Freitag, 17. April 2026
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Dr. Vor Stand

Kein Bankvorstand will dieser Tage mit seinem Namen genannt werden, wenn er durch die Blume oder ganz unverblรผmt seine strategischen รœberlegungen zu negativen Zinsen fรผr seine Kunden zum Besten gibt. Und es geht, wie Sie sich denken kรถnnen, um Zinsen fรผr Erspartes.
โ€žWir werden die Sparer an den negativen Zinsen beteiligen mรผssen. Daran fรผhrt kein Weg vorbeiโ€œ, so oder so รคhnlich kรถnnte das Zitat eines Banklenkers heute lauten. Wenn Banken heute Geld bei der EZB parken, dann legen sie drauf. Banken kรถnnen aber im Grunde nicht anderes agieren, wie es Handelsunternehmen tun: Wareneinsatz plus Marge gleich Verkaufspreis, zugegeben arg verkรผrzt. Wenn nun erste Banken, vor allem jene, die mehr Geld reinholen als sie wieder verleihen รผber negative Zinsen fรผr deren Anleger nachdenken, dann ist das kaufmรคnnisch nur konsequent.

Oder man macht es wie der Chef des DSGV. Nachdem zunรคchst รผber kritische Bilanzen fรผr die eine oder andere Sparkasse ab 2017 in der Presse berichtet wurde, ruft er nun in seine unmittelbare Nachbarschaft: โ€žDie Politik soll es regeln!โ€œ Die sind es, die von den negativen Zinsen profitieren, dann kรถnnen sie das gerne an deren Bรผrger weitergeben.

Nun kann man รผber das Thema Subventionen und Umverteilung nรคchtelang diskutieren. Fakt ist, dass der Otto Normalverbraucher derzeit der Dumme ist. Sein Erspartes schrumpft, wรคhrend die Mutigen, etwas besser Gestellten heute an der Bรถrse und/oder in Immobilien investieren. Was aber nicht bedeutet, dass der โ€žkleineโ€œ Sparer nicht auch mehr Risiko eingehen kรถnnte. Die Aktienkultur in Deutschland ist katastrophal. Die Rendite aber im Schnitt immer noch beachtlich. Rechnen Sie mal aus, was Sie 1986 bei einem 1000 Euro-Investment in Microsoft heute im Depot hรคtten.

Und auch Banken kรถnnten mehr tun, um aus dem Dilemma auszusteigen. Einfach nicht jeden, der einen Kredit nachfragt, nach Hause schicken. Das Geld wird vor allem deshalb in den Markt gepumpt, damit es als Investition bei Unternehmen landet. Da kommt aber vor allem kein Geld aus der Bank an.

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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