Er wolle โden Wall-Street-Sumpf trockenlegenโ, das versprach Donald Trumpย vor seinem Wahlsieg im November. Nun hat er ausgerechnet den ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin zum neuen US- Finanzminister ernannt, und wie zu erwarten, stieร diese Entscheidung in der amerikanischen รffentlichkeit auf heftige Kritik. Als Chef und Miteigentรผmer von OneWest war er verantwortlich fรผr Zwangsvollstreckungen bei Eigenheimbesitzern, was ihm den Vorwurf einbrachte, vom Zusammenbruch des US-Hรคusermarktes im Jahr 2008 profitiert zu haben. Auch seine Plรคne, die schรคrferen Gesetze fรผr riskante Bankgeschรคfte auszuhebeln, streuen neues Salz in unverheilte Wunden aus der Finanzkrise. Mnuchin selbst hat beim Zocken bereits ein glรผckliches Hรคndchen bewiesen โ dafรผr, dass er Trumps Wahlkampf schon sehr frรผh unterstรผtzt hat, wird er jetzt belohnt. Denn eine prestigetrรคchtigere Aufgabe als die Umsetzung der groร angekรผndigten Steuerreform kann sich jemand ohne nennenswerte politische Erfahrung wie Mnuchin kaum wรผnschen. Mit umfangreichen Steuersenkungen und dem Schlieรen von Schlupflรถchern fรผr Unternehmen will man die grรถรte Steuerreform seit Ronald Raegan auf die Beine stellen. Dank dem Sieg der Republikaner in beiden Kammern des Kongresses stehen die Chancen jedenfalls gut, die Reform noch im Jahr 2017 ohne grรถรere Kompromisse umsetzen zu kรถnnen.
Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontรคr. Er studierte English Studies an der Universitรคt Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.


