officer und Risk Manager kennen das Problem: manuelle Abgleiche, verstreute Datenquellen, widersprüchliche Informationen. Ergebnis: langsames Onboarding, hoher Remediation-Aufwand, Bußgelder.

In meiner Arbeit mit Banken und FinTechs zu KYC- und Compliance-Lösungen sehe ich immer wieder die gleichen Muster: Die meisten Probleme sind keine Frage der Regulierung, sondern der Datenqualität und der Prozesse.

Laut Fenergo KYC Trend Report 2023 haben 43 % der deutschen Banken bereits Kunden aufgrund ineffizienter KYC-Prozesse verloren. Viele dieser Fehler wären vermeidbar – mit besseren Daten, Automatisierung und klaren Workflows.

Die unsichtbare Zeitbombe in Ihren KYC-Prozessen

Deutsche Banken müssen gemäß GwG und BaFin-Richtlinien Firmenkunden gründlich prüfen. Studien zu KYC-Remediation und Datenqualität zeigen:

  • Ein relevanter Teil des Kundenstamms muss regelmäßig KYC-remidiert werden.
  • Veraltete, unvollständige oder ungenaue Stammdaten sind der wichtigste Treiber.
  • Mitarbeitende verbringen bis zu ein Viertel ihrer Zeit mit Datenkorrekturen – vor allem bei komplexen Unternehmensstrukturen.

Die Konsequenz:

  • Datenbereinigungsprojekte dauern Wochen statt Tage
  • KYC-Dossiers sind in Prüfungen angreifbar
  • Strafen: bis zu 5 Mio. Euro oder 10 % des Umsatzes (GwG § 55)

Die 7 häufigsten KYC-Fehlerquellen bei Firmendaten

FehlerquelleImpactVerbreitung
Veraltete HandelsregistereinträgeGwG-/BaFin-RisikoTypischer Prüfungsbefund
Fehlende UBO-IdentifizierungGwG-RisikoHäufig bei komplexen Strukturen
Datenkonflikte zwischen QuellenVerzögerungen, MehraufwandRegelmäßig bei Systembrüchen
AutomatisierungsfehlerFalsche MatchesVor allem in Legacy-IT
Regionale / Register-LückenLücken in KundendatenHäufig mit Auslandsbezug
Sanktionslisten-ÜberlastungScreening-FehlerSteigend durch Update-Flut
PEP-PrüfungenÜbersehene RisikenKritisch bei indirekten Beteiligungen

Die wahren Kosten: Mehr als nur Bußgelder

Deutsche Geldhäuser geben im Schnitt rund 2.627 Euro pro KYC-Prozess aus. Studien zeigen KYC-Onboarding-Kosten in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr und globale Strafzahlungen im Milliardenbereich. Mit eIDAS 2.0 und der neuen EU-AML-Verordnung steigt der Druck, KYC-Prozesse digital und effizient aufzusetzen – manuelle Workarounds lassen sich immer schwerer begründen.

Typische Projektbeispiele im Mid-Market & FinTech

  • Mittelgroße Geschäftsbank: KYC-Prüfungen dauern wochenlang, Daten liegen in mehreren Systemen. Nach Einführung einer zentralen KYC-/CLM-Lösung mit Datenaggregation verkürzen sich Durchlaufzeiten deutlich, Remediation-Stau und Nacharbeiten gehen zurück.
  • FinTech: Manuelles Onboarding und Sanktionsscreening führt zu Tagen Bearbeitungszeit und Abbrüchen. API-basiertes KYC mit Echtzeit-Screening verkürzt Prüfungen auf Minuten und erlaubt Wachstum ohne proportionalen Personalaufbau.

Die Lösung: Intelligente Datenverifizierung statt manueller Hölle

Best Practices für KYC-Exzellenz:

  • Automatisierte Quellenaggregation: Handelsregister, Wirtschaftsauskunfteien und Sanktionslisten in einem Feed; Studien berichten von bis zu 60–80 % weniger Aufwand.
  • KI-gestütztes Matching: hohe Treffergenauigkeit bei Namens- und Adressabgleichen, deutlich weniger manuelle Korrekturen.
  • Standardisierte Remediation-Workflows: risikobasierte Batch-Prüfungen statt Einzelfall-Feuerwehr.
  • Vollständige Audit-Trails: jede Änderung an KYC-Daten protokolliert – ein Plus in BaFin- und Internal-Audits.

Ein weiterer Hebel: Das Onboarding sollte nicht erst im Backend beginnen. Immer mehr Banken und FinTechs setzen auf automatisierte Webformulare, die bereits auf der Website kundenfreundlich und strukturiert Daten erfassen. Das reduziert Abbruchquoten, beschleunigt den Abgleich mit KYC-Quellen im Hintergrund und erhöht die Datenqualität von Anfang an.

Das sollten Sie jetzt tun

  1. Datenlage ehrlich prüfen: Wie fragmentiert sind Ihre KYC-Daten heute?
  2. Fehler- und Remediation-Quote messen – nicht nur im Projekt, sondern im Bestand.
  3. Einen Business Case für Automatisierung bauen: Wo sparen Sie Zeit, Bußgelder und Abbrüche?

Die Compliance-Krise ist vermeidbar – wenn Sie Ihre KYC-Datenbasis jetzt zur Priorität machen. Aus Projekten mit Banken und FinTechs sehe ich: Der größte Hebel liegt fast immer in der Kombination aus besseren Unternehmensdaten und klaren, automatisierten KYC-Workflows. Genau hier setzt Company.info mit registerbasierten Firmendaten und KYC-fähigen Strukturen an – als Datenfundament, auf dem Institute ihre eigenen Prozesse aufbauen.

Marcel Brunner

Marcel Brunner, Head of Sales Germany und Experte für KYC- & Compliance-Lösungen bei Company.infounterstützt Banken und FinTechs dabei, Unternehmensdaten für KYC, UBO-Ermittlung und laufende Überwachung nutzbar zu machen.

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