Die Wahrnehmung der Leistbarkeit von Wohneigentum hat sich in Deutschland weiter verschlechtert. Das geht aus der aktuellen Leistbarkeitsstudie der Interhyp AG hervor. Demnach halten inzwischen 46 Prozent der Befragten Immobilien in ihrer Wunschregion für »kaum leistbar«. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 39 Prozent.
Auch die allgemeine Marktstimmung hat sich eingetrübt. Rund 39 Prozent der Befragten nehmen den Immobilienmarkt als »überdreht« wahr. Gleichzeitig berichten 69 Prozent, dass die Immobilienpreise in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen sind. 83 Prozent sind zudem überzeugt, dass viele Verkäufer weiterhin an zu hohen Preisvorstellungen festhalten.
Gleichzeitig steigt das durchschnittlich kalkulierte Budget für den Kauf oder Bau einer Immobilie. Während Interessenten im Vorjahr durchschnittlich rund 349.000 Euro einplanten, liegt der Wert inzwischen bei knapp 384.000 Euro.
Während viele Befragte überzogene Preisvorstellungen auf Verkäuferseite kritisieren, zeigt die Studie auch Fehleinschätzungen bei Kaufinteressierten: Mehr als die Hälfte der Befragten, die einen Immobilienkauf planen, geht davon aus, ihr Sparziel innerhalb von fünf Jahren zu erreichen. Die Erfahrungen tatsächlicher Käufer zeichnen jedoch ein anderes Bild. Rund zwei Drittel benötigten länger als fünf Jahre, jeder Dritte sogar mehr als zehn Jahre.
Politische Unsicherheit erschwert den Immobilienkauf
Als wesentlicher Belastungsfaktor gilt die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage. Sieben von zehn Befragten geben an, dass diese den Erwerb von Wohneigentum erschwert. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich viele Kaufinteressierte: Jeder dritte sogenannte »Planer« ist unsicher, ob er unter den aktuellen Rahmenbedingungen überhaupt aktiv werden soll.
Vor diesem Hintergrund fordert Interhyp bessere Rahmenbedingungen für den Immobilienerwerb. Nach Ansicht von Vorstandschef Jörg Utecht müsse die Politik Wohneigentum wieder breiter ermöglichen. Dazu gehörten insbesondere weniger Bürokratie, verlässliche Förderangebote sowie gezielte Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer und beim Aufbau von Eigenkapital. Gerade für junge Familien seien dies wichtige Voraussetzungen für den Erwerb eines Eigenheims.
Für die repräsentative Studie befragte Interhyp im April 2026 insgesamt 1.019 Personen zwischen 25 und 65 Jahren, die in den vergangenen fünf Jahren eine Immobilie erworben haben, aktuell auf der Suche sind und in den nächsten ein bis zwei Jahren kaufen wollen oder das in den vergangenen ein bis zwei Jahren versucht haben.

