Samstag, 14. Mรคrz 2026
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Mitarbeitergewinnung in einem schwierigen Marktumfeld

Wir haben mal wieder alles gegeben โ€“ so oder so รคhnlich wรผrde ich inzwischen die Frage des Vorstandes beantworten, wie das letzte Bewerbungsgesprรคch in der Gladbacher Bank gelaufen sei. Mitarbeitergewinnung ist im Bankenbereich zur Kernaufgabe fรผr Personaler geworden. Drohender Personalmangel stellt ein Geschรคftsrisiko dar, welches die ohnehin gebeutelte Branche weiter in die Knie zwingt.

Einige werden jetzt dagegenhalten: GroรŸe Institute wรผrden doch Personal abbauen, der Markt mรผsse demnach voll von gut qualifizierten Bankern sein. Kreditinstitute bauen Personal jedoch behutsam und oft auf freiwilliger Basis ab. Vorruhestandsregelungen spรผlen dabei nicht die Zielgruppe auf den Markt, die sich die Branche รผber viele Jahre sichern, entwickeln und fรถrdern will. Andere wiederum steigen komplett aus und kehren der Bankbranche den Rรผcken.

Hinzu kommt, dass es den โ€žBankerโ€œ von frรผher nicht mehr gibt. In den 80er-Jahren absolvierten diejenigen eine Bankausbildung, die sich fรผr Wirtschaftsthemen interessierten, gute Schulnoten in Mathematik und Deutsch vorweisen konnten und zudem von Haus aus Etikette mitbrachten. Da nahm man das Wort Vertrieb nicht in den Mund. Die Bankausbildung galt zu der Zeit noch als gute Alternative zum Studium. Wer aus 600 Bewerbern zu den 12 glรผcklichen Auszubildenden eines Hauses gekรผrt wurde, hatte den Sechser im Lotto gewonnen. Heute freuen sich Personaler bereits, wenn sie auf eine freie Stelle รผberhaupt geeignete Bewerbungen erhalten.

Auf die richtige Ansprache kommt es an

Banker fรผhlen sich in der aktuellen Zeit zum Teil รผberfordert von stรคndigen Wechseln, technischen Verรคnderungen und dem immer grรถรŸer werdenden Erfordernis eines starken Vertriebs. Die Branche wird fรผr Bewerber zunehmend unattraktiv. Inzwischen werden in Banken exzellente Vertriebler, Kundenbeziehungsmanager und Visionรคre gesucht.

Verรคnderungsgestalter und verkรคuferisch geschickte Technik-Cracks ersetzen den โ€žUrtyp Bankerโ€œ. Wenn Beratung, dann bitte auf den modernen medialen Kanรคlen. Die Bankbranche erfindet sich zurzeit neu. Das ist auch gut so, da das plรผschige und verstaubte Image der frรผheren Dekaden weder die gut ausgebildeten Spezialisten auf dem Markt anspricht noch die junge Kundenzielgruppe und zu erwartende Erbengeneration, die den Fortbestand des beratungsintensiven Geschรคftes in klassischen Kreditinstituten sichern sollen. Frรผhere Aufgaben erledigt inzwischen die Technik und weitere kรผnftig die Kรผnstliche Intelligenz.

Von klassischen Biografien abweichen

Wie kommt ein Unternehmen nun an die begehrte Zielgruppe, um die sich der ganze Markt reiรŸt? Effiziente Bewerbungsprozesse nach reibungslosen Algorithmen und damit kรผrzeste Reaktionszeiten sind ein MindestmaรŸ an Hausaufgaben, die ein Arbeitgeber hier machen muss. Auch der bewรคhrte Bauchladen mit diversen Zusatzleistungen stellt auf Dauer nur einen Hygienefaktor dar. Es geht inzwischen viel mehr darum, medial an die Zielgruppe zu gelangen und diese schlussendlich auch fรผr das Haus zu begeistern.

Social Media ist ein adรคquates Mittel zur Kontaktaufnahme. Warum erst einen Lebenslauf senden, wenn man รผber Business-Netzwerke einen Kontakt herstellen und sich mit Personalern oder dem zukรผnftigen Vorgesetzten direkt austauschen kann? Dabei spielt es keine Rolle, wo und wann der Kontakt aufgebaut wird โ€“Niedrigschwelligkeit ist das Gebot der Stunde. Den Lebenslauf haben Bewerber ohnehin schon in ihren Profilen hinterlegt.

Besonders in kleineren Hรคusern wie der Gladbacher Bank ist Bewerbermanagement ein People Business. Mitarbeiterempfehlungen haben einen enorm hohen Stellenwert, da das Unternehmen aus vielen einzelnen persรถnlichen Netzwerken schรถpfen kann. Gerade im beruflichen Kontext รผberlegt sich zudem jeder ganz genau, fรผr wen er eine Empfehlung abgeben wรผrde oder nicht. Auf diese Weise Angesprochene und latent Suchende erhalten den Vorteil, sich nicht zu einer Bewerbung รผberwinden zu mรผssen. Einige von ihnen haben lange Betriebszugehรถrigkeiten und eine Bewerbung stellt fรผr sie einen Loyalitรคtsbruch und womรถglich eine Ungehรถrigkeit gegenรผber dem alten Arbeitgeber dar.

Auch kleine Banken mรผssen kรผnftig ihr Visier weit รถffnen und von den klassischen Biografien abweichen. Das Thema Bank erschlieรŸt sich fรผr Interessierte auch durch andere Berufe, Studiengรคnge oder Fortbildungen. Wichtig sind die richtige Arbeitseinstellung und Verรคnderungsbereitschaft. Fachliche Lรผcken lassen sich anderweitig schlieรŸen.
Schlussendlich ist das Thema Mitarbeitergewinnung auch ein Kulturthema. Ein offener und wertschรคtzender Umgang den bestehenden und kรผnftigen Mitarbeitern gegenรผber ist die beste Investition in die Zukunft der Bank. Mitarbeiter, die entwickelt und gefรถrdert werden und die an Entscheidungen partizipieren kรถnnen, sind mรผndig und zufrieden. Dies zeigt sich in Arbeitgeberbewertungen, Weiterempfehlungen und Rรผckkehrquoten.

Fรผr Personaler gewinnen Reaktionsfรคhigkeit, Schnelligkeit, Flexibilitรคt und die Fรคhigkeit, die Bank und genau diese Kultur bestmรถglich zu reprรคsentieren, zunehmend an Bedeutung. Lรคngst bewirbt sich nicht mehr der optimal qualifizierte Bewerber, sondern die Bank beim zukรผnftigen Mitarbeiter. Hier heiรŸt es, im Bewerbungsprozess alles zu geben.

Gladbacher Bank AG

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