James Rickards ist Anwalt, Investmentbanker – oder auch „Wall-Street-Veteran“ – ehemaliger Berater des US-Verteidigungsministeriums und Autor. Als solcher hat er 2024 das Buch „Money GPT – Wie KI die globale Wirtschaft und die nationale Sicherheit bedroht“ veröffentlicht, welches im April 2025 auch in Deutschland erschienen ist. Der Ökonom widmet sich – wie der Titel schon verrät – in seinem Werk den realen und hypothetischen Bedrohungen, welche von KI/GPT-Systemen für das (US-)Finanzwesen und die nationale Sicherheit ausgehen. In insgesamt fünf Kapiteln beleuchtet er den Einsatz von KI und GPT in der Finanzwelt, die Gefahren für Kapitalmärkte und Banken, die fundamentale Bedeutung von Geld und Vertrauen, die Rolle von KI im Krieg sowie Fragen von Zensur, Voreingenommenheit und ethischer Verantwortung.
Zunächst untersucht Rickards anhand eines fiktiven Szenarios, wie KI- und GPT-Systeme den Finanzmarkt destabilisieren könnten – etwa durch KI-ausgelöste Bank Runs. Anschließend weitet er den Blick auf die fundamentale Rolle von Geld und Vertrauen in der Zivilisation, bevor er die Gefahren eines militärischen Einsatzes von KI beschreibt, von smarter Logistik über Finanzsanktionen bis hin zum potenziellen Risiko eines Atomkriegs durch Fehlentscheidungen. Im letzten Teil diskutiert Rickards Fragen von Zensur, Voreingenommenheit und Konfabulation in KI-Systemen und verbindet diese mit philosophischen Überlegungen von Aristoteles bis zu modernen Denkern. Den Abschluss bilden Überlegungen zu Regulierungen, ethischer Verantwortung und der Frage, wie ein künftiger Weg mit KI aussehen könnte. Inhaltlich hat Rickards ein sehr spannendes Thema gewählt, das sicherlich viele kontroverse Meinungen vereint.
Kontrovers sind auch die Ansichten des Autors, welche das Buch leider teilweise schwer zu lesen machen, wenn man kein Anhänger von Verschwörungstheorien ist. Schade dabei ist vor allem, dass Rickards eigentlich wirklich spannende Perspektiven aufweist, da er viele interessante Bezüge zu philosophischen Positionen und historischen Geschehnissen herstellt. Lässt man seine teils fast schon paranoiden Ansichten zum Klimawandel, der Covid19-Pandemie oder den Mainstream-Medien außer Acht, setzt Rickards zum Teil wirklich originelle Impulse und Denkanstöße. Allerdings ist es schwierig einem Autor Glaubwürdigkeit in Sachen Ethik, gesundem Menschenverstand oder Empathie zuzugestehen, der Provokationen des Westens, anstatt expansive Ambitionen Russlands als Ursache für den Ukrainer-Krieg sieht oder der die westlichen Mainstreammedien als links und propagandistisch bezeichnet. Der auch den menschengemachten Klimawandel leugnet, die Maßnahmen zur Covid19-Pandemie dämonisiert und die angebliche „Verherrlichung“ der Black-Lives-Matter-Bewegung und George-Floyd-Proteste kritisiert. Rickards mag recht haben, dass ein offener Diskurs wichtig ist und in einer Demokratie „Aufklärung und Verantwortlichkeit (…) besser als Zensur und neue tendenziöse Verzerrungen“ sind. Es sollte keine Meinungshüter und Richter über Wahrheit und Lüge geben, doch so wie er dieses Verhalten bei den westlichen Medien, Regierungen und Big-Tech-Unternehmen anprangert, lässt er selbst in seinem Werk auch keinen Platz für andere Meinungen und maßt sich an, die Deutungshoheit zu besitzen.
- Titel: Money GPT – Wie KI die globale Wirtschaft und die nationale Sicherheit bedroht
- Autor: James Rickards
- Verlag: FBV
- Preis: 22 €
- Umfang: 224 Seiten
- ISBN: 978-3-95972-812-6

James Rickards
James Rickards ist Ökonom und Investmentbanker mit über 35 Jahren Erfahrung an der Wall Street. Er ist Verfechter des Goldstandards und berät Firmen auf der ganzen Welt zu Währungsrisiken. Er ist zudem Berater des US-Verteidigungsministeriums und der amerikanischen Nachrichtendienste. Im FinanzBuch Verlag sind bereits die »New York Times«- und »Manager Magazin«-Bestseller »Währungskrieg« und »Die Geldapokalypse« erschienen.
Quelle: Münchner Verlagsgruppe
Margaretha Müller absolviert seit Oktober 2024 ein redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB. Ihren Bachelor in Philosophie und Geschichte schloss sie an der Universität Trier ab.


