„Die Historie der Finanzwelt ist die Basis für die Zukunft – eine Geschichte kontinuierlicher Erneuerung“, stellt Dr. Maurizio Singh in seinem Buch „BANKING 2030“ fest. Entsprechend weit holt der Autor zu Beginn aus und spannt einen historischen Bogen von den Ursprüngen des Bankwesens bis in die Gegenwart. Die Rückschau ist dabei aber nur der Ausgangspunkt für die zentrale Frage des Buches: Wie wird sich die Finanzwelt im Zuge technologischer Entwicklungen weiter verändern?
Auf Basis neuer Technologien sowie Veränderungen bei Kundenbeziehungen und Personalanforderungen analysiert Singh die zentralen Treiber dieses Wandels. Dabei lässt er kaum ein relevantes Innovationsthema der letzten Jahrzehnte aus, von Blockchain, Cloud-Computing über Open Banking bis hin zu Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig wagt das Buch bewusst den Blick nach vorn. Singh identifiziert entscheidende Trends, die die Transformation des Finanzwesens weiter beschleunigen werden, und kommt zu einer klaren Einschätzung: Auch wenn der Zeitraum bis 2030 gemessen an der langen Geschichte des Finanzwesens nur verschwindend kurz erscheint, steht die Branche in den nächsten vier Jahren vor einem grundlegenden Umbruch. Ein zentraler Treiber wird dabei die konsequente Nutzung informationstechnischer Systeme sein, die Prozesse effizienter gestalten und das Kundenerlebnis spürbar verändern.
Formal unterscheidet sich das Buch von klassischen Sachbüchern der Branche. Statt dichter Textblöcke setzt Singh auf eine visuelle Aufbereitung mit Infografiken und Schaubildern, gestützt auf eine breite Datenbasis, von Statista bis Bitkom. Die Daten bleiben dadurch leicht zugänglich, auch für Branchenferne, ohne an analytischer Tiefe zu verlieren. Inhaltlich folgt das Buch einer klaren Struktur: Die Mehrheit der Kapitel im Hauptteil fokussieren sich auf einzelne Technologien und stellen dabei immer auch Vorteile und Nachteile/Risiken gegenüber, ordnen diese ein und schließen jeweils mit einer zusammenfassenden Bewertung sowie einer Einschätzung der weiteren Entwicklung. Dieser Ansatz verleiht der Analyse eine ausgewogene Balance aus Vertrautem und Neuem und macht das Buch zu einem praxisnahen Leitfaden, der sich nicht nur an Finanzexperten, sondern auch an technologieinteressierte Leser richtet.
Auch die Fallbeispiele tragen dazu bei, die Konsequenzen von Versäumnissen bei Technologien und Kundenerwartungen greifbar zu machen. So verweist er etwa auf das Versandhaus Quelle, das den Wandel zum E-Commerce zu spät erkannt hat und von schnelleren Wettbewerbern wie Amazon abgehängt wurde. Der Fall steht exemplarisch für eine zentrale These des Buches: „Am Ende steht immer die technologische und innovative Neugierde des Managements für den Erfolg oder für das Scheitern einer Unternehmung.“ Diese Perspektive verdichtet Singh schließlich in zwölf Thesen, die am Ende des Buches eine konkrete Leitlinie für Entscheidungsträger in der Finanzindustrie formulieren.
Mit „BANKING 2030 – Die digitale Revolution“ legt Dr. Maurizio Singh eine inhaltlich breite, gut strukturierte Analyse der digitalen Transformation im Banking vor: analytisch, aber dabei leicht zugänglich und mit klarer Perspektive auf die strategischen Herausforderungen der kommenden Jahre.
- Titel: BANKING 2030 – Die digitale Revolution
- Autor: Dr. Maurizio Singh
- Erscheinungstermin: Juni 2026, Bestellung auf banking2030.com
- Preis: 45 €
- Umfang: 293 Seiten
Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontär. Er studierte English Studies an der Universität Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.



