Donnerstag, 30. April 2026
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Planung und Steuerung regulatorischer Kennziffern

Wir sind davon รผberzeugt, dass es fรผr Banken notwendig ist, eine Verbindung zwischen รถkonomischen und regulatorischen Steuerungselementen herzustellen. Bei dieser Entwicklung eines modernen und aufsichtsrechtlichen Geschรคftsmodells bedarf es einer Anpassung der bisherigen รถkonomischen sowie einer kontinuierlichen Kontrolle der regulatorischen Elemente. Von Frank Hofele (Partner) und Patrick Schrรถder (Business Analyst)

Auch die Wissenschaft hat einen รผberwiegend kritischen Blick auf die regulatorische Entwicklung und die Reaktion der Banken genommen. Studien รผber die Subprime Finanzkrise zur Folge, zeigten die Regulatoren eine zu langsame sowie eine nicht adรคquate Reaktion auf die kritischen Ereignisse des Oktobers 2008 (Cihak, Zemirgรผc-Kunt, Peria, & Mohseni-Cherahlou, 2012). Zudem ergab sich aus der gleichen Untersuchung, dass sich in den Jahren nach der Krise das Kapitallevel der Banken trotz der Notlage und den neuen regulatorischen Anforderungen kaum verรคndert hatte. Daher gehen die Experten davon aus, dass Regulatoren die Vorgaben und Anforderungen an den Bankensektor weiter erhรถhen werden. Die Bedeutung und der Vorteil der Einhaltung regulatorischer Anforderungen wurden laut einer weiteren Studie bisher unterschรคtzt. Banken, die ein hรถheres Kapitallevel mit hoher Qualitรคt vorweisen konnten, erhielten zum einen hรถhere operative Sicherheit, Stabilitรคt sowie Krisenresistenz, zum anderen hatte es eine positive Auswirkung auf die Beurteilung durch Analysten sowie die Aktienperformance (Berger & Bouwman, 2013).

Warum eine zusรคtzliche Verwendung der regulatorischen Kennzahlen zu den รถkonomischen Werttreibern zur Steuerung sinnvoll ist und wie wichtig eine genaue Planung dieser Elemente sein kann, soll im Folgenden dargelegt werden. Die Erkenntnis, dass sich die regulatorischen Anforderungen weiter erhรถhen kรถnnten, wรผrde viele Banken vor noch grรถรŸere Herausforderungen stellen als sie bisher schon haben. Damit Banken sich aus der regulatorischen Eingrenzung befreien und so Flexibilitรคt sowie neue operative Mรถglichkeiten schaffen kรถnnen, sollte eine ganzheitliche Integration regulatorischer Anforderungen als Ausgangssituation verfolgt werden.

Um die Basis fรผr eine regulatorische Integration zu schaffen soll einer anderen Studie zu Folge der Fokus auf dem Tier 1 Capital sowie dem Common Equity liegen. Dieses Vorgehen zeigt ebenfalls positive Auswirkung auf die Unternehmens- sowie Aktienperformance (Demirgรผc-Kunt, Detragiache & Merrouche, 2010), welche vor allem wรคhrend Krisenzeiten wichtige Indikatoren fรผr Stabilitรคt und Nachhaltigkeit darstellen. Daher wรคren Steuerungselemente, die diese Kapitalinhalte bemessen, vorteilhaft. Darรผber hinaus ergab eine weitere Untersuchung, dass das รœbertreffen der regulatorischen Minimalanforderungen ebenfalls zur positiveren Unternehmensbewertungen und langfristigen Performancesteigerungen fรผhrt (Miles, Yang, & Marcheggiano, 2011).

Mit Hinblick auf die genannten wissenschaftlichen Erkenntnisse befรผrworten wir den Einsatz von regulatorischen und รถkonomischen Kennzahlen zur unternehmerischen Planung und Steuerung. Eine Methode der standardisierten, schlanken und einheitlichen Prozesse soll der immer grรถรŸeren Kostenbelastung der Banken entgegen wirken. Die Entwicklung einer ganzheitlichen und integrierten Architektur ist eine wichtige Voraussetzung, um den diskutierten Ansatz umzusetzen. Im Zuge der konzernweiten Harmonisierung von Daten in einer bereichsรผbergreifenden Lรถsung โ€“ Single Point of Truth โ€“ ist es das Ziel, eine ganzheitliche Entscheidungsbasis zu schaffen. Mit Hilfe dieser Architektur kรถnnen Ziele effizient sowie langfristig verfolgt und so eine kontinuierliche Planungsstruktur zur optimierten Steuerung aufgebaut werden. Die stetige Kontrolle von Zielabweichungen trรคgt zur kontinuierlichen Einhaltung der regulatorischen Anforderungen sowie zur frรผhzeitigen MaรŸnahmenergreifung bei.

Unserer Meinung nach resultiert dieses proaktive Steuern des Unternehmens auf Basis regulatorischer Anforderungen in der Erreichung eines neuzeitlichen Wettbewerbsvorteils mit einer mittel- und langfristigen Kostensenkung. Dies wird unter anderem durch die Reduktion manueller Prozesse, zum Beispiel in Form einer Substitution bereichsspezifischer Lรถsungen und Korrekturen, erreicht.

Die integrierte und konzernweite Steuerung soll auf Basis der durch die Architektur gewรคhrleisteten, einheitlichen Datenbasis erfolgen. So kรถnnen Steuerungselemente auch aus unterschiedlichen Dimensionen betrachtet werden, ohne dass die Datenkonsistenz gefรคhrdet wird. Der Steuerung auf Basis regulatorischer und รถkonomischer Kennzahlen gehen eine adรคquate Zielsetzung sowie eine kontinuierliche Kontrolle der Planung und der betrachteten Steuerelementen voraus. Das proaktive Steuern und prospektive Planen gewรคhrleistet die Einhaltung der Ziele unter gleichzeitiger Nichtgefรคhrdung anderer Ziele. Bei der Umsetzung der diskutierten Methode ist es anzuraten, den Fokus der Steuerungselemente auf die regulatorischen sowie ein paar weitere รถkonomische und operative ausgewรคhlte Kennzahlen zu legen.

Diese Fokussierung hat den Vorteil, dass eine fortlaufende Kontrolle der Geschรคftssituation und die Einhaltung der regulatorischen Kennzahlen Flexibilitรคt und operative Mรถglichkeiten schaffen. Durch das effiziente Bereitstellen wichtiger Informationen, kรถnnen Steuerungsergebnisse sowie โ€“instrumente dazu fรผhren, dass zum Beispiel der Vertrieb wertschรถpfend unterstรผtzt wird. So kann auch auf kurzfristige Risiken oder Notlagen reagiert und fรผr kontinuierliche Stabilitรคt gesorgt werden. Der Ansatz des integrierten Reportings (hier klicken)und der notwendigen, tiefen Verzahnung des Meldewesens sind die Basiskomponenten einer ganzheitlichen Struktur sowie die Grundlagen fรผr die erfolgreiche Steuerung anhand regulatorischer Anforderungen. Zusรคtzliche Methoden zur Situationsanalyse und zur zielorientierten Steuerung sind hierbei das Backtesting und die Entwicklung von Simulationen.

Ein harmonisiertes Reporting hat die Planung und Steuerung durch regulatorische und รถkonomische Kennzahlen zur Grundlage. Standardisierte Prozesse unterstรผtzen bei der Erstellung inhaltlicher Kernelemente der Reporting Packages.

Julian Achleitner war von 2014 bis 2016 Redakteur bei BANKINGNEWS.

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