Montag, 13. Juli 2026

In-App-Zahlungen mit der girocard: Souverän bezahlen auch im digitalen Check-out

Wirtschaftliche Souveränität spielt auch im Zahlungsverkehr eine zentrale Rolle. Mit der girocard stärkt die Deutsche Kreditwirtschaft ein heimisches Zahlungssystem, das Banken, Handel und Kundschaft gleichermaßen zugutekommt. Die neue In-App-Zahlungsfunktion bringt diese Stärke nun auch in den digitalen Handel und sichert Instituten die direkte Kundenschnittstelle.

Mit rund 100 Millionen ausgegebenen Karten ist die girocard, die Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen, das Fundament des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in Deutschland. Rund 88 Prozent der Bevölkerung nutzen sie mindestens gelegentlich.1 Am Point of Sale (POS) im stationären Einzelhandel ist sie seit Jahrzehnten die beliebteste bargeldlose Bezahlmethode der Deutschen. Doch das Einkaufsverhalten der Kundschaft verändert sich rasant. Die Grenze zwischen physischem und digitalem Einkauf verschwimmt immer häufiger.

Mit dieser Verlagerung der Einkaufsgewohnheiten verschieben sich auch die Orte, an denen Zahlungen ausgelöst werden – vom physischen POS in den digitalen Check-out, etwa in Händler-Apps. Für Finanzinstitute stellt sich in diesem wachsenden Marktsegment daher eine strategische Frage: Über welche Systeme sollen digitale Transaktionen künftig laufen – über eigene kosteneffiziente Strukturen oder über internationale Schemes? Bislang war der In-App-Bereich weitgehend von internationalen Anbietern geprägt. Mit der neuen In-App-Zahlungsfähigkeit der girocard steht nun eine souveräne Alternative bereit. Sie schließt diese Lücke, führt das bewährte System in die digitale Zukunft und unterstützt Akzeptanzpartner beim Ausbau ihrer Omnichannel-Strategien – über klassische POS-Terminals hinaus nun auch in Händler-Apps.

Eine Entwicklung ist klar erkennbar: Der stationäre Handel verlagert seine Kundenschnittstellen zunehmend in eigene, mobile Kanäle. Händler-Apps entwickeln sich zum „neuen POS“ – einem zentralen Check-out-Kanal. Laut Daten des EHI Retail Institutes nutzen bereits 36 Prozent der Handelsunternehmen Payment-Funktionen in ihren eigenen Apps oder befinden sich in der Pilotierungsphase; weitere 18 Prozent planen die Einführung in naher Zukunft.2 Ob kontaktlos an der Zapfsäule, beim Click & Collect im Baumarkt, bei Bestellungen über Lieferdienste oder beim Ticketkauf im öffentlichen Nahverkehr: Der digitale Check-out in Handels-Apps gewinnt massiv an Bedeutung. Die Integration der girocard in den In-App-Bereich sichert eine effiziente Transaktionsstruktur auch im mobilen Handel. Sie verhindert, dass wertvolle Transaktionsvolumina aus dem eigenen, kostengünstigen System in teurere internationale Schemes abwandern. Denn für In-App-Zahlungen mit der girocard gelten die bewährten Entgeltkonditionen – bei denselben hohen Sicherheits- und Regulierungsstandards wie am physischen POS. Eine starke Basis, auf die der Handel gerne weiter aufbaut.

Institute profitieren durch zusätzliche Transaktionen

Für Banken und Sparkassen ist die Entscheidung für ein Zahlungssystem immer auch eine Entscheidung über Wirtschaftlichkeit und strategische Positionierung. Eine Untersuchung des CFin – Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule3 liefert hier deutliche Argumente für die girocard. Mehr als neun von zehn der befragten Expertinnen und Experten aus Instituten bewerten das girocard-System als kostengünstiger im Vergleich zu internationalen Alternativen.

Die Studie zeigt zudem, dass die Kosten, die den Instituten durch den Einsatz internationaler Kartensysteme entstehen, um ein Vielfaches höher liegen. Dank ihrer enormen Verbreitung und der hohen Transaktionszahlen erzielt die girocard im Inland Skaleneffekte, die kein anderes System in dieser Form bieten kann. Mit der In-App-Zahlungsfähigkeit entsteht nun ein zusätzlicher Hebel: Jede weitere Transaktion im girocard-System stärkt diese Skaleneffekte und erhöht die wirtschaftliche Bedeutung der girocard für Institute – und das bei unverändert günstiger Kostenstruktur.

Banking-App als zentraler Kontaktpunkt

Die In-App-Zahlungsfähigkeit stärkt zudem die Rolle der Banking-App als zentrales Bindeglied zwischen Issuer und Kundschaft. Bei jeder Hinterlegung der girocard – und je nach gewählter Freigabemethode auch bei einzelnen Zahlungen – führt das System die Nutzerinnen und Nutzer direkt in die App ihres Instituts weiter, wo sie den Vorgang autorisieren. Institute sichern sich damit die direkte Kundenschnittstelle genau dort, wo digitale Transaktionen entstehen – statt diese an Drittanbieter zu verlieren.

Für Kundinnen und Kunden ist die Einrichtung bewusst schlank gehalten: Es sind weder manuelle Dateneingaben noch separate Registrierungen nötig. Die girocard wird über den bekannten Online-Banking-Zugang und das vertraute TAN-Verfahren in der App hinterlegt. Beim Bezahlvorgang selbst haben Karteninhaberinnen und Karteninhaber zwei Optionen:

  • Einzelbestätigung: Jede Zahlung wird per starker Kundenauthentifizierung (SKA) in der Banking-App freigegeben.
  • Whitelisting: Ein Handelsunternehmen wird einmalig als vertrauenswürdig eingestuft. Künftige Zahlungen können dann ohne erneute SKA erfolgen. Dies ist insbesondere bei zeitkritischen Szenarien wie Scan & Go oder QR-Code-basierten Verfahren sinnvoll. Der Kartenherausgeber informiert bei solchen Transaktionen aktiv per Push-Benachrichtigung. Die Whitelist lässt sich jederzeit im Online-Banking einsehen und verwalten.

Für Institute bedeutet das einen konkreten strategischen Vorteil: Die Banking-App bleibt der zentrale Vertrauensanker im digitalen Bezahlprozess – auch dann, wenn Zahlungen über Whitelisting ohne zusätzliche Authentifizierung ablaufen. Transparenz und Kontrolle verbleiben beim Institut und stärken die Kundenbindung nachhaltig.

Gemeinsam die digitale Souveränität gestalten

Verbraucherinnen und Verbraucher achten zunehmend darauf, woher ihre Finanzdienstleister stammen und welche Zahlungssysteme sie einsetzen. Eine aktuelle Studie1 der girocard zur wirtschaftlichen Souveränität zeigt: Das Qualitätsmerkmal „made in Germany“ ist gerade im Finanzbereich ein zentrales Kriterium: Auf die Frage, für welche Produktgruppen dieses Siegel besonders wichtig sei, belegen Finanzdienstleistungen mit 50 Prozent den dritten Platz – direkt hinter den Produktgruppen Lebensmittel (63 Prozent) und Haushaltsgeräte (55 Prozent).

Für die kartenausgebenden Institute bedeutet dies: Wer ein souveränes, in Deutschland entwickeltes Zahlungssystem anbietet, erfüllt nicht nur hohe Sicherheits- und Qualitätsansprüche, sondern stärkt aktiv das Vertrauensverhältnis zur Kundschaft.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, entwickelt die EURO Kartensysteme GmbH im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft als operativer Scheme Manager der girocard das System kontinuierlich weiter. Im Co-Creation-Ansatz arbeitet das Unternehmen eng mit Banken, Sparkassen, Netzbetreibern, Technologiepartnern und dem Handel zusammen, um marktgerechte Innovationen umzusetzen.

Für Institute bietet sich jetzt die Chance, sich aktiv an der Einführung der In-App-Zahlungsfähigkeit zu beteiligen – über eine standardisierte Pilotierungsvereinbarung. Der Einstieg in den Testbetrieb ist bewusst einfach gehalten. Wer früh pilotiert, positioniert sich in einem strategisch wichtigen Wachstumsmarkt und sammelt wertvolle Erfahrungen für das eigene Omnichannel- und App-Payment-Angebot.

Mit der In-App-Zahlungsfähigkeit beweist die girocard, dass die beliebte, komfortable und sichere Bezahlmethode „made in Germany“ den Anforderungen des digitalen Zeitalters gewachsen ist. Institute, die ihren Kundinnen und Kunden diesen Service anbieten, sichern sich nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern erfüllen auch den klaren Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Unabhängigkeit, Sicherheit und Vertrauen im Zahlungsverkehr.

Weitere Informationen finden Sie hier

Marc Helmhold ist ausgewiesener Payment-Enthusiast mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Karten- und Zahlungsverkehrsbranche. Sein Einstieg in die Payment-Welt begann im Jahr 2000 über die EURO Kartensysteme, wo er zunächst die Issuing-Betreuung für die EUROCARD verantwortete. Nach weiteren Stationen in der Branche ist er seit Mai 2024 wieder bei der EKS tätig. Als Senior Relationship Manager pflegt er dort die Beziehungen zu den girocard ausgebenden Instituten sowie deren Verbänden.

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