Samstag, 18. April 2026
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Ich will Investmentbanker werden

Oder besser nicht?

Die Bankindustrie kommt auch beim Thema Jobsituation nicht zu Ruhe. Mal sind es die Retailer, die kein Geld verdienen. Arbeitsplatzabbau folgt. Dann sind es die Backoffice- und Organisationseinheiten, die produktiver werden mรผssen. Arbeitsplatzabbau folgt. Jetzt wird die Personalliste beim Investmentbanking mit dem Rotstift รผberarbeitet.

Bei der Deutschen Bank so heiรŸt es, sollen um die 1.000 Stellen wegfallen. Schon Ende 2011 hat die UBS verkรผndet ca. 2.000 Arbeitsplรคtze im Investmentbanking zu reduzieren und sich mehr auf den Bereich Vermรถgensverwaltung zu konzentrieren. Weltweit sollen bei der Credit Suisse gleich ein Drittel aller Stellen in diesem Bereich eingespart werden. Reuters berichtete รผber rund 60 Top Manager, die von der Credit Suisse vor die Tรผr gesetzt werden. Das Ziel der Credit Suisse: Bis Ende 2013 sollen 2,1 Milliarden Dollar kosten eingespart werden. Am schnellsten geht es beim Personal.

Das im Investmentbanking derzeit die Zeichen fรผr die Mitarbeiter schlecht stehen, ist aufgrund der fallenden Umsรคtze kaum verwunderlich. Gute Zeiten sahen anders aus. Jรผngst verkรผndet auch Commerzbank-Chef Blessing einen weiteren Abbau in seinem Hause ab 2013. Dort soll vor allem das lokale Vertriebsnetz รผberdacht werden. Ob dies indes profitabler wird, wenn man Arbeitsplatzabbau ankรผndigt darf bezweifelt werden. Gute Bankberater werden gesucht und genau diese werden als erstes gehen. Auch ohne Kรผndigung.

Dabei ist es nach der Fusion mit der Dresdner Bank dringend geboten, Ruhe in den Filialbereich zu bekommen. Schlagzeilen aus der gelben Kundenberatung hat es eh genรผgend gegeben. Im Retailgeschรคft kann man nur mit zufriedenen und treuen Kunden Geld verdienen. Kontinuitรคt beim Ansprechpartner ist das probate Mittel.

Es macht die Situation fรผr die Betroffenen nicht besser, jedoch ist die Finanzindustrie derzeit nicht alleine mit dem Rotstift unterwegs. Bei RWE und EON sollen mehr als 14.000 Stellen wegfallen, Karstadt und Metro schaffen รผber 3.000 Arbeitsplรคtze ab. Das ehemalige Vorzeigeunternehmen der Handysparte, Nokia will 10.000 Arbeitsplรคtze abbauen. Autobauer, deren Zulieferer, IT-Unternehmen und Maschinenbauer, die Krise nagt รผberall. Bleibt zu hoffen, dass in Berlin gerade jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Es kรถnnte helfen.

Foto von Maartje von Caspel –
www.istockphoto.de

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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