Dienstag, 17. Mรคrz 2026
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Sterben Investmentbanker aus?

Einst galt es als Wunsch so vieler Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengรคnge, spรคter seine Brรถtchen als Investmentbanker zu verdienen. Tolles Prestige, tolle Gehรคlter, tolle Boni โ€“ das alles zog Absolventen zahlreicher Business Schools magisch an. Doch mittlerweile bricht Investmentbanken der Nachwuchs weg.

Bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2007 war das Ziel so vieler Absolventen klar: Investmentbanker zu werden. Etwas anderes lag auรŸerhalb der Vorstellungskraft. Jegliche Kritik von auรŸen, die durchaus geรคuรŸert wurde, perlte einfach ab. Ja, sie erreichte sogar das genaue Gegenteil, denn Investmentbanker strahlten noch mehr Erfolg nach auรŸen. Wie heiรŸt es so schรถn: Bad news is good news.

Sinkendes Prestige

2007 aber kann mit Fug und Recht als Wendejahr gesehen werden, denn von da an fiel der einst so schillernde Stern tief. Wer wollte schlieรŸlich in einem Bereich arbeiten, dem รผble Zockerei nachgesagt wird und dem die Schuld fรผr die Finanzkrise zugeschoben wird? Die Antwort lautet: โ€žImmer weniger.โ€œ

Neben diesem sinkenden Prestige kommt noch ein weiteres Phรคnomen hinzu, das seit Kurzem unter dem Begriff โ€žGeneration Yโ€œ subsumiert wird. Allgemein versteht man unter diesem Begriff die zwischen 1977 und 1998 Geborenen, die nun immer mehr ins Arbeitsleben strรถmen. Sie streben, so die einschlรคgigen soziologischen Studien, immer weniger nach Geld und nach Ruhm. Familiรคre und persรถnliche Ziele gewinnen dagegen stetig an Sexappeal. Einem Menschen mit solcher Gesinnung muss natรผrlich der Ruf der รผberlangen Arbeitszeiten abschrecken, der kaum Zeit fรผr Familie und Freunde lรคsst. Der Todesfall eines Praktikanten, der nach mehreren Nachtschichten starb, erhรถht auch nicht gerade die Attraktivitรคt dieses Berufsbildes. Das Goldman Sachs als Reaktion auf dieses tragische Ereignis seinen Praktikanten verbietet, lรคnger als 17 Stunden zu arbeiten, wirkt wohl auch mehr wie ein Tropfen auf den heiรŸen Stein.

Des einen Freud, des anderen Leid

Die von den Investmentbanken nicht mehr angezogenen Absolventen streben eher nach einer Karriere bei Industrie- und Technologieunternehmen an. Gerade Letztere gelten nun als cool und sexy. Geschichten, in denen man mit seinem Laptop im Pool an neuen Ideen arbeitet, sind auch nicht schรคdlich fรผr die gute Reputation dieser Branche.

Allerdings sollte man sich hรผten, den Teufel an die Wand zu malen. Erstens wollen immer noch einige Absolventen bei Investmentbanken anfangen und zweitens arbeitet diese Branche gerade daran, ihren Ruf zu verbessern. Auch kann niemand mit Gewissheit sagen, wie die Welt in zehn Jahren aussieht, vielleicht strรถmen viele Absolventen wieder zu den zurzeit gemiedenen Investmentbanken. Denn aller Kritik zum Trotz ist die Arbeit der Investmentbanken dennoch wichtig und wird es auch in Zukunft bleiben. Womit die provokante Frage aus der รœberschrift mit einem klaren โ€žNein!โ€œ beantwortet werden kann.

Bildnachweis: digitalgenetics via istockphoto.de

Julian Achleitner war von 2014 bis 2016 Redakteur bei BANKINGNEWS.

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