Freitag, 17. April 2026
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Eine Regulierung, sie zu knechten

Die besten Geschichten weisen Parallelen zur Realitรคt auf. Natรผrlich muss nicht immer der Weg einer tolkienschen Metapher gewรคhlt werden, aber das Szenario der โ€žKleinenโ€œ, die sich gegen die โ€žGroรŸenโ€œ wehren, ist nicht erst die Erfindung eines britischen Literaten und Philologen.
Nun haben sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Berlin getroffen, um eine angemessene Regulierung abgestuft nach Risikogehalt und GrรถรŸe zu fordern, die ihrer Bedeutung fรผr Wirtschaft und Gesellschaft gerecht wird. Die Teilnehmer der Konferenz: der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), das Weltinstitut der Sparkassen (WIS) und die Europรคische Vereinigung der Genossenschaftsbanken (EACB). Neben der Thematisierung des Beitrags ihrer Hรคuser fรผr die Anliegen der G20-Prรคsidentschaft Deutschlands, forderten sie, bereits auf internationaler Ebene die Weichen fรผr eine angemessene Regulierung kleiner Institute und solcher mit einfachem Geschรคftsmodell richtig zu stellen. โ€žWir brauchen eine bessere abgestufte Regulierung. Internationale GroรŸkonzerne gehรถren auch weiterhin engmaschig kontrolliert, denn von ihnen kรถnnen groรŸe Ansteckungsgefahren ausgehenโ€œ, fordert Georg Fahrenschon, Prรคsident des DSGV. Bei klassischen Retail-Instituten mit รผberschaubarer GrรถรŸe und einfachem Geschรคftsmodell reichten abgespeckte Regeln, um das gleiche MaรŸ an Sicherheit zu gewรคhrleisten. Deswegen fordern die Gefรคhrten โ€žeine Small and Simple Banking Box fรผr die Bankenregulierungโ€œ. Das heiรŸt รผbersetzt: Die genannten regionalen Institute mรถchten nichts mit den groรŸen Geschรคften der anderen zu tun haben und vor allem, mรถchten Sie nicht fรผr ihre potentiellen Fehler genauso streng reguliert werden. Klingt ein bisschen nach dem romantischen Auenland: weit weg von Mordor und dem Schicksalsberg will man eigentlich nur behรผtet und sicher leben. Wer kann es ihnen verรผbeln? Vor allem, da ihr Sinnen nach gerechter Behandlung durchaus legitimiert ist.

Christian Grosshardt war zwischen 2014 und 2018 Redakteur im BANKINGCLUB und fungierte von Januar bis April 2018 als Chefredakteur von BANKINGNEWS. Wรคhrend seines Studiums der Germanistik, das er mit dem Master of Arts abschloss, sammelte er bereits umfangreiche redaktionelle Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der Kรถlnischen Rundschau.

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