Montag, 09. Mรคrz 2026
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Bildungsprojekt: Banker gehen in die Schule

Das deutsche Bildungssystem ist vielschichtig und umfassend, sagen die einen. Es ist zu theoretisch und lรผckenhaft, sagen die anderen. Fakt ist: Aktuelle Jugend- und Bildungsstudien zeigen, dass es vielen Schรผler:innen an finanzieller Allgemeinbildung fehlt. Vielleicht kein Wunder, denn ein Fach โ€žfinanzielle Bildungโ€œ gibt es an deutschen Schulen nicht. Dabei ist das etwas, was Kinder und Jugendliche definitiv in ihrem weiteren Leben brauchen. Dieser Ansicht sind auch deutsche Banker und mรถchten mit einem Bildungsprojekt Abhilfe schaffen.

Das Bildungsprojekt โ€žSo geht Geldโ€œ

Mit โ€žSo geht Geldโ€œ unterstรผtzten Kreditinstitute Schulen, Finanzbildung in den Stundenplan zu integrieren. Das Projekt wurde vom Bundesverband deutscher Banken (BdB), der Deutschen Bank und der Bildungsagentur YAEZ ins Leben gerufen. Auf diese Weise soll die Neutralitรคt der Initiative betont werden.

Damit Schรผler sich finanzielle Kompetenzen aneignen und รถkonomische Zusammenhรคngen besser verstehen kรถnnen, haben Lehrkrรคfte beim Projekt die Mรถglichkeit, Bankmitarbeiter:innen als ehrenamtliche Referent:innen fรผr eine Doppelstunde einzuladen. Die Experten geben alters- und alltagsbezogene Tipps und veranschaulichen ihr Wissen rund um das Thema Geld. Dafรผr stehen neun thematisch abgeschlossene Unterrichtseinheiten zur Verfรผgung. Diese sind in Zusammenarbeit mit Pรคdagog:innen erstellt worden und orientieren sich an den Bildungsplรคnen.

Digital lernen

Doch die ehrenamtlichen Referent:innen mรถchten nicht nur grundlegende Kenntnisse im Bereich Finanzen vermitteln, sondern auch aktiv in den Dialog mit den Schรผler:innen treten. Dazu gehรถrt es auch, ihren Alltag in die Lernwelten einzubinden. Das geschieht beim Projekt einerseits durch interaktive Bausteine und den Einsatz von Smartphone andererseits.

Digitales Lernen sollte heutzutage normal sein. Daher ist bei โ€žSo geht Geldโ€œ zum Beispiel eine Online-Umfrage und ein interaktives Wissens-Quiz vorgesehen. Auf diese Weise kรถnnen die Heranwachsenden die erlernten Inhalte vertiefen. In digitalen Lernmodulen, den sogenannten eduStories, kรถnnen sich Schรผler:innen selbststรคndig und spielerisch Fachwissen aneignen. Angelehnt sind diese beispielsweise an den Aufbau der Stories bei Instagram oder TikTok. Damit sollen die Jugendlichen mรถglichst intuitiv Zugang zu den Inhalten finden.

Zusammenarbeiten fรผr eine gute Sache

Das Bildungsprojekt โ€žSo geht Geldโ€œ zeigt, dass institutsรผbergreifende Kooperationen beim Einsatz fรผr eine gute Sache dann wohl doch funktionieren. Schรผler.innen finanzielle Bildung nรคher zu bringen, ist ein lohnendes Ziel. Durch die Integration von digitalen Lerninhalten passt sich das Projekt an die Lebenswelten der Jugendlichen an. Es bleibt zu hoffen, dass das vermittelte Wissen so auch langfristig bei ihnen haften bleibt. Gleichzeitig macht die Initiative auf Schwรคchen im deutschen Bildungssystem aufmerksam und fรผhrt vielleicht zu einem Umdenken seitens der Politik.

Natรผrlich ist ein solches Projekt nicht ganz uneigennรผtzig, denn Kinder und Jugendliche sind potenzielle Kunden von morgen. Wer diese frรผh anspricht und bei ihnen positiv auffรคllt, hat gute Chancen, sie langfristig an sich zu binden โ€“ als Kunden oder auch als Mitarbeitende. Denn auch in Banken bleiben viele Ausbildungsplรคtze unbesetzt.

Laura Kracht ist ehemalige Redakteurin beim BANKINGCLUB.

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