Mittwoch, 15. Juli 2026

Trotz schwacher Wirtschaft: Genossenschaftliche FinanzGruppe erzielt 11,6 Milliarden Euro Gewinn

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat 2025 einen Gewinn vor Steuern von 11,6 Milliarden Euro erzielt. Der BVR sieht darin einen Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe und setzt gleichzeitig auf technologische Innovationen, finanzielle Bildung und eine gestärkte Sicherungseinrichtung als Grundlage für die Zukunft.

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn vor Steuern von 11,6 Milliarden Euro abgeschlossen. Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche in Deutschland sieht der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) die Gruppe damit gut im Wettbewerb positioniert. BVR-Präsidentin Marija Kolak bezeichnete das Ergebnis als Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Banken angesichts der konjunkturellen Lage und des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen angewiesen seien.

BVR fordert mehr Tempo bei Reformen

Mit Blick auf die Bundesregierung begrüßte Kolak die jüngsten Beschlüsse zu Aufschwung und Beschäftigung sowie die geplanten Deregulierungsmaßnahmen. Diese seien wichtige Signale für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Entscheidend sei nun jedoch eine konsequente Umsetzung. Zugleich sprach sie sich für weitergehende steuerliche Entlastungen aus. Die bislang vorgesehenen Maßnahmen würden vielfach nicht einmal die Auswirkungen der kalten Progression ausgleichen. Insbesondere leistungsstarke mittelständische Unternehmen würden durch den höheren Spitzensteuersatz zusätzlich belastet – gerade jene Unternehmen, deren Investitionen für den Wirtschaftsstandort Deutschland besonders wichtig seien.

Finanzielle Bildung und technologische Souveränität

Auch bei der privaten Altersvorsorge sieht der BVR Fortschritte. Kolak begrüßte die geplante Frühstart-Rente und das Altersvorsorgedepot als wichtige Schritte zur Stärkung der privaten Vorsorge. Gleichzeitig forderte sie mehr rechtliche Planungssicherheit, damit Finanzinstitute entsprechende Angebote zügig entwickeln können.

Darüber hinaus setzt die Genossenschaftliche FinanzGruppe verstärkt auf finanzielle Bildung und Digitalisierung. Neben Unterrichtsmaterialien für Schulen und Formaten für junge Menschen entwickelt die Gruppe derzeit eine eigene Finanzbildungs-App. Gleichzeitig treibt sie den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Beratung, Service und internen Prozessen voran. Der BVR unterstützt zudem die europäischen Initiativen zur Stärkung der technologischen Souveränität, etwa bei Cloud-Infrastrukturen, KI und Halbleitern.

Reform der Sicherungseinrichtung abgeschlossen

Mit dem Projekt „Geno Next Level“ hat der BVR zudem die Reform seiner Sicherungseinrichtung abgeschlossen. Die Mitgliederversammlung beschloss die notwendigen Satzungsänderungen mit großer Mehrheit. Ziel ist es, die Eingriffsmöglichkeiten der Sicherungseinrichtung im Krisenfall zu stärken und das Risiko- und Finanzmanagement der genossenschaftlichen FinanzGruppe weiterzuentwickeln. Ergänzend wurde ein neuer Vorstands- und Aufsichtsratskodex auf den Weg gebracht, der eine verantwortungsvolle Unternehmensführung fördern soll.

Wachstum im Kundengeschäft

Auch operativ entwickelte sich das Geschäft positiv. Der Zinsüberschuss stieg leicht auf 24,5 Milliarden Euro, während der Provisionsüberschuss auf 9,9 Milliarden Euro zulegte. Besonders deutlich verbesserte sich das Handelsergebnis. Das Versicherungsgeschäft verzeichnete mit einem Ergebnisplus von 56 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro ebenfalls eine starke Entwicklung.

Trotz gestiegener Personal- und IT-Ausgaben konnte die FinanzGruppe ihre Erträge weiter steigern. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 1,68 Billionen Euro, das bilanzielle Eigenkapital auf 158,5 Milliarden Euro. Mit einer Gesamtkapitalquote von 17,2 Prozent sieht sich die Genossenschaftliche FinanzGruppe solide aufgestellt, um künftige Risiken zu bewältigen und den Finanzierungsbedarf ihrer Kunden zu decken.

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